Sonequa Martin-Green und Michelle Yeoh in 'Star Trek: Discovery' als First Officer Michael Burnham	und Captain Philippa Georgiou
Zwei starke weibliche Charaktere stehen im Zentrum der neuen Fernsehserie. Bildrechte: 2017 CBS Interactive/Netflix/Jan Thijs

Neue Serie "Star Trek: Discovery" startet Universum zwischen Krieg und Frieden

Das wahrscheinlich bekannteste Fernsehepos bekommt Verstärkung: Nach über zwölf Jahren gibt es eine neue "Star Trek"-Serie. "Star Trek: Discovery" spielt zehn Jahre vor den Abenteuern von Captain Kirk und Mister Spock. Am 25. September startet die Serie in Deutschland auf der Streaming-Plattform Netflix.

Sonequa Martin-Green und Michelle Yeoh in 'Star Trek: Discovery' als First Officer Michael Burnham	und Captain Philippa Georgiou
Zwei starke weibliche Charaktere stehen im Zentrum der neuen Fernsehserie. Bildrechte: 2017 CBS Interactive/Netflix/Jan Thijs

Der Weltraum, unendliche Weiten – so begann "Star Trek" vor mehr als fünfzig Jahren. Woche um Woche entdeckten Captain Kirk und seine Mannschaft ferne Welten und drangen in fremde Galaxien vor. Damals, mitten in den Wirren des Kalten Krieges, warf "Star Trek" einen optimistischen Blick in die Zukunft und zeigte eine Mannschaft, in der Russen und Amerikaner, Männer und Frauen gemeinsam an einem Strang zogen, um das Weltall zu erkunden.

Szene aus der neuen Serie  'Star Trek: Discovery'
Eine große Änderung der neuen Star Trek-Serie: Die Klingonen treten mit neuem Aussehen auf. Bildrechte: 2017 CBS Interactive/Netflix/Jan Thijs

Fünf Jahrzehnte später scheint der Bedarf an Zukunftsoptimismus wieder zu wachsen: Neue Grenzzäune werden errichtet, Spannungen zwischen Staaten nehmen zu und internationale Abkommen werden aufgekündigt. Als der amerikanische Sender CBS vor zwei Jahren ankündigte, eine neue "Star Trek"-Serie zu machen, waren manche dieser Konflikte nur zu erahnen. Wenn die neue Serie nun erzählt, wie der Krieg zwischen den Menschen und Klingonen ausbricht, erinnert vieles aus der Zukunft an die Gegenwart.

Nachwuchs für das Star Trek-Universum

"Star Trek: Discovery" reiht sich ein in eine Vielzahl von Serien und Filmen zum bekannten Science-Fiction Franchise. In "Raumschiff Enterprise" gaben die Klingonen ihr Debüt, "Das nächste Jahrhundert" schuf die Voraussetzungen für "Raumschiff Voyager", wo es mit Captain Kathryn Janeway den ersten weiblichen Captain in einer Serien-Hauptrolle gab. Sechs Fernsehserien und dreizehn Kinofilme zählt das Universum bisher.

Gleich zwei starke weibliche Hauptcharaktere

Die insgesamt siebte Star Trek-Crew kommt nun mit neuem Raumschiff und einer neuen Mission auf die Bildschirme. Im Zentrum von "Star Trek Discovery" steht kein patriarchalischer Captain, sondern eine Frau. Sonequa Martin-Green spielt Michael Burnham, den ersten Offizier. Der männliche Vorname ist bewusst gewählt und sorgt bereits vor Serienstart für Spekulationen, was es damit wohl auf sich haben könnte? Der Tradition der Serie bleibt man mit der Entscheidung für eine weibliche Hauptrolle treu. Denn eine starke Frau gab es bei "Star Trek" bisher immer, angefangen mit Lieutenant Uhura auf der originalen Enterprise. Michael Burnham wird in der neuen Serie sogar eine Mentorin zur Seite gestellt. Michelle Yeoh spielt Philippa Georgiou, bei der Burnham gewissermaßen in die Lehre geht. Auch das Thema ist das gleiche wie vor fünfzig Jahren: wie lebt man trotz aller Unterschiede friedlich zusammen.

Dennoch bricht "Discovery" mit einigen Regeln, die sich "Star Trek" bisher auferlegt hat. Auch wenn bei Kirk, Spock und McCoy Gespräche wie Wortgefechte geführt wurden, herrschte auf der Enterprise doch Eintracht. Konflikte innerhalb der Mannschaft gab es nicht. Das soll in der neuen Serie anders werden, wie die Macher betonen. Die Optik erinnert an die neuen Kinofilme, die Handlung soll sich wie bei vielen modernen Serien über eine gesamte Staffel ziehen. Das wird nicht jedem Fan gefallen. Die befürchten ohnehin, dass die neue Serie zu sehr auf Spannung setzt und zu wenig auf die klassische Botschaft des Originals. Bisher blieb zur Beurteilung allerdings nur der Trailer und die Ankündigungen der Macher.

Natürlich könnte man 'Discovery' als kostspieligen Versuch abtun, die Marke 'Star Trek' profitabel zu halten. Den Markenkern, einen optimistischen Blick auf die Zukunft, scheint die Serie aber zu treffen. 'Star Trek: Discovery' erzählt von der schmalen Linie zwischen Krieg und Frieden – und die Hoffnung, dass sich Konflikte dennoch friedlich lösen lassen. Dieses alte Thema ist in Zeiten inszenierter Konflikte und nationaler Kraftmeierei auf nahezu unheimliche Weise wieder aktuell.

MDR KULTUR-Kritiker Tino Dallmann

Eine weitere Premiere gibt es übrigens mit dem ersten homosexuellen Paar des Star-Trek-Universums, das im neuen Serien-Ableger zu sehen sein wird.

Informationen zur Serie: Ab 25.09.2017 auf dem Internet-Streamingdienst Netflix,
mit wöchentlich neuen Episoden,
produziert und geschrieben von Alex Kurtzman und Bryan Fuller

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Nachmittag | 25. September 2017 | 16:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 16:31 Uhr

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