Stefan Rosinski, 2016
Stefan Rosinski fordert, dass alle beteiligten Parteien miteinander sprechen müssen. Bildrechte: dpa

Geschäftsführer der TOOH Bühnenstreit Halle: Geschäftsführer Rosinski wünscht sich Runden Tisch

Stefan Rosinski, Geschäftsführer der Bühnen Halle, empfindet die Streitsituation an seinem Haus als belastend. Im Gespräch mit MDR KULTUR plädiert er für einen Runden Tisch mit allen Beteiligten. Insgesamt gibt es für ihn persönlich nur zwei Möglichkeiten, um die Konflikte innerhalb des Bühnenstreits auszuräumen.

Stefan Rosinski, 2016
Stefan Rosinski fordert, dass alle beteiligten Parteien miteinander sprechen müssen. Bildrechte: dpa

Der Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) wünscht sich einen Runden Tisch, um die zwischenmenschlichen Konflikte seines Hauses zu klären. Stefan Rosinski sagte bei MDR KULTUR, es gehe dabei vor allem um drei Personen: Opern-Intendant Florian Lutz, Schauspiel-Chef Matthias Brenner und ihn selbst.

Bühnenstreit in Halle

An den Bühnen Halle streiten sich seit längerem die künstlerischen Leiter mit der Geschäftsführung. Die künstlerischen Leiter fordern mehr Unabhängigkeit von der Geschäftsführung. Infolgedessen ist es intern zu weiteren Auseinandersetzungen gekommen.

Im Februar wurde dann der Vertrag des Opernintendanten Florian Lutz nicht verlängert. Lutz muss damit spätestens nach der Spielzeit 2020/2021 die Bühnen Halle verlassen. Zwar erntete er von anderen Intendanten aus Deutschland viel Lob für seine Inszenierungen, allerdings gab es intern heftige Kritik an seiner Person. Zuletzt hatte sich der Orchestervorstand öffentlich gegen ihn gestellt.

Der Vertrag mit dem Intendanten des Neuen Theaters Halle, Matthias Brenner, wurde hingegen vom  Aufsichtsrat der Theater, Opern und Orchester GmbH Halle (TOOH) bis zur Spielzeit 2025/2026 verlängert. Allerdings wirft er dem Geschäftsführer des TOOH, Stefan Rosinski, Mobbing vor und hat auch schon mit seinem Rücktritt gedroht, sollte es nicht zu konstruktiven Gesprächen kommen.

"Flächendeckend kontaminiert"

Florian Lutz
Bei der Vorstellung von Florian Lutz (mitte) waren die Streitigkeiten noch nicht abzusehen. Bildrechte: dpa

Rosinski spricht von einer belastenden Situation für das gesamte Haus – es sei "flächendeckend kontaminiert". In seinen Augen gebe es eine starke Fraktionsbildung – und zwar bei allen Beteiligten, so der TOOH-Geschäftsführer. "Wie Mehltau legt es sich über alle. Das macht keinem Spaß. Ohne zu viel Interna zu verraten, aber durch den Aufsichtsrat läuft eine rote Linie, wie im Haus selber." In Rosinskis Wahrnehmung fühlt sich jeder aufgerufen, Stellung zu beziehen.

Die Situation ist verrannt. Sie ist verhärtet. Alle wünschen sich, dass das aufhört, dass Frieden einkehrt.

Stefan Rosinski, Geschäftsführer der TOOH

Er könne sich aber im Augenblick nicht vorstellen, wie das funktionieren solle. Rosinski selbst sieht zwei Lösungsmöglichkeiten: Entweder man entwickle gemeinsam ein neues Narrativ über den Konflikt, damit jeder seine Position überdenkt und den anderen verstehen lernt. "Mit mir wäre das auf jeden Fall immer möglich. Ich bin absolut gesprächsbereit."

Eine Möglichkeit: Rückzug

Die zweite Möglichkeit sei, dass einer der Beteiligten sich zurückzieht. "So etwas ähnliches hat ja Matthias Brenner angedeutet. Das ist ja auch ein Schrei nach 'Habt mich lieb' – ich sage das ohne Sarkasmus." Das interpretiert Rosinski als Appell an den Aufsichtsrat.

Stefan Rosinski, Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin 34 min
Bildrechte: dpa

Stefan Rosinski im Interview mit MDR-KULTUR zu seiner Sicht auf den Theaterstreit in Halle. Es handelt es sich um eine gekürzte Fassung des Gespräches, das MDR Kultur am 4. April 2019 aufgezeichnet hat.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 05.04.2019 19:23Uhr 34:11 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/audio-radio/stefan-rosinski-theaterstreit-halle100.html

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Im Theaterstreit in Halle stehen, so Rosinski, mittlerweile auch Mobbing-Vorwürfe gegen Stefan Rosinski im Raum. Es geht unter anderem um ein Tondokument, das sich auf diffamierende Weise gegen das Team der Opernleitung richtet. Es stammt von Dritten und soll von Rosinski verbreitet worden sein.

Vorwurf des Mobbings

Aufsichtsratsmitglied und Grünen-Politikerin Inés Brock sprach in einer Stadtratssitzung sogar von einem "systematischen Mobbing", das Rosinski an der TOOH betreiben würde. Bei MDR KULTUR wiederholt sie die Vorwürfe. Nach Informationen von MDR KULTUR sind diverse arbeits- und strafrechtliche Verfahren im Gange. Rosinski weist alle diese Vorwürfe gegen sich zurück.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 08. April 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2019, 04:00 Uhr

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