Zum Beispiel "Fridays for Future" Schriftsteller Kopetzky: Widerstand ist wichtig für Demokratie

Der Schriftsteller Steffen Kopetzky sieht Widerständler als wichtig für die Demokratie an. Die Momente, wenn Bürger "Nein" sagen, seien essentiell, sagte er im Gespräch mit MDR KULTUR und meinte damit insbesondere die Umweltbewegung "Fridays for Future".

Der Schriftsteller Steffen Kopetzky hat die Bedeutung des Widerstands für die Demokratie betont. Im Gespräch mit MDR KULTUR bezog sich der Autor zunächst auf Whistleblower in den USA: "Er [der Whistleblower] sagt, ‘Ich bin das Korrektiv. In dem Augenblick, wo die Politik völlig durchdreht, trete ich auf den Plan.’" Die Politik von Donald Trump bezeichnete Kopetzky im selben Zug als "abartig".

Mit Blick auf Deutschland erläuterte Kopetzky: "Wir schauen in unserem Land, in unserer Gesellschaft genauso zu, wie wir unsere Ressourcen verschwenden, wie wir uns anlügen, bezüglich unserer Nachhaltigkeit. Wie wir so viele Aspekte, die eigentlich wichtig wären für uns, einfach schleifen lassen und nichts tun, weil wir denken, es ginge uns nichts an." Die Momente, wo die Bürger anfangen ‘Nein, wir leisten Widerstand’ zu sagen, seien essentiell, so der Autor. Das sähe man unter anderem in der "Fridays for Future"-Bewegung: "Das ist Demokratie", betonte Kopetzky.

Fridays for Future in Leipzig
"Fridays for Future"-Demonstration am 29. November 2019 in Leipzig Bildrechte: Lars Tunçay/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Demokratie-Lichtzeichen aus Europa nach Amerika

In seinem jüngsten Roman "Propaganda" schreibt Kopetzky über den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit aus Sicht eines Offiziers der Propaganda-Abteilung der US-Army. Den Autor interessierte dabei auch die Rolle jener Amerikaner, die in Westdeutschland Rundfunkanstalten, Zeitungen und andere kulturelle Institutionen geschaffen haben.

Kopetzky meint, man könne das Gefühl haben, da sei ein Licht angezündet worden in Deutschland und in Europa. Darauf sollten wir jetzt zurückgreifen, um Lichtzeichen nach Amerika rüber zu schicken und zu sagen: "Jetzt sind wir mal dran, euch dran zu erinnern, was Demokratie eigentlich bedeutet."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. Dezember 2019 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2019, 04:00 Uhr

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