Gespräch Steffen Mensching: Ich zehre von meiner ostdeutschen Erfahrung

Steffen Mensching, Schriftsteller und Intendant des Theaters Rudolstadt, sieht sich bis heute durch seine ostdeutsche Kindheit und Jugend geprägt. Das sagte der Theatermacher und Autor bei MDR KULTUR. So zehre er bis heute von diesen Erfahrungen, vor allem, wenn es darum gehe, mit anderen zusammenzuarbeiten und auf ein gemeinsames Ziel hinaus – das sei gerade für die Theaterarbeit wichtig. "Deswegen bin ich am Theater gelandet. Weil nirgendwo kann man so gut zusammenarbeiten", so Mensching.

Heutige "utopische Unterernährtheit"

Darüber hinaus findet der Autor, dass die Gesellschaft heute an einer "utopischen Unterernährtheit" leide, dass "wir nicht mehr über das, was uns als System umgibt, hinausdenken können, was das Positive betrifft".

Negative, apokalyptische Visionen sind täglich vorhanden. Aber dass man sagt: 'Es könnte besser werden' – das ist nicht mehr vorhanden.

Steffen Mensching, Schriftsteller und Theatermacher

Multitalent Mensching

Steffen Mensching wurde 1958 in Ostberlin geboren und wurde vor allem mit musikalischem Kabarett bekannt, das er bis Anfang der 90er-Jahre zusammen mit dem Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel unter dem Namen "Wenzel & Mensching" aufführte. Außerdem betätigte er sich schon zu DDR-Zeiten als Dichter. Seit 2008 ist Mensching Intendant am Theater Rudolstadt und hat in diesem Jahr den zeithistorischen Roman "Schermanns Augen" veröffentlicht. An dem 800 Seiten umfassenden Werk über die Geschichte eines Graphologen, basierend auf der realen Figur des Rafael Schermann, hat Mensching insgesamt 12 Jahre geschrieben.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Café | 14. Oktober 2018 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2018, 04:00 Uhr

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