Görlitz / Zgorzelec Straßentheater und Altstadtflair

Straßen, Plätze und Parks in Görlitz und Zgorzelec haben sich sich bis Sonnabend in Theaterbühnen unter freiem Himmel verwandelt. Poetische Szenen, clowenskes Spiel, bewegende Kulissen und atemberaubende Artistik lockten für drei Tage nach Görlitz und Zgorzelec. Los gings Donnerstagnachmittag mit dem Kulturpicknick im Stadtpark auf der großen Wiese. Masken- und Figurentheater, WalkActs, Slapstick & Clownerie brachten ihre Augen zum Strahlen. Die Neue Lausitzer Philharmonie ließ slawische und ungarische Tänze zum Auftakt erklingen.

14 Ensembles boten 85 Auftritte an drei Festivaltagen. Zu erleben waren Straßenkünstler aus Italien, den Niederlanden, Spanien, Belgien, der Schweiz. Zum ersten Mal wurde beim Via Thea auch geslammt! Slam-Poeten aus Deutschland und Polen präsentieren "100 Abende Abschied - eine Poetry Slam Reise". Clowns brauchten keine große Bühne. Sie begeisterten mit lustigen Geschichten & großen Gefühlen. "Asphaltpiloten" gingen mit Sounds & Bewegung auf Spurensuche in Görlitz.

Straßenkünstler mit Waren auf Kaufmannsladen
Giovanni Gassenhauer tourt mit seiner Glücks-Marktkarre durch Görlitz Bildrechte: Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau

Giovanni Gassenhauer, der cleverste fliegende Händler kam mit einer mobilen, aufsehenerregenden Marktkarre.
Voll beladen mit wunderbarem Schnick-Schnack und Überraschungen verschenkte er "original italienische Glücksmomente". Er trat unter anderem erstmals im Klinikum für Patienten und Mitarbeiter auf.

Neues entdecken

Das Puppentheaterstück "Die ChansonNETTE" von Anne Swoboda und ein Görlitzer Gauklermärchen vom Verein Philharmonische Brücke feierten beim diesjährigen Straßentheaterfestival Premiere. Zwei Görlitzer Orte waren erstmals Spielstätte beim Via Thea. Das "Gleis 1" - die ehemalige Mitropa im Bahnhof. Auf dem Nikolaifriedhof zeigten Jugendliche aus Deutschland, Polen, Albanien und Algerien gemeinsam ihr Tanzstück "Power of Diversity".

Tradition & Ursprung

Das Festival fand 1995 das erste Mal statt und hat sich als europaweit anerkanntes Festival für Straßentheater etabliert. Seit 2007 wird "Via Thea" vom Theater Görlitz veranstaltet. Das Straßentheater geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Als "Theater des kleinen Mannes" nutzten Künstler damals Straßen, Plätze und Hallen, um einem breiten Publikum zugänglich zu sein. Die Ursprünge liegen aber wahrscheinlich im 16. Jahrhundert. Damals begann in Italien mit der "Commedia dell’arte" eine Erfolgsgeschichte, die sich in ganz Europa fortsetzte.

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2016, 08:02 Uhr