Die Semperoper in der Dämmerung
Thomas Hartmann wirkte viele Jahre an der Semperoper Dresden. Bildrechte: Semperoper / Klaus Gigga

Trauer Ex-Ballett-Direktor der Semperoper Thomas Hartmann gestorben

Die Semperoper in der Dämmerung
Thomas Hartmann wirkte viele Jahre an der Semperoper Dresden. Bildrechte: Semperoper / Klaus Gigga

Der Tänzer und Choreograph Thomas Hartmann ist tot. Wie MDR KULTUR aus dem nahen Umfeld des Tänzers erfuhr, starb der gebürtige Thüringer am Samstag im Alter von 67 Jahren. Über die Todesursache war zunächst nichts bekannt.

"Hartmann hatte als Tänzer einen weiten Horizont", sagte Boris Michael Gruhl im Gespräch mit MDR KULTUR. Der Musikkritiker hatte Hartmann mehrmals auf der Bühne erlebt und sein Schaffen als Lehrmeister und Choreograf verfolgt. Hartmann habe mit klassischer Musik und Rockmusik gleichermaßen umgehen können und als Tänzer auf der Bühne sowohl "kraftvolle Präsenz" als auch "Zerbrechlichkeit" gezeigt, so Gruhl.

Immer neue Wege

Hartmann studierte Tanz an der Palucca-Schule Dresden. Gruhl sagte, die Ausbildung an der Palucca-Schule habe Hartmann sehr geprägt. "Er hat mal erzählt, dass von Gret Palucca eine schöpferische Kraft ausging." Im Zuge seines Schaffens habe Hartmann immer Wert auf das Erlernen neuer Techniken gelegt:

Er meinte nie, er hätte alles erreicht. 'Ein Tänzerleben hört nicht auf, man muss immer wieder den Vorstoß in neue Bereiche wagen', hat er gesagt.

Boris Michael Gruhl, MDR KULTUR-Musikkritiker

Von 1970 bis 1993 wirkte Hartmann an der Semperoper in Dresden. Dort war er erst Solo-Tänzer, dann Ballettmeister und schließlich Direktor der Tanzsparte. Die Semperoper erinnerte daran, dass Hartmann der Sächsischen Staatsoper lange Zeit prägend verbunden war. Das Haus würdigte ihn als "großen Tänzer und Charakterdarsteller".

Kein Museum, sondern Tanz

Seit den Neunzigern war Hartmann freiberuflich tätig gewesen. So lehrte er an der California State University, der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig sowie der Palucca Hochschule für Tanz Dresden.

Von 2009 bis 2018 war er Trainingsleiter und Choreograf am Theater Plauen-Zwickau. Auch hier arbeitete er laut Gruhl nach der Devise, Neues im Tanz zu entdecken, und gleichzeitig aber traditionelle, klassische Formen zu bewahren. "Dazu hat er gesagt: 'Wir machen Tanz, kein Museum'", so Gruhl.

Im Januar 2019 wurde Thomas Hartmann in den Ruhestand verabschiedet.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Februar 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2019, 15:25 Uhr

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