Die Band Silly mit Frontfrau Tamara Danz, 1989
Bildrechte: imago/teutopress

Die MDR KULTUR-Musikredaktion empfiehlt Die 10 wichtigsten Songs von Silly - rein subjektiv

Natürlich gibt es auf jedem Silly-Album berühmte Ohrwürmer. Und wer kennt nicht "Bataillon d'Amour"? Aber Silly steht für mehr. Musikredakteur Hendryk Proske hat die für ihn wichtigsten Silly-Songs zusammengestellt. Eine subjektive Liste.

Die Band Silly mit Frontfrau Tamara Danz, 1989
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  • Die Wilde Mathilde (Mont Klamott, 83) - Tamara Danz hat immer wieder die verschiedensten Frauentypen besungen. Bei der wilden Mathilde war sie vermutlich am dichtesten bei sich selbst.

  • Heiße Würstchen (Mont Klamott, 83) - Schräg, überhaupt nicht eingängig, definitiv kein Hit. Und gerade deshalb perfekt! Tamara Danz klingt wie Nina Hagen, singt schief von Currywurst, Grog und einem "ulfenden Ulf".

  • Zwischen unbefahrenen Gleisen (Zwischen unbefahrenen Gleisen, 85) - Titeltrack des Mitte der 80er kurzfristig eingestampften Albums. Auf der "bereinigten" Version namens "Liebeswalzer" fehlte der Song. Warum ein Text bei den DDR-Zensoren auf Ablehnung stieß, war nicht immer klar. Eine Begründung lautet, dass Erich Honecker kurz vor der geplanten Veröffentlichung kurzfristig eine Reise in die BRD absagte.

  • Schlohweißer Tag (Bataillon D’Amour, 86) - "Schweine aus Zigarettenpapier suhlen sich auf Deiner Haut". Viele sagen: Silly-Songs waren vertonter DDR-Alltag. Selten klang der so düster und deprimierend, aber auch so real wie hier.

  • SOS (Februar, 89) - Das erste Album, für das Tamara einen Großteil der Texte selber schrieb. "Februar" war deutlicher. Wer hier noch zwischen den Zeilen suchte, hatte den Rest nicht verstanden. "SOS" ist die aggressive Spitze des Eisbergs, umschifft mit einem Second-Hand-Kreuzer kurz vor der Meuterei.

  • Verlorne Kinder (Februar, 89) - Die verlornen Kinder hörten in Berlin schon längst die "anderen Bands". Feeling B, Die Skeptiker, Sandow hatten vielleicht die klareren Worte für den Aufbruch. Silly beschrieben die Sehnsucht, die sie alle antrieb.

  • Halloween in Ostberlin (Hurensöhne, 93) Das erste Lebenszeichen in einer neuen Zeit. Silly wollten nicht wirklich darin ankommen. Viele ihrer Fans hörten jetzt anderen zu. Dieser Song ist eine frühe Abrechnung.

  • Asyl im Paradies (Paradies, 96) - "Gib mir Asyl hier im Paradies. Hier kann mir keiner was tun". Tamara Danz in ihren letzten Momenten. Auch wenn sie im Interview mit Alexander Osang noch sagt, dass sie vom Krebs beim Schreiben nichts wusste.

  • Alles Rot (Alles Rot, 2010) - Alles ist anders. Ein Comeback ohne Tamara. Mit Anna Loos und großer Plattenfirma gelingt das, was vorher undenkbar schien: gesamtdeutsche Bedeutung. Und doch klingt gerade dieser Song unverwechselbar nach Silly.

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2016, 15:17 Uhr