Polizistin Nelly Winther (Marie Bach), Paula Liekens (Lynn Van Royen), Kommissar Gregor Weiss (Jürgen Vogel).
Polizistin Nelly Winther (Marie Bach Hansen), Paula Liekens (Lynn Van Royen), Kommissar Gregor Weiss (Jürgen Vogel) Bildrechte: ZDF/ Miklos Szabo

Start der zweiten Staffel "The Team II" – eine hochpolitische Serie über Kunstraub und Terrorismus

Es gehört schon ganz schön Mut dazu, das Ermittlerteam aus Dänemark, Deutschland und Belgien komplett auszutauschen: Die zweite Staffel von "The Team" geht nämlich mit neuem Personal los. Auf deutscher Seite ermittelt jetzt Jürgen Vogel als Hamburger Kommissar, gemeinsam mit der Dänin Marie Bach Hansen und der Belgierin Lynn van Royen. MDR KULTUR-Filmkritiker Jörg Taszman hat sich die Serie angesehen.

Polizistin Nelly Winther (Marie Bach), Paula Liekens (Lynn Van Royen), Kommissar Gregor Weiss (Jürgen Vogel).
Polizistin Nelly Winther (Marie Bach Hansen), Paula Liekens (Lynn Van Royen), Kommissar Gregor Weiss (Jürgen Vogel) Bildrechte: ZDF/ Miklos Szabo

Es wirkt diesmal alles etwas dynamischer und packender bei "The Team" in der neuen zweiten Staffel. Die Geschichte ist hochpolitisch. In einer Farm in Dänemark sind sieben illegale Migranten ermordet worden. Nur Malou, eine junge Syrerin, hat überlebt. Nach den Morden ermittelt eine Europol-Spezialeinheit. Aus Deutschland ist der Hamburger Polizist Gregor mit dabei, der souverän und sympathisch von Jürgen Vogel gespielt wird.

Dem Schauspieler gefiel vor allem das Drehbuch. Er sagte MDR KULTUR, es gehe um die Verbindung zwischen Terrorismus und Kunsthandel: "Der Terrorismus existiert nur, weil der Westen diese Kunst, die geklaut wird, kauft – und damit wiederum den Terror finanziert. Das ist eine wahnsinnige, interessante These." Diese These sei stellvertretend für den Wahnsinn, der weltweit auch in der Realität stattfinde, so Vogel.

Szene aus der Serie ''The Team 2'' mit Schauspieler Jürgen Vogel.
Schauspieler Jürgen Vogel mimt den Hamburger Kommissar Gregor Weiss. Bildrechte: ZDF/ Sofie Silbermann

Überkorrekte Ermittlerin trifft auf sture Computerexpertin

Geschickt legen die Autoren falsche Fährten. Es dauert auch eine Weile, bis das Team aus drei Ländern sich wirklich findet. Die Dänin Marie Bach Hansen spielt zunächst eine fast überkorrekte Ermittlerin, die sich langsam auch menschlich öffnet. Ihr gefiel, dass ihre Figur Nelly nur dann etwas sagt, wenn sie muss und sonst einfach handelt. "Die Figur der Nelly war mir sofort sympathisch", sagte sie.

Die Flämin Lynn van Royen spielt die Computerexpertin Paula, die ständig Überwachungsvideos auswertet, erst einmal wie eine Fachidiotin wirkt, aber mutig und fast stur einer Fährte folgt. Lynn van Royen sagte über ihre Rolle: "Paula denkt schneller als sie spricht – und ist trotzdem so pragmatisch."

Manche Handlungsstränge wirken unnötig

Ein paar Handlungsstränge wirken politisch korrekt und unnötig. Auch die vielen Ortswechsel irritieren. Sehenswert wird es immer dann, wenn Nelly, Paula und Gregor zusammen den Täter jagen und sich dabei immer besser verstehen. Im Original wurden diese gemeinsamen Szenen auf Englisch gedreht. Das schweißte zusammen, erzählt Jürgen Vogel: "Das musste richtiges Englisch sein und glaubhaft zur Figur passen. Daher haben wir jeden Abend die Texte bearbeitet." Das habe sich gelohnt, so der Schauspieler: "Die Originalfassung ist echt zu empfehlen."

Szene aus der Serie ''The Team 2'', mit Schauspielerin Jürgen Vogel und Maria Bach Hansen.
In der Serie "The Team II" arbeitet Kommissar Gregor Weiss (Jürgen Vogel) an der Seite von Polizistin Nelly Winther (Marie Bach Hansen). Bildrechte: ZDF/ Miklos Szabo

Großer Unterschied zwischen Synchronisation und Originalfassung

Selten ist der Unterschied zwischen Synchronisation und Originalfassung so entscheidend für den Seriengenuss. Auf Deutsch ist die in vier Sprachen gedrehte Serie nur eingeschränkt zu empfehlen. Und gerade weil alle drei Hauptdarsteller nicht perfekt Englisch sprechen, ist das charmant und verleiht ihren Figuren mehr Tiefe.

Das neue Personal tut dieser zweiten Staffel gut, die Geschichte ist ambitioniert und über die vorhandenen Schwächen lässt sich ganz gut hinwegsehen. Was bleibt, ist eine durchaus sympathische und positive Euro-Serie in Zeiten, in denen die EU in der Realität eher auseinanderdriftet.

Angaben zur Serie ARTE zeigt die europäische Koproduktion als 8-Teiler à 52 Minuten ab dem 18. Oktober 2018.

Im ZDF ist die Serie als Vierteiler ab dem 21. Oktober zu sehen.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 18. Oktober 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2018, 04:00 Uhr

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