Oper Chemnitz
In der Oper Chemnitz steht in der neuen Spielzeit auch wieder Wagner auf dem Programm. Bildrechte: Städtische Theater Chemnitz gGmbH

Neue Spielzeit an den Theatern Chemnitz Wagner, Stefan Heym und Radioaktivität

Oper Chemnitz
In der Oper Chemnitz steht in der neuen Spielzeit auch wieder Wagner auf dem Programm. Bildrechte: Städtische Theater Chemnitz gGmbH

Die Theater Chemnitz haben am Donnerstag ihr Programm für die Spielzeit 2018/1019 vorgestellt. Präsentiert werden dann nicht nur große Werke, sondern auch ausgefallene.

Schriftsteller Stefan Heym als Puppe

Im Figurentheater wird es neben vielen Kinderstücken auch für Erwachsene interessant. Das Stück "Wenn mich einer fragte …" behandelt Stefan Heyms Leben und seine Heimatstadt Chemnitz. Der Schriftsteller wird als lebensgroße Puppe zu sehen sein – einmal in seinen jungen Jahren und einmal im Alter.

In der Oper wird der weibliche Blick auf Wagner fortgesetzt. Der Ring der Nibelungen wird mit den Premieren von "Siegfried" und "Götterdämmerung" vollendet. Dirigiert wird das Stück zunächst vom 1. Kapellmeister Felix Bender, der in diesem Jahr die Robert-Schumann-Philharmonie verlässt. Anschließend übernimmt Generalmusikdirektor Guillermo Garcia Calvo die musikalische Leitung.

Hamlet und Zauberflöte als Blockbuster

Daneben bietet die Oper als Neuproduktionen unter anderem die deutsche Erstaufführung der Oper "Hamlet" des weitgehend unbekannten Italieners Franco Faccio sowie "Die Zauberflöte". Die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart sei bei Jung und Alt beliebt und ein Blockbuster, sagte Generalintendant Christoph Dittrich bei der Vorstellung des Programms.

Das Schauspiel bringt den selten aufgeführten "Faust II" von Johann Wolfgang Goethe im Zusammenspiel mit dem Ballett des Hauses auf die Bühne. "Das ist ein Riesenprojekt", sagte Schauspieldirektor Carsten Knödler. In Chemnitz wurde das Stück zuletzt 1982 aufgeführt. Er werde es als konsequente Fortsetzung von "Faust I" inszenieren, kündigte Regisseur Knödler an.

Themen Gewalt, Menschlichkeit, Glaube und Einsamkeit

Faust sei der Auftakt in eine Spielzeit, die die Themen Gewalt, Menschlichkeit, Glaube und Einsamkeit zum Inhalt habe. Von Goethes Faust werde so ein Bogen geschlagen zu dem dänischen Stück "Adams Äpfel", in dem das Gut-Böse-Schema in der heutigen Zeit hinterfragt werde.

"Knödler macht, was er immer macht", meint MDR KULTUR-Kritiker Wolfgang Schillig. "Spannend wird es, wenn er ein Instrument in die Hand nimmt." Nach Johnny Cash im letzten Jahr wird es in der neuen Spielzeit ein Stück über Leonard Cohen geben.

Internationales Ballett

Die Balletdirektorin Sabrina Sadowska setzt ihren internationalen Kurs fort. Drei Gast-Choreografien wird es geben, darunter auch eine japanische über Radioaktivität.

Insgesamt ein anspruchsvoller Spielplan. Aber die Haushaltslage ist sehr angespannt, sagte Dittrich auf Nachfrage. Das habe auch Auswirkungen: "My fair Lady" auf dem Platz vor dem Theater werde es nicht mehr geben.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Nachmittag | 19. April 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. April 2018, 18:54 Uhr