Künstler in Corona-Zeiten Corona-Zwangspause: So geht das Theater Rudolstadt mit der Situation um

Mareike Wiemann
Bildrechte: MDR/Robert Kühne

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat sich das Theater Rudolstadt bis zum 27. März 2020 eine Pause verordnet – wie viele Bühnen und Museen derzeit. Wie gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit um, dass das Haus leer bleibt? Gerade in dieser Zeit gibt es viel zu tun, meint Intendant Steffen Mensching.

Das Rudolstädter Theatergebäude.
Das Rudolstädter Theatergebäude empfängt derzeit wegen des Coronavirus kein Publikum. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Theater Rudolstadt ist aufgrund der Corona-Gefahr in Zwangspause. Abgesagt wurden deshalb eine ausverkaufte Inszenierung, die Premiere eines Liederabends und mehrere Konzerte. Diese Entscheidung sei die einzig richtige gewesen, sagt Intendant Steffen Mensching ziemlich nüchtern. Wenn man in eine Nebelwand fahre, bremse man ja auch ab. Genug zu tun, gibt es dennoch auch für ihn.

Steffen Mensching
Steffen Mensching, Intendant am Theater Rudolstadt Bildrechte: MDR/ Daniela Höhn

Mensching bekräftigt, dass sein Haus trotz Spielpause weiterarbeite. Man wolle bereit sein, wenn es irgendwann wieder losgehen kann. Die Spielpause sieht Mensching als Risikobegrenzung: "Wir können ja nicht das öffentliche Leben völlig reduzieren. Wir können nicht alle zu Hause bleiben, wir müssen bloß vernünftig versuchen, bestimmte Risiken zu begrenzen. Um vor allem den Gesundheitsbehörden, den Krankenhäusern, der ganzen medizinischen Versorgung die Chance zu geben, sich darauf einzustellen!" Gerade wegen der Zwangspause gebe es gerade viel zu tun, so Mensching:

Es ist nicht so, dass wir in ein Sabbatical gehen und sagen, jetzt können wir uns mal kreativ ausleben. Nein, wir haben zurzeit vor allem mit dem Management dieser Krise zu tun. Da kommen genug Anfragen: vom Publikum und unseren Schauspielern.

Steffen Mensching, Intendant Theater Rudolstadt

Keine Beunruhigung bei den Beschäftigten

Große Panik löst die Zwangspause bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Rudolstadt bislang nicht aus. Denn sie wissen auch, als Beschäftigte an einer staatlichen Institution sind ihre Einkommen weiterhin gesichert, Honorare brechen nicht direkt weg, wenn Vorstellungen ausfallen.

Das Rudolstädter Theatergebäude. 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat sich das Theater eine Pause verordnet – wie viele Bühnen und Museen derzeit. Gerade in dieser Zeit gibt es viel zu tun, meint Intendant Steffen Mensching.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 16.03.2020 17:10Uhr 03:53 min

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Das Rudolstädter Theatergebäude. 4 min
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Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat sich das Theater eine Pause verordnet – wie viele Bühnen und Museen derzeit. Gerade in dieser Zeit gibt es viel zu tun, meint Intendant Steffen Mensching.

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Katrin Strocka und Johannes Geißer bereiten beispielsweise gerade einen Manfred-Krug-Liederabend vor, am kommenden Wochenende sollte Premiere sein. Nun hat das Coronavirus der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch die beiden Künstler bereiten weiter die Aufführung vor, denn irgendwann soll das Stück auf die Bühne kommen, wenn auch nicht zum ursprünglich vorgesehenen Premierentermin. Dafür wollen sie bereit sein.

Geißer erläutert: "Wenn wir es jetzt zu Ende bringen, auf den Punkt, und dann auf die Premiere verzichten müssen, dann ist es wenigstens erstmal gemacht. Und dann kann man es wieder hochholen, wenn wir es wieder einem Publikum zeigen können." Und Strocka fügt optimistisch hinzu:

Es ändert jetzt gar nichts an der Einstellung. Wir arbeiten wirklich so weiter als wäre Premiere – und hoffen, dass es nicht allzu lange dauert, dass wir dann rauskönnen damit.

Katrin Strocka, Mitarbeiterin am Theater Rudolstadt

Also macht das Team weiter. Mit ein paar Einschränkungen: Strocka und Geiser versuchen, auch im Spiel etwas Abstand zu halten, innige Küsse werden auf der Probenbühne also nur angedeutet und nicht ausgeführt.

Fürsorge für freischaffende Künstler

Chefdramaturg Michael Kliefert bemüht sich nun, auch den freischaffenden Gästen am Haus in dieser schwierigen Lage entgegenzukommen: "Wir versuchen natürlich, den Künstlerinnen und Künstlern eine gewisse Sicherheit zu geben, bei den Sachen, die wir stornieren mussten; sie da auch nicht völlig im Regen stehen zu lassen. Das ist uns auch wichtig."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. März 2020 | 17:10 Uhr

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