"Der Tartuffe oder Kapital und Ideologie" Staatsschauspiel Dresden zum Berliner Theatertreffen 2022 eingeladen

Drei Schauspieler machen gemeinsam einen schwungvollen Schritt nach vorne auf der bläulich beleuchteten Bühne des Dresdner Staatsschauspiels.
Das Staatsschauspiel Dresden darf sich über eine Einladung zu dem renommierten Berliner Theatertreffen freuen. Bildrechte: Sebastian Hoppe

Das Staatsschauspiel Dresden ist mit der Inzenierung "Der Tartuffe oder Kapital und Ideologie" von Volker Lösch zum Berliner Theatertreffen 2022 eingeladen. Das haben die Berliner Festspiele am Donnerstag mitgeteilt. Die Komödie von Soeren Voima nach Molière und Thomas Piketty ist eine von zehn Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die von der siebenköpfige Fachjury ausgewählt wurde. Die 58. Ausgabe des Berliner Theatertreffens findet vom 6. bis 22. Mai 2022 statt.

Ein Schauspieler hock am Rand der Dresdner Theaterbühne. Im Hintergrund, unscharf, stehen mehrere Personen in ausgefallener Kleidung in einer Reihe auf einem Podest.
In "Tartuffe" lässt Volker Lösch viele Erinnerungen aufleben und denkt über Konsum nach. Bildrechte: Sebastian Hoppe

Volker Lösch überzeugt in Dresden mit Kapitalismuskritik

Das Stück vom Staatsschauspiel Dresden beruht auf dem Theaterklassiker "Tartuffe" von Molière, das ins West-Berlin der 80er-Jahre versetzt wird. Als Begründung der Jury wird die freie Nachdichtung des Stücks hervorgehoben, mit der sich Soeren Voima "scharfzüngig durch den ökonomischen, kulturellen und sozialen Wandel" der vergangenen Jahre reime. Unter der Regie von Volker Lösch feierte die Inszenierung im Oktober 2021 in Dresden Premiere.

MDR KULTUR-Theaterredakteur Stefan Petraschewsky sagte, dass sich das Staatsschauspiel Dresden mit der Einladung zum Berliner Theatertreffen im Mai für die "Champions-League" der Theaterwelt qualifiziere: "2019 war es gleich zweimal eingeladen. Davor 2011. Im Schnitt also eine Einladung alle 2 bis 3 Jahre. Das ist viel."

Hausregisseurin vom Schauspiel Leipzig ebenso eingeladen

Unter den zehn Inszenierungen, die zum Berliner Theatertreffen 2022 eingeladen sind, gehört auch das Stück "humanistää!" von Regisseurin Claudia Bauer am Volkstheater Wien. Bauer ist seit der Spielzeit 2015/16 am Schauspiel Leipzig als Hausregisseurin tätig. Die Jury lobt den "eklektischen Zugriff" der Regisseurin, mit dem sie Ernst Jandls Texte vielfältig und theatertauglich für die Bühne belebe.

Das Berliner Theatertreffen präsentiert seit 1964 jedes Jahr die zehn "bemerkenswertesten Inszenierungen". Dafür sichtet eine unabhängige Jury rund 400 Aufführungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Die 10er-Auswahl des Berliner Theatertreffens gilt als Leistungsschau des zeitgenössischen Theatersim deutschsprachigen Raum und ist eine der höchsten Auszeichnungen innerhalb der Theaterbranche.

Weitere Theaterempfehlungen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 03. Februar 2022 | 12:30 Uhr

Abonnieren