Trauer Theaterregisseur Christoph Schroth gestorben

Ein Mann schaut in die Kamera, im Hintergrund der Zuschauerraum eines Theaters
Christoph Schroth im Cottbuser Staatstheater, dem er mehr als ein Jahrzehnt als Intendant vorstand. Bildrechte: dpa

Der Theaterregisseur Christoph Schroth ist tot. Nach Angaben des Staatstheaters Cottbus starb er am Dienstag im Alter von 85 Jahren. Seine Ehefrau Barbara Bachmann und deren Sohn, Regisseur Andreas Dresen, hätten dem Theater die Nachricht mitgeteilt.

Christoph Schroth sammelte früh Theater-Erfahrungen

Schroth wurde 1937 in Dresden geboren und entstammt einer Theaterfamilie, seine Mutter war die Schauspielerin Lotte Meyer, sein Bruder der Regisseur Peter Schroth. Als Siebenjähriger erlebte er im Februar 1945 die Zerstörung seiner Geburtsstadt – eine Erfahrung, die ihn geprägt hat.

Christoph Schroth 7 min
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In den 50er-Jahren studierte Schroth in Leipzig Journalistik, später in den 60ern Theaterwissenschaft und bis Mitte der 70er-Jahre noch Philosophie. Ab 1960 wirkte er parallel zunächst als Regieassistent am Maxim Gorki Theater Berlin und von 1966 bis 1971 als Regisseur am Landestheater Halle.

"Wo ich bin, ist keine Provinz"

Von 1974 bis 1989 war Schroth Schauspieldirektor am Theater Schwerin, danach Hausregisseur am Berliner Ensemble und von 1992 bis 2003 leitete er als Intendant das Staatstheater Cottbus. Berühmt wurde in diesem Zusammenhang sein Satz "Wo ich bin, ist keine Provinz".

Nach Schwerin seien die Leute regelrecht gepilgert, um Schroths Inszenierungen wie Faust I und II an einem Abend zu sehen, sagte Theaterexperte Thomas Irmer bei MDR KULTUR und erklärte, der Regisseur habe eine Affinität zum modernen Volkstheater gehabt, es aber auch verstanden, kompliziert-kritische Stücke zu inszenieren.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. September 2022 | 17:40 Uhr