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In der Dessauer Marienkirche hat Dieter Hallervorden das "Mitteldeutsche Theater" gegründet. Bildrechte: dpa

"Geist mit Humor"Wie Dieter Hallervordens Theaterprojekt in Dessau aussehen soll

Stand: 12. April 2022, 08:49 Uhr

Der Schauspieler Dieter "Didi" Hallervorden hat am Montag offiziell das "Mitteldeutsche Theater in der Marienkirche" in Dessau gegründet. Bei einem öffentlichen Termin wurde zwischen dem Theatermacher und dem Bürgermeister der Stadt, Robert Reck (parteilos), der Vertrag über die Nutzung der Marienkirche unterschrieben.

Bereits seit einigen Monaten war Hallervorden in seiner Geburtsstadt auf der Suche nach einem geeigneten Ort, um ein neues Theater zu gründen. Die Marienkirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und dient seit einigen Jahren fast ausschließlich als Veranstaltungsort. Der Stadtrat stimmte den Plänen im März zu, dass Hallervorden die Kirche für ein Jahr als Einzelunternehmer betreiben darf. In den kommenden Monaten will der Theatermacher hier das Programm unter dem Motto "Geist mit Humor" gestalten.

Vielfältiges Programm und bekannte Gäste

Am 4. September soll das neue Theater mit der Premiere von "Gottes Lebenslauf" für das Publikum geöffnet werden. Das Programm soll möglichst abwechslungsreich gestaltet werden, mit Lesungen, Konzerten und Schauspiel-Aufführungen wie "Ein seltsames Paar" oder "Himmlische Zeiten".

Das neue Theater wird kein eigenes Ensemble haben. Stattdessen will Hallervorden, der auch Erfolge in der Filmbranche feierte, immer wieder neue Gäste für die Produktionen einladen. Zugesagt haben bisher laut dem Theaterleiter Richy Müller, Hannelore Hoger und Katrin Sass. Auch der Erfolgsautor Sebastian Fitzek soll zugesagt haben.

Kulturvision für Dessau

Dieter Hallervorden wurde in Dessau geboren und ist in der Bauhaus-Stadt aufgewachsen. "Hier bin ich zum ersten Mal mit Theater in Berührung gekommen", erzählte der Schauspieler MDR SACHSEN-ANHALT. Inzwischen lebt Hallervorden in Berlin, wo er bereits zwei Bühnen betreibt. Er blieb Dessau immer treu. Seit 2006 ist er Ehrenbürger der Stadt, wo er auch regelmäßig Gastspiele im Anhaltischen Theater gab.

"Wie könnte ich meiner Geburtsstadt, wo ich so lange weg war, helfen, noch mehr zu einem kulturellen Anziehungspunkt zu werden", überlegte der Theatermacher. "Da ich nichts anderes kann außer schauspielern, liegt es nahe, hier ein Theater aufzumachen. Jetzt ziehen wir das gemeinsam durch!"

Im Zentrum von Dessau sollen hochkarätige Gäste Publikum in die Marienkirche locken. Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

Für das Theater habe er bisher keine Gelder aus der Stadtkasse beantragt. Er sehe sein neues Theater als freiwilliges Engagement. Ob das Projekt gelingt, stehe und falle aber mit den Menschen: "Denn: Theater ohne Zuschauer ist wie Baden ohne Wasser!", schreibt Hallervorden im Programmheft. Theater sei seiner Meinung nach immer ein Risiko, das er aber mit Mut und Optimismus angehen möchte. "Die Leute sollen sich wohl fühlen", erklärte er bei der Übergabe am Montag.

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 11. April 2022 | 16:30 Uhr