"Claiming Common Spaces: Cool Down" Wie Hellerau dem Klimawandel mit Kunst begegnet

In Dresden-Hellerau treffen sich ab Freitag internationale Künstler zu dem Festival "Claiming Common Spaces: Cool Down", das sich künstlerisch mit der Klimakrise auseinandersetzt. Bis zum 9. Juli zeigen sie Installationen, Tanz und Performances oder bieten Diskussionsforen an.

Zwei Männer und eine Frau sitzen auf Plastikstühlen im Wasser
Die Gruppe GASTSTUBE° fragt in ihrer Performance beim Festival in Hellerau, wie einzelne Menschen sich der Herausforderung des Klimawandels stellen können. Bildrechte: Nicolas Galeazzi

Am Europäischen Zentrum der Künste in Dresden-Hellerau beginnt am Freitag ein Kunstfestival zum Thema Klimakrise. Bis zum 9. Juli treffen sich internationale Künstler*innen zur vierten Ausgabe der Programmreihe "Claiming Common Spaces", die in diesem Jahr unter dem Motto "Cool Down" stattfindet. Geplant sind unter anderem Performances, Tanz, Installationen und Gespräche. Im Zentrum steht laut den Veranstaltern der menschliche Umgang mit dem Planeten Erde. Man lade ein zu Reflexion, Beteiligung und ästhetischer Auseinandersetzung und wolle dazu anregen, "über ein neues Miteinander nachzudenken" und "die Potenziale der Kunst auszureizen und eine Haltung zur Klimakrise einzunehmen.

Die Intendantin des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau, Carena Schlewitt, sagte MDR KULTUR, der Titel "Cool Down" sei einerseits eine Anspielung "auf den überhitzten Planeten". Es sei aber auch zu verstehen im Sinne von sich Zeit nehmen und runterkommen: "Einerseits eine Dringlichkeit, was bestimmte Aktivitäten betrifft, um die Klimakrise zu stoppen. Aber auch sich Zeit nehmen, um nachhaltig bestimmte Strukturen in unserem Zusammenleben und Arbeiten zu verbessern."

Das Festival versteht sich zugleich als Arbeitstreffen. Es wird von einem Bündnis ausgerichtet, zu dem sich sieben Einrichtungen zeitgenössischer performativer Künste zusammengeschlossen haben, darunter neben Hellerau das HAU Hebbel am Ufer Berlin, PACT Zollverein Essen, Kampnagel (Hamburg) und das tanzhaus nrw aus Düsseldorf.

Workshops und Performances mit Künstlern und Expertinnen

Auf dem Programm steht unter anderem die Performance "The Candle Project" der Künstlerin Abigail Conway. Sie lädt das Publikum ein, gemeinsam Kerzen herzustellen und mit Wünschen für die Zukunft zu versehen. Am 8. Juli sollen alle entstandenen Kerzen in einer Zeremonie entzündet werden, begleitet von Dresdner Chören. Beim Abbrennen werden eingegossene Botschaften dann wieder sichtbar.

Die aus drei Künstler*innen bestehende Gruppe GASTSTUBE° plant eine "home made climate conference" und will "künstlerische Techniken für den Hausgebrauch" entwickeln, um der Klimakrise zu begegnen und "neue Formen des Vergnügens" erfinden, "die keine ausbeuterischen Verhältnisse zur Grundlage haben". Daneben gibt es Workshops, etwa für Theaterleute zu Möglichkeiten nachhaltiger Bühnenproduktionen oder zu allgemeinen künstlerischen Herangehensweisen an Klimawandel und Umweltzerstörung.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 05. Juli 2022 | 06:15 Uhr

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