Programm für 2022/23 Festspielhaus Hellerau startet mit "Come Together" in die neue Saison

Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau hat seine Pläne für die kommende Spielzeit 2022/2023 vorgestellt. Präsentiert wird demnach ab 11. September ein vielfältiges Programm, das neben zeitgenössischem Tanz, Konzerten und Performances auch ein neues Medienkunstfestival bietet. Auf die neue Saison blickt man vorsichtig optimistisch und hofft, erneute krisenbedingte Schließungen vermeiden zu können.

Aufnahme des Fesstspielhaus Hellerau
Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Ein erster Höhepunkt zum Saison-Auftakt ist das Festival „Come Together“ im September, wie das Festspielhaus Hellerau am Mittwoch bei der Programmpräsentation für die Spielzeit 2022/2023 vorstellte. Choreografinnen werden Arbeiten präsentieren, die sich mit Themen unseres Zusammenlebens auseinandersetzen: mit Gemeinschaft, Fürsorge und Empathie. Zu erleben ist dabei die renommierte schottische Künstlerin Claire Cunningham. In ihren beeindruckenden Choreografien setzt sie sich, wenn sie mit ihren Krücken jenseits von traditionellen Techniken und Konventionen tanzt, mit den eigenen Erfahrungen von Behinderung auseinander. Ebenfalls zu Gast ist Yasmeen Godder aus Israel, Gizem Aksu aus Istanbul und die aus Leipzig stammende Choreografin Lotte Müller.

Neben Tanz auch Musik

Musikalisch darf man sich unter anderem im November auf das Festival "4:3 Kammer Musik Neu" freuen, bei dem ein Konzert mit Preisträgerinnen und Preisträgern der Jahrgänge 2020 bis 2022 der Villa Massimo in Rom geplant ist. Im kommenden Jahr stehen im April dann zum 31. Mal die "Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik" ins Haus, ab 2023 nicht mehr als "Tonlagen", sondern wieder mit dem ursprünglichen Titel, unter das Festival 1987 von Udo Zimmermann gegründet hatte.

COME TOGETHER Claire Cunningham
Die gefeierte schottische Künstlerin Claire Cunningham ist beim Festival "Come Together" zuerleben. Bildrechte: www.hagolani.com

Auf dem Programm stehen auch zahlreiche Gastspiele. 2023 unter anderem vom Perfomance-Kollektiv She She Pop sowie der Sebastian Weber Company und gleich mit drei Produktionen wird sich die Dresden Frankfurt Dance Company präsentieren. Die go plastic company aus Dresden wird zudem ihr 10. Jubiläum mit einem Festival in Hellerau feiern – mit einer Werkschau der letzten fünf Jahre.

Neues Medienkunstfestival in Hellerau

Premiere hat im Oktober die erste HYBRID Biennale, ein Festival, das sich der Kunst im digitalen Zeitalter widmet mit Tanz, Musik und Performances an der Schnittstelle von analogen und digitalen Künsten.

Medienkunst in Hellerau verband sich bisher vor allem mit der CYNETART. Nach Versuchen in den vergangenen Jahren, sich konzeptionell neu aufzustellen, scheint sie zumindest als internationales Festival inzwischen Geschichte zu sein. Für Digitalkunst in Hellerau trifft das allerdings nicht zu, denn dafür gibt es jetzt HYBRID.

Motto der Saison: "Come Together"

Wenn Carena Schlewitt ein Motto für die kommende Saison formulieren müsste, dann wäre es wohl der Titel des Auftaktfestival "Come Together", sagt die Intendantin, denn das gemeinsame Zusammenkommen in bespielweise ihrem Haus haben sowohl die Künstlerinnen und Künstlern wie auch das Publikum vermisst, wobei aber die Besucherinnenzahlen längst noch nicht wieder auf dem Niveau sind wie vor der Pandemie.

Ich würde sagen, weiterhin daran zu glauben, dass Kunst und Kultur gerade in diesen Zeiten wichtig sind und dass eine Gesellschaft, die diese Formen der Begegnung nicht mehr hat, dann ärmer wird.

Carena Schlewitt, Intendantin des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau

Insofern sind künftige Schließungen von Kultureinrichtungen fatal, denn für Carena Schlewitt würde sich dann die Frage stellen, wie man die Häuser danach noch einmal zum Laufen bringen sollte. Daher spricht sie sich dafür aus, bei den Planungen zu den derzeitigen oder anstehenden Krisen, sei es die Pandemie, aber auch Energieknappheit oder Halthaltengpässe, die Akteurinnen und Akteure aus Kunst und Kultur mit einzubeziehen, um eine erneuten kulturellen Lockdown zu vermeiden.

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