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Die Puppentheatersammlung Dresden ist weltweit eine der größten ihrer Art. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

PuppentheaterDresden: Zweitgrößte Puppensammlung der Welt zieht um

von Sybille Muth, MDR SACHSEN

Stand: 03. Januar 2022, 13:56 Uhr

Die Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden blickt auf eine fast 70-jährige Geschichte zurück. Gegründet vom Leipziger Lehrer Otto Link, dokumentiert die Sammlung seit jeher die Geschichte des Puppentheaters vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Aktuell lagert die zweitgrößte Puppentheatersammlung der Welt mit über 12.000 Puppen noch in der Dresdner Garnisonkirche. Ab 2022 bekommen Marionetten, Handpuppen und andere Theaterfiguren ein neues Domizil im Kraftwerk Mitte Dresden.

Ob Kaspar, Teufel oder Prinzessin – alle müssen sie umziehen. 12.000 Puppen und 50.000 Objekte reisen in den den nächsten zwei Jahren in ein neues Museum, das Kraftwerk Mitte Dresden. Auch ein umfassendes Archiv, bestehend aus Textbüchern, Briefen, Bildern und Filmen wird umgelagert – eine Mammut-Aktion, die wissenschaftliche Präzision erfordert. Für das kulturhistorische Museum sei der Umzug eine Chance, die Puppen und Objekte so zu ordnen, dass am neuen Standort alles leicht auffindbar sei – das zumindest erhofft sich der Konservator der Puppentheatersammlung, Lars Rebehn.

Transport der wertvollen Fracht

Die Puppen werden vor dem Transport vorsichtig in Seide gehüllt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Derzeit wird die Marionettensammlung noch sorgfältig verpackt. Manche der Puppen sind über 150 Jahre alt. Der Kasper nur rund 100: Er war einst der Held bei der sächsischen Puppenspielerfamilie um Ernst Ritscher (1853-1943). Nun landet der hölzerne Komödiant, eingewickelt in Seidenpapier, in einem Pappkarton. Dabei handele es sich um eine eigens für den Transport hergestellte Spezialanfertigung aus säure- und schadstofffreiem Material, erklärt Ramona Münzer, Depotverwalterin und Restauratorin der Puppentheatersammlung.

Sachsen als Puppenspiel-Hotspot um 1900

Das aktuelle Depot der Puppentheatersammlung befindet sich in der Garnisonkirche St. Martin in der Albertstadt. Bildrechte: IMAGO / Shotshop

In der Garnisonkirche in Dresden werden zudem die Depots berühmter Puppenspieler aufbewahrt. Denn Sachsen galt einst als das bedeutendste Zentrum dieser Zunft. Um 1900 reisten etwa 150 Bühnen durch das Land. So auch die Marionettenspielerfamilie Ritscher, die im 19. und 20. Jahrhundert als bedeutende Puppenspielerdynastie in die Geschichte des Puppentheaters einging. Von ihnen ist sogar noch die Garderobe erhalten.

In den nächsten zwei Jahren zieht die Puppentheatersammlung von der Garnisonkirche ins Kraftwerk Mitte in Dresden. Hier sollen die Puppen 2023 im neuen Museum tanzen.

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 30. April 2021 | 19:00 Uhr