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Blick in eine Landtagssitzung Sachsen-Anhalt Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Reform

Sachsen-Anhalt will Förderung für Freie Theater ausweiten

Stand: 06. Dezember 2020, 10:59 Uhr

Am 2021 soll eine Fachjury über die Förderung freier Theater in Sachsen-Anhalt entscheiden. Das meldet die dpa unter Berufung auf das Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt (Lanze). Demnach soll die Förderstruktur für die Freie Szene komplett neu strukturiert und ausgebaut werden. Anhalts Kuturminister, Rainer Robra (CDU), erhofft sich von der Neuausrichtung eine Qualitätssteigerung in der Arbeit und auch Janek Liebetruth, Vorstand bei Lanze, spricht von einem "Quantensprung".

Mehr Transparenz und Geld

Janek Liebetruth vom Landeszentrum für Freie Theater in Sachsen-Anhalt Bildrechte: Janek Liebetruth/Svenja Eder

In der Fachjury sollen fünf Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Disziplinen, die selbst keine Projekte beantragen können. Das Gremium prüft Anträge und gibt mindestens einmal im Jahr eine Erklärung zu ihren Entscheidungen ab. Das sei für die Antragsstellerinnen und -steller wichtig, meint Liebetruth, der erzählt, dass Entscheidungen vom Kulturministerium oft nicht nachvollziehbar gewesen seien. Auch in Zukunft hat das Ministerium allerdings die letzte Entscheidungsgewalt für Förderungen.

Mit der Reform soll auch die Förderinstrumente ausgebaut und angepasst werden. So werden die Mittel verdoppelt von 150.000 Euro auf 300.000 Euro. Ab 2022 soll es zusätzlich eine zweijährige Basisförderung für Häuser der Freien Szene geben. Bisher konnte Projekte nur für ein Jahr Gelder beantragen. Auch pädagogische Projekte sind, anders als in anderen Bundesländern, von einem Aufführungszwang befreit und können so neue Konzepte entwickeln.

Richtlinien ermöglichen und erzwingen eine Professionalisierung der Szene: Quereinsteiger sind im Zuge einer Förderung zu Weiterbildungsmaßnahmen verpflichtet. Maria Gebhardt, Geschäftsführerin vom Verein Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt, erhofft sich davon auch neue Impulse für Sachsen-Anhalt und einen Standortvorteil. Eine weitere Voraussetzung für die Förderung von Projekten ist eine Honoraruntergrenze. Mindestens 2600 Euro müssen Kunstschaffende in einem Monat innerhalb des Förderzeitraums verdienen. So soll eine Selbstausbeutung von Theatermacherinnen und -machern verhindert werden. Als institutionelle Richtlinie eine einmalige Entscheidung in Deutschland, erklärt Liebetruth.

Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 07. Dezember 2020 | 06:30 Uhr