Theatersaison Schauspiel Leipzig blickt in neuer Spielzeit auf Gesellschaft nach Corona

Unter dem Motto "Und was bedeutet das jetzt für mich" startet das Schauspiel Leipzig in die Saison 2021/22. Inhaltlich soll es darum gehen, wie eine Gesellschaft und das Leben nach Corona aussehen kann. Neben 28 Premieren wird es auch ein Langzeitprojekt im Leipziger Stadtraum geben.

Enrico Lübbe, Intendant, steht im Schauspiel Leipzig.
Intendant Enrico Lübbe verzichtet in der neuen Saison auf aktive Regiearbeit, um voll da zu sein für die Geschicke des Hauses. Bildrechte: dpa

Mit 28 Premieren, darunter 11 Uraufführungen, startet das Schauspiel Leipzig im Herbst in die neue Spielzeit. Unter dem Motto "Und was bedeutet das jetzt für mich" soll es um die Zeit nach der Pandemie und die Beschäftigung des Einzelnen damit, als Teil einer Gesellschaft, gehen. Der Slogan soll als offene Formulierung gelesen werden, zunächst ohne Bewertung und mit Platz für eigene Erkundungen und Erfahrungen.

Bekannte und neue Gesichter

Eröffnet wird die Spielzeit mit "Die Rättin" nach dem Roman des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass, inszeniert von Hausregisseurin Claudia Bauer. Auch hier spiegelt sich das Spielzeitmotto wieder, da es in dem Stück von 1986 um die Erschaffung einer neuen solidarischen Zivilgesellschaft geht.

Die Opern- und Schauspielregisseurin Anna-Sophie Mahler wird ihre Arbeit am Haus fortsetzen und als neue Hausregisseurin in "La Bohème – Leipzig // Träume Ost" Puccinis Opernstoff und die Stadt Leipzig mit ihren Bewohnern verbinden. Zudem wird sie zum "Undine"- Stoff recherchieren.

Also da ist auch für die Musikstadt Leipzig Interessantes aus dem Schauspiel zu erwarten.

MDR KULTUR-Theaterkritiker Wolfgang Schilling

Torsten Buß (l), Chefdramaturg, und Enrico Lübbe, Intendant, sprechen in einer Pressekonferenz am Schauspiel Leipzig.
Torsten Buß (l), Chefdramaturg, und Enrico Lübbe, Intendant, stellen das Programm der Spielzeit 2021/22 am Schauspiel Leipzig vor. Bildrechte: dpa

Von Digitalisierung bis Feminismus

Es wird aber auch neue Begegnungen geben. So wird erstmals Elsa-Sophie Jach am Haus inszenieren und Emre Akal sowie Kristin Höller sich mit ihren Texten in der Diskothek vorstellen.

Wie man überhaupt sagen muss, dass eine ganze Reihe junger Regisseurinnen eine Chance bekommen wird in der neuen Spielzeit. Also in Hinsicht Gender-Gerechtigkeit steht das Schauspiel Leipzig ziemlich korrekt da.

MDR KULTUR-Theaterkritiker Wolfgang Schilling

Die Spielstätte Residenz setzt die Kooperation mit der freien Szene in verschiedenen Themenschwerpunkten wie Digitalisierung und feministischer Perfomance fort. Außerdem soll es um Körper gehen und wie diese sich durch die Erfahrung der Corona-Krise verändert haben könnten.

Langzeitprojekt "Pay Attention!"

Mit dem Langzeitprojekt "Pay Attention" will das Schauspiel die Stadt Leipzig zu seiner Bühne machen. Das Projekt startet im Frühjahr 2022 und die Innenstadt soll so wiederentdeckt und wiederbelebt werden: welche Veränderungen und Entwicklungen haben die letzten Monate gebracht? Was hat die Stadt alles schon durchlebt und wie kann das Zusammenleben im öffentlichen Raum zukünftig gestaltet werden? Diese Fragen sollen in einer urbanen Langzeitbespielung gestellt werden.  

Theater in Leipzig

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. Juni 2021 | 16:10 Uhr

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