Neue Spielzeit vorgestellt Ingo Schulze, Rainald Grebe und Frank Castorf: Premierenturbo am Staatsschauspiel Dresden

Schauspielhaus hell erleuchtet am Abend mit Spiegelung im Wallgraben vom Zwinger.
Das Staatsschauspiel Dresden legt wieder los, mit 27 Premieren, darunter zehn Uraufführungen in der Spielzeit 2021/22. Bildrechte: IMAGO

Mit Ingo Schulze, Rainald Grebe und Frank Castorf als Regisseur von Schillers "Wallenstein" wartet das Staatsschauspiel Dresden in der nächsten Saison auf. Intendant Joachim Klement kündigte am Donnerstag insgesamt 27 Premieren, darunter zehn Uraufführungen an.

"Rechtschaffene Mörder" und "Baron Münchhausen"

Dazu gehört die dramatische Fassung von Schulzes Roman "Die rechtschaffenen Mörder", der erzählt, wie ein aufrechter Mann in Gestalt des Antiquars Norbert Paulini zum Reaktionär wird, und zugleich eine Liebeserklärung des Autors an die Stadt Dresden ist. Kabarettist und Theatermacher Rainald Grebe hat für Dresden das Stück "Baron Münchhausen" geschrieben und führt im Januar 2022 auch Regie. Der langjährige Berliner Volksbühnen-Intendant Frank Castorf ist mit Schillers "Wallenstein" im April 2022 erstmals als Regisseur in Dresden zu erleben.

Intendant Klement: "Aufeinander Acht geben"

Joachim Klement
Intendant Joachim Klement Bildrechte: MDR/Alexandra Fröb

Intendant Klement blickte bei der Präsentation des Spielplanes zunächst auf die unfreiwillige Corona-Pause zurück. Man habe viele Monate gearbeitet und geprobt, die Ergebnisse davon aber nicht mit dem Publikum teilen können. Wenn man etwas aus der Pandemie-Zeit lernen könne, dann, dass es wichtig sei, mehr aufeinander Acht zu geben. Das Staatsschauspiel wolle ein Ort lebendiger Kommunikation bleiben, neue Perspektiven entwickeln und Perspektiven anderer einbringen. Der Spielplan sei die Einladung dazu.

Start mit "König Lear" und Molières "Tartuffe" in Regie von Volker Lösch

Den Auftakt im Schauspielhaus macht am 18. September Shakespeares "König Lear" in der Regie von Lily Sykes. Bei der ersten Uraufführung im Großen Haus des Staatsschauspiels wird am 2. Oktober die Komödie "Der Tartuffe" von Molière mit Inhalten des Buches "Kapital und Ideologie" von Thomas Piketty verknüpft. Regie bei dem Stück von Soeren Voima führt Volker Lösch.

"Wunschkonzert" im Kleinen Haus

Im Kleinen Haus werden am 30. September auch zwei Stoffe aus den 1970er-Jahren der Bundesrepublik an einem Abend aufgeführt: "Wunschkonzert" von Franz Xaver Kroetz und "Warum läuft Herr R. Amok" nach dem gleichnamigen Film von Michael Fengler und Rainer Werner Fassbinder. In der kleinen Spielstätte sorgt zudem die Bürgerbühne mit Laienschauspielern für mehrere Uraufführungen.

Festival "Fast Forward" live und im Netz

Das Festival "Fast Forward" für junge Regisseurinnen und Regisseure aus Europa läuft im November als Hybrid-Veranstaltung. Von den acht Inszenierungen werden vier live in Dresden gezeigt, der Rest im Netz.

Für die kommende Spielzeit plant das Staatsschauspiel zunächst mit den Vorgaben der aktuellen Corona-Verordnung. Demnach dürfen im Schauspielhaus nur 240 Zuschauer Platz nehmen, im Kleinen Haus rund 100. Es gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht.

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