Ausblick auf die Saison 2021/22 Märchen, Musical, Demenz-Drama: Theater Altenburg Gera präsentiert neue Spielzeit auf Raten

Musikalisch, märchenhaft und Pandemie-bedingt vorsichtig startet das Thüringer Theater mit Spielstätten in Gera und Altenburg in die neue Spielzeit. Als Mono-Oper wird "Das Tagebuch der Anne Frank" aufgeführt. Premiere feiert außerdem Florian Zellers Demenz-Drama "Vater", dessen Verfilmung mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle gerade in den Kinos startet. Einen ersten Ausblick auf das Programm bis zum Ende des Jahres gab am Mittwoch Generalintendant Kay Kuntze.

Generalintendant Kay Kuntze im Theatersaal des Landestheaters Altenburg, dunkle, festliche Stimmung, Kronleuchter und Ränge im Hintergrund, im Vordergrund Porträt des Intendanten
Generalintendant Kay Kuntze Bildrechte: Ronny Ristok

Noch läuft das Sommertheater bis Ende August, danach gönnt sich das Theater Altenburg Gera nur ein paar Tage Pause und startet am 10. September auf Raten in die neue Saison. Los geht es dann mit einem Konzert zum Tag des offenen Denkmals in Altenburg. Zur großen Eröffnungsgala wird am 17. September in Gera und zwei Tage später in Altenburg geladen. Geboten wird dabei traditionell ein kleiner Parforceritt durch die Premieren der Spielzeit. Der Bogen reicht vom orientalischen Märchen übers Musical bis zum Demenz-Drama.

Rafik Schami, "Mein Freund Bunbury", Florian Zellers "Vater"

Theater Gera
Mit einem Diseusen-Drama im Großen Haus in Gera geht die neue Spielzeit los. Bildrechte: IMAGO

In Gera wird am 18. September die Neuproduktion "Der Wunderkasten" zu sehen sein, auf Basis des Kinderbuches von Rafik Schami entstand ein Puppentheaterstück, das am Nachmittag aufgeführt wird. Am Abend feiert im Großen Haus in Gera das Diseusen-Drama "Ich glaub', 'ne Dame werd' ich nie" Premiere. Eine Hommage an die großen Damen der Kleinkunst wie Hildegard Knef oder Trude Herr und ihre Chansons.

Am 2. Oktober kommt die Satire "Helden wie wir" frei nach Thomas Brussigs Schelmen-Wende-Roman auf die Geraer Bühne im Park. Musical-Freunde dürfen sich freuen auf Gerd Natschinskis Klassiker "Mein Freund Bunbury", der am 5. Oktober im Altenburger Theaterzelt zu erleben sein wird. Florian Zellers Drama über das Demenz-Schicksal eines "Vaters" und das Abschiednehmen zwischen ihm und seiner Tochter, wird am 23. Oktober ebenfalls in Altenburg aufgeführt.

Ausblick auf halbe Spielzeit, halbiertes Orchester

Generalintendant Kay Kuntze beschränkte sich am Mittwoch mit Verweis auf die schwierigen Bedingungen in Zeiten der Pandemie darauf, die Projekte bis zum Jahresende vorzustellen. Zu den 14 Premieren in Gera und den acht Neuninszenierungen, die in Altenburg zu sehen sind, kommen Kuntze zufolge 16 hochkarätig besetzte Konzerte, die auch mit kleiner Besetzung zu spielen seien. Das Orchester wird demnach zweigeteilt, so dass jeweils 35 Musikerinnen und Musikern im Einsatz sind. Sollten die Corona-Bedingungen gelockert werden, so Kuntze, könne die Besetzung jederzeit erweitert werden.

"Das Tagebuch der Anne Frank" als Mono-Oper

Fest steht, dass anlässlich des Themenjahres zum Jüdischen Leben am 29. Oktober "Das Tagebuch der Anne Frank" als Mono-Oper in zwei Akten unter der Leitung von Alexandros Diamantis in Altenburg aufgeführt wird. Libretto und Musik stammen von Grigori Frid. Zum Premiere-Reigen gehört außerdem Silvana Schröders Ballett "Corpus", das am 19. November im Großen Haus in Gera zu sehen ist.

Der weitere Plan für das Fünf-Sparten-Theater bis zum Sommer 2022 soll im November bekannt gegeben werden.

Mitteldeutsche Theater: Rezensionen & Ausblick auf Spielzeit 2021/22

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. August 2021 | 14:30 Uhr

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