Bühne Theaterprojekt zu ostdeutscher Identität tourt durch Sachsen

"Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?" ist der provokante Titel eines Theaterprogramms, das im Oktober in Bautzen, Döbeln, Riesa, Mittweida und Dresden zu sehen ist. An den etwa 90-minütigen Abenden wollen die drei Darstellenden sich mit dem Publikum darüber austauschen, was ostdeutsche Identität gut 30 Jahre nach der Wende ausmacht.

Szenenbilder einer Theateraufführung
"Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?" ist ein Theaterabend über ostdeutsche Identität nach der Wende Bildrechte: Peter Van Heesen

In mehreren sächsischen Städten ist im Oktober ein Theaterabend unter dem Titel "Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?" zu sehen. Entwickelt wurde er von den gebürtigen Ostdeutschen Rika Weniger (Jahrgang 1981) und Burkhard Körner (Jahrgang 1983) sowie dem US-amerikanischen Theatermacher Noah Voelker (Jahrgang 1990).

Wie Körner bei MDR KULTUR erklärte, umfasst der Theaterabend 30 Szenen, in denen es um die Folgen der Deutschen Wiedervereinigung gehe: "Wir nennen es 30 Versuche, sich an der Aufarbeitung abzuarbeiten", so der studierte Choreograf.

Man wolle "ein neues Format finden, was nicht die Guckkastenbühne ist". Stattdessen handele es sich um einen "sehr offenen Abend" mit dem Ziel, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch über ihre Erfahrungen seit den 90er-Jahren zu kommen.

Spielszene - Burkard Körner, Kunst für Ostdeutsche
Das Stück "Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?" besteht aus 30 Szenen und will das Publikum einbeziehen. Bildrechte: Peter Van Heesen

Die Darsteller lassen persönliche Erfahrungen einfließen

Szenenbilder einer Theateraufführung
Burkhard Körner und Rika Weniger Bildrechte: Peter Van Heesen

Nach Aussage Körners wollen die drei Theaterleute gezielt Menschen einladen, die sonst nicht ins Theater kommen. Deshalb finden die Abende meist nicht in klassischen Theaterhäusern statt, sondern eher in Räumen, die die Menschen aus anderen Zusammenhängen kennen – etwa das Steinhaus Bautzen oder die Kirche Riesa-Gröba.

Das Stück basiert auf Texten der drei Darsteller. Bei der Entstehung spielten ihre Biografien und ihre persönliche Suche nach einer ostdeutschen Identität eine große Rolle: Körner stammt aus Mittweida, ist Anfang der Nullerjahre in den Westen gezogen und mittlerweile zurückgekehrt.

Rica Weniger wurde in Mecklenburg-Vorpommern geboren, hat in Rostock Schauspiel studiert und danach rund 20 Jahre lang in Oldenburg, Braunschweig und Belgien gelebt, bevor sie wieder in ihren Heimatort zog. Noah Voelker stammt aus Texas und hat als Schüler erstmals eine Reise nach Ostdeutschland und Osteuropa unternommen.

Informationen zum Stück "Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?"

Konzept, Text, Regie und Spiel: Rika Weniger, Noah Voelker und Burkhard Körner

Spieldauer: 90 Minuten

Weitere Termine:

22. Oktober 2021, 20:00 Uhr, Bautzen, Steinhaus

23. Oktober 2021, 19:00 Uhr, Döbeln, Treibhaus/Café Courage

24. Oktober 2021, 19:00 Uhr, Riesa, Kirche Riesa-Gröba

25. Oktober 2021, 19:00 Uhr, Mittweida, Bürkel-Halle

26. und 27. Oktober 2021, 20 Uhr, Dresden, projekttheater

1. Mai 2022, Schneeberg, Goldene Sonne

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 22. Oktober 2021 | 07:10 Uhr