Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
MDR KULTUR im RadioMDR KULTUR im FernsehenÜber unsKontaktSuche
Um auf die Lage der Theater in der Krise aufmerksam zu machen, beteiligte sich auch das DNT in Weimar an einem bundesweiten Aktionstag. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Thüringens Kulturminister Hoff

Theater in Thüringen sollen bis Ende Januar geschlossen bleiben

Stand: 02. Dezember 2020, 10:34 Uhr

Bis 31. Januar soll es laut Kulturminister Hoff keinen Spielbetrieb in Thüringer Theatern geben. Anfang Januar werde die Situation zwar neu bewertet, man wolle den Einrichtungen aber Planungssicherheit geben, hieß es.

Bis Ende Januar soll es keinen Spielbetrieb in Thüringer Theatern geben. Das gab Thüringens Kulturminister Hoff am Dienstag über Twitter bekannt. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens und der Prognose der weiteren Infektionsentwicklung sei eine Öffnung vor dem 31. Januar 2021 nicht zu erwarten.

Anfang Januar werde die Situation zwar neu bewertet, man wolle Theatern aber Planungssicherheit geben, erklärte Hoff. Dazu hatte er Telefonkonferenzen mit Intendantinnen, Intendanten sowie Vereinen und Trägern der Theater geführt. Laut Hoff machten diese deutlich, dass sie die Herangehensweise verstehen würden, betonten aber gleichzeitig, dass sie jederzeit spielbereit seien, wenn die Infektionslage es hergebe.

Ich bedauere es sehr, dass eine schnelle Öffnung derzeit nicht verantwortet werden kann. Mit Blick auf die Planungssicherheit in den Einrichtungen war es mir deshalb wichtig, einen festen Zeitpunkt zu nennen, statt eine Hängepartie nach dem Prinzip Hoffnung vorzusehen.

Benjamin-Immanuel Hoff, Kulturminister Thüringen

Gemischte Reaktionen

Die Reaktionen aus den Theatern fielen unterschiedlich aus. So zeigt das Theater Rudolstadt Verständnis. "Die Entscheidung, für mindestens acht Wochen in eine Kunst-Pause einzutreten, ist hart, aber notwendig", meint Intendant Stefan Mensching. Für viele Häuser sei eine derartige Ansage vor allem für die weitere Planung wichtig, erklärt Mathias Baier, Geschäftsführer des Thüringer Theaterverbandes: "Gestern wurde in der Runde mit dem Minister deutlich, dass die Theater vier Wochen brauchen, um spielbereit zu sein. Das bedeutet, sollte es im Februar nicht möglich sein, wieder zu spielen, müsste man Anfang Januar darüber Gewissheit haben. Das verstärkt zwar das Problem, verhindert aber, dass man umsonst den Probenbetrieb wieder hochfährt." In diesem Sinne setzt zum Beispiel das Theater Erfurt auf Kurzarbeit, sagte Intendant Guy Montavon der dpa.

Doch in den Theatern herrscht auch Unzufriedenheit. Die Sängerin Eleonore Marquerre bedeutet die weitere Schließung auch schwerwiegende finanzielle Einbußen, die sich nur schwer ausgleichen lassen. "Theater sind keine Spreader-Events. Zum Beispiel im Teatro Real in Madrid wird seit Juni gespielt, ohne dass etwas passiert, weil Kultur stattfinden muss, weil wir auch einen Bildungsauftrag für uns sehen. Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Kooperation angeregt werden, zum Beispiel um die Theater für Schulklassen aufzumachen", überlegt die Sängerin. Erst am Montag hatten Theater in Deutschland auf ihre prekäre Lage in der Corona-Krise aufmerksam gemacht, darunter auch das Deutsche Nationaltheater in Weimar.

Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 02. Dezember 2020 | 12:30 Uhr