Aktuelle Debatten Was läuft im Theater? – Die Highlights im Dezember für Weimar, Gera und Jena

Die neue Leitung des Theaterhaus Jena holt erneut eine großartige Show zurück auf die Bühne. In Gera zeigen zwei Tänzerinnen wie gut sie als Choreografinnen sind. Und in Weimar gibt es passend zu Advent und Weihnachten bemerkenswerte Oper für Märchenliebhaber und Kinder. Hier finden Sie eine Übersicht mit den wichtigsten Aufführungen im November.

Zwei Personen kämpfen sich aufeinander gestützt durch Bühnennebel und Pyrotechnik.
Auch in Weimar und Gera stehen märchenhafte Geschichten auf dem Spielplan. Bildrechte: Theater Altenburg Gera / Ronny Ristok

Für Action mit Tiefgang: "Der Meister und Margarita" am DNT Weimar 

"Der Meister und Margarita" in Weimar
Die Weimarer Inszenierung von "Der Meister und Margarita" überrascht mit einem ungewöhnlichen Bühnenbild. Bildrechte: Candy Welz

"Der Meister und Margarita" ist einer der großen Klassiker der russischen Literatur und vielleicht einer der schwierigsten. Denn was hier eigentlich die Handlung ist, lässt sich nur schwer sagen: Da diskutieren zwei Männer in Moskaus Straßen über die Kunst, als eine mysteriöse Gestalt auftaucht und dem disputierenden Dichter einen absurden Tod voraussagt. Dass das auch eintrifft, ist jedoch nicht die Geschichte, sondern die Mühen, die Margarita auf sich nimmt, um ihren Meister wiederzufinden. Das erzählt Luise Voigt mit viel Tempo, in einem grandiosen Bühnenbild und einem energiegeladenen Ensemble. 

Weitere Informationen Die Bühnenadaption von "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgagkow von Luise Voigt in Weimar

Adresse:
Deutsches Nationaltheater Weimar
Theaterplatz 2
99423 Weimar

Dauer: 110 Minuten, keine Pause

Termine:
10. Dezember, 19.30 Uhr
22. Dezember, 19.30 Uhr

Für Märchenfreunde: "Rumpelstilzchen" in Altenburg

Weihnachten ist die Zeit der Märchen und daran haben auch Theater ihren Teil. Märchen und märchenhafte Inszenierungen stehen eigentlich überall auf den Spielplänen und lohnen sich fast immer. Die Inszenierung von "Rumpelstilzchen" am Theater Altenburg-Gera hat besonders viele Fans: Manuel Kressin hat das Stück ohne große Aktualisierungen auf die Bühne gebracht und dafür den Darstellerinnen und Darstellern Möglichkeit gegeben, ihre Figuren so zu entwickeln, dass sie uns trotzdem ganz vertraut sind. "Ein Adventsschmankerl, das man sich nicht entgehen lassen sollte", meinte Ulrike Merkel in der "OTZ".

Weitere Informationen "Rumpelstilzchen" – ein Märchenstück nach den Brüdern Grimm

Adresse:
Theater Altenburg
Teichpromenade 36
04600 Altenburg

Dauer: 65 Minuten, keine Pause

Termine:
06. Dezember, 9 (Restkarten) und 11 Uhr
07. Dezember., 9 und 11 Uhr
13. Dezember, 9 (Restkarten) und 11 Uhr
14. Dezember, 9 und 11 Uhr (Restkarten)
15. Dezember, 9 und 11 Uhr (Restkarten)
19. Dezember, 11 Uhr
20. Dezember, 9 (Restkarten) und 11 Uhr
21. Dezember, 9 (Restkarten) und 11 Uhr
22. Dezember, 16 Uhr
23. Dezember, 16 Uhr
27. Dezember, 18 Uhr

Für Neugierige: "Zur Wartburg" am Theaterhaus Jena

Das Theaterhaus Jena unter der Leitung des Kollektivs Wunderbaum hat in jeder Spielzeit in Seele Thüringens hineingehorcht. So haben sie kurzerhand die DDR-Kneipe "Zur Wartburg" auf die Bühne geholt und dort alles aufeinandertreffen lassen, was in der Gesellschaft schwelte. Für MDR KULTUR-Theaterredakteur Stefan Petraschewsky gehörte es mit zu den besonderen Arbeiten, die dieses Haus so beispielhaft für die ganze Theaterszene machte. Inzwischen ist Wunderbaum zwar weitergezogen, doch diese Arbeit ist nun wieder auf der Bühne zu erleben.

Auf der Bühne in Jena ist eine Kneipe in Holzoptik aufgebaut.
Das Stück "Zur Wartburg" in Jena erzählt zahlreiche kleine Geschichten aus Thüringen. Bildrechte: Joachim Dette

Weitere Informationen Stückentwicklung "Zur Wartburg"

Adresse:
Theaterhaus Jena
Schillergäßchen 1
07745 Jena

Dauer: 120 Minuten

Termine:
22. Dezember, 20 Uhr
23. Dezember, 20 Uhr
27. Dezember, 20 Uhr
28. Dezember, 20 Uhr
29. Dezember, 20 Uhr

Für Kinder jeden Alters: "Die Königin der Farben" am DNT Weimar 

"Ich bin die Königin der Farben", singt Emma Moore. Auf der Studiobühne des Deutschen Nationaltheaters Weimar ist ein Kinderzimmer aufgebaut und die kleine Protagonistin ruft nacheinander Farben zu sich, immer sicher, dass es die Beste sein wird – und dann wieder enttäuscht zu werden. Verkörpert werden die Farben in der Vertonung von André Kassel von einzelnen Instrumenten, deren Spielerinnen und Spieler auch wunderbar auf der Bühne agieren. Das junge Publikum findet so vielleicht den Zugang zum Musiktheater und das ältere Publikum lernt die vielfältigen Möglichkeiten der Musik kennen. 

Weitere Informationen "DIe Königin der Farben" –
Musiktheater von André Kassel nach dem Bilderbuch von Jutta Bauer

Adresse:
Deutsches Nationaltheater Weimar
Theaterplatz 2
99423 Weimar

Dauer: 50 Minuten, keine Pause

Termine:
6. Dezember, 10 Uhr
27. Dezember, 10 Uhr

Für Opernkenner: "Der goldene Hahn" am Nationaltheater Weimar

Wer sich ein wenig für klassische beziehungsweise romantische Musik interessiert, kennt sicher auch den russischen Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow. Denn niemandem gelang es wie in der "Geschichte vom Zaren Saltan" den Flug einer Hummel besser in Musik zu gießen. Auch das letzte Werk des Künstlers ist voller fantastischer Elemente und dabei aber auch sehr politisch. "Der goldene Hahn" erzählt von dem Zaren Dodon, der allem müde ist, aber mit einem Handzeichen alle dazu zwingt, nach seinen Anweisungen zu handeln. Die Weimarer Inszenierung von Stephan Kimmig weist dabei geschickt immer wieder ins Heute, ohne das Märchenhafte zu vergessen. Doch vor allem die musikalische Leistung der Weimarer Staatskapelle und des Ensembles machen diese Produktion zu einem Erlebnis, erklärte Joachim Lange in "Der deutschen Bühne".

Weitere Informationen "Der goldene Hahn" von Nikolai Rimski-Korsakow in der Inszenierung von Stephan Kimmig

Adresse:
Deutsches Nationaltheater Weimar
Theaterplatz 2
99423 Weimar

Dauer: 150 Minuten, eine Pause

Termine:
3. Dezember, 19.30 Uhr
21. Dezember, 19.30 Uhr

Für Tanz-Theater-Fans: "Erzählte Erinnerungen" in Gera

Es ist erstaunlich, was wir hinterlassen und wie wir Erinnerungen weitergeben können. Die Tänzerin Yuri Hamamoto erzählt in ihrer ersten choreografischen Arbeit von der Malerin Uemura Shōen, die als erste Frau Bilder in einem bestimmten traditionellen japanischen Stil malte. Noch beeindruckender ist der zweite Teil, der von der Leipziger Tänzerin Fang Yi Liu geschaffen wurde. Sie verarbeitet die Erinnerungen ihrer Eltern, die aus Taiwan stammen, das in einem historischen Konflikt mit der Volksrepublik China steht. Mit ihren Bildern gelingt es ihr, eine Vergangenheit zu zeigen, die die Menschen im Heute berührt.

Weitere Informationen "Erzählte Erinnerungen" – Ballett in zwei Teilen von Yuri Hamano und Fang Yi Liu

Adresse:
Theater Gera
Theaterplatz 1
07548 Gera

Dauer: 95 Minuten, keine Pause

Termine:
9. Dezember, 19.30 Uhr
11. Dezember, 14.30 Uhr

Mehr Theater in Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. November 2021 | 16:10 Uhr

Mehr MDR KULTUR