Staatsoperette Dresden Chapeau, Wolfgang Schaller! Der Intendant verabschiedet sich

Nach 16 Jahren verabschiedet sich Wolfgang Schaller am 7. Juli als Intendant. Er holte die Staatsoperette Dresden ins Zentrum der Stadt, wagte Uraufführungen und pflegte das bekannte Repertoire. Volkstheater mit Biss und Pfiff – so sollte Operette aus seiner Sicht sein. Er selbst sah sich dabei als Ermöglicher und Teamplayer. Nun freut er sich, Zeit für andere Dinge zu haben. Zumal er erfahren musste, wie schnell sie verronnen sein kann. MDR KULTUR-Musikredakteurin Bettina Volksdorf blickt mit ihm zurück.

MDR KULTUR: Ihr Credo lautete: Ich muss nicht im Rampenlicht stehen, der Erfolg der anderen ist mein Glück. Das klingt selbstlos. Wie reifte dieses Selbstverständnis?

Wolfgang Schaller: Ich durfte an der Sächsischen Staatsoper von 1982 bis 1994 sehr viel lernen. Ich konnte den großartigen Künstlern dieser Zeit helfen, Erfolge zu erringen. Ich habe die Eröffnung der Semperoper 1985 und die Öffnung zum internationalen Opernmarkt 1989 erleben dürfen. Ich habe einfach das Glück dieser gemeinsamen großen Aufgabe empfunden.

Sie reden von der Zeit, als Sie als Chefdisponent an der Sächsischen Staatsoper tätig waren ...

Olivia Delauré (Eliza), Christian Grygas (Pickering), Johannes Strauß (Freddy), Damen udn Herren des Chores in "My Fair Lady" an der Staatsoperette Dresden.
Gradiose "My Fair Lady" an der Staatsoperette Dresden Bildrechte: Staatsoperette Dresden / Stephan Floß

Ja, und danach, nach der Wende, als man auch ohne Parteiabzeichen Intendant werden konnte, habe ich es in Görlitz und in Dresden geschafft, Ensembles aufzubauen und ein Immobilienproblem zu lösen. In Görlitz heißt es heute über das renovierte Theater: Unsere kleine Semperoper an der Neiße. Und in Dresden sind wir mit der Staatsoperette endlich dem Nachkriegsprovisorium in Leuben entflohen und angekommen mitten in der Stadt.

Vom Molkereifacharbeiter zum Opernregisseur und Intendanten

Wie kamen Sie zum Theater: Sie haben zunächst ja eine Berufsausbildung mit Abitur absolviert, und zwar als Molkereifacharbeiter. Danach studierten Sie Opernregie in Berlin. Das klingt zunächst nicht sehr logisch. Wo ist der Link?

Ich kam aus einem humanistisch gebildeten Elternhaus und da war klar: Der Junge lernt Latein. Und das gab es nur für die Krankenpfleger und die Molkereifacharbeiter. Der Link, nach dem Sie fragen, den gibt es gleich zwei Mal. Mein Vater war Shakespeare-Übersetzer, 20 Werke des großen Dramatikers hat er ins Deutsche übertragen, fürs Theater, aber auch für Buchausgaben, herausgekommen sind sie bei Ruetten & Loening in der DDR, ebenso bei Insel in Frankfurt/Main. Ein unglaublicher Erfolg. Auch der Link zur Musik kam ursprünglich aus dem Elternhaus. Besonderen Schub bekam ich durch den Schulchor, der einer der besten des Landes war und indem ich sogar in Kammermusikbesetzung Madrigale von Monteverdi mitsingen durfte, die ich heute noch gerne höre. Natürlich habe ich auch Klavier gelernt. Dann später an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin habe ich das entsprechende Pflichtfach belegt und das Klavierauszugsspiel gelernt. Zum Partiturspiel allein hat es nie gereicht.

Als Sie Anfang der 70er-Jahre in der Hauptstadt der DDR studiert haben, da drängte Erich Honecker gerade Walter Ulbricht aus dem Amt des Generalsekretärs der SED. Es wurde die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik propagiert, um den Lebensstandard ein bisschen zu heben. Kulturpolitisch wurde ein liberalerer Weg eingeschlagen, der mit der Ausbürgerung Wolfgang Biermanns 1976 endete. Sie waren damals mittenmang. Wer oder was war damals für sie prägend?

Erstmal, dass es überhaupt so eine Ausbildung in Opernregie gab. Es sind daraus Leute hervorgegangen wie Christine Mielitz, Andreas Baumann oder Ingolf Huhn. Das waren Kommilitonen von mir, die bekannt und berühmt geworden sind. In Berlin war viel los in der Theaterszene, in der Staatsoper Unter den Linden, der Komischen Oper. An der Volksbühne war das Regie-Duo Karge/Langhoff tätig, am Deutschen Theater Benno Besson, am Berliner Ensemble Ruth Berghaus. Ich habe direkt studiert bei Erhard Fischer von der Staatsoper Unter den Linden und Dramaturgie gelernt beim Wedekind-Spezialisten Hans-Jochen Irmer. Auch die Ästhetik von Hegel kam nicht zu kurz dabei. Götz Friedrich war gerade im Westen geblieben. Die schönen Felsenstein-Inszenierungen gab es. Es war unglaublich, was man damals jeden Abend im Theater erleben konnte.

Wer hat Sie menschlich oder künstlerisch besonders geprägt?

Die Dreigroschenoper - Inszenierung an der Staatsoperette Dresden in der Ära Wolfgang Schaller
Auch die "Dreigroschenoper" auf dem Spielplan Bildrechte: Staatsoperette Dresden

Ich wurde sehr früh in die Staatsoper rübergeschickt, um Joachim Herz zu assistieren und konnte dann auch beim ersten Meyerbeer in der DDR dabei sein, nämlich bei den "Hugenotten" an der Oper Leipzig, die Herz dort inszenierte. Ein großartiges Erlebnis. In die Zeit meines Studiums fallen zwei sehr begeisternde Assistenzen bei Harry Kupfer. Dieser frühe Kontakt zur Praxis ließ bei mir den Entschluss reifen, nicht fünf Jahre Regie zu studieren und am Ende festzustellen: Das wird nichts, sondern schon während des Studiums eine Regiearbeit machen. Diese Möglichkeit fand ich dann in Eisleben, wo ich an der Studiobühne einen Einakter inszenieren durfte. Das war eine Kombination aus Wagner-Régenys "Sganarelle" für eine kleine Commedia dell'Arte-Geschichte in Molière-Nachfolge und dieser wunderbare musikalische Sketch "Hin und Zurück" von Paul Hindemith. Das hat mich beflügelt. Nach meinem Studium bin ich ins erste Engagement nach Rostock gegangen, dann als Oberspielleiter ans Theater Senftenberg. Dann merkte ich auch in enger Auseinandersetzung mit meiner Frau: "Das wird nicht der Beruf fürs Leben." Da gab es die Möglichkeit, nach Dresden zu gehen, an die Staatstheater unter Generalintendant Horst Seeger. Dort habe ich über den Umgang mit dem Genre, mit den Sängern und den Ensembles viel gelernt.

Leidenschaft für die Operette – Entdeckungsreise zu Johann Strauss

Wer oder was hat Ihr Interesse an der Operette geweckt?

Die Staatsoperette Dresden in der Ära Wolfgang Schaller
Der gefangene Vogelfänger in der "Zauberflöte" Bildrechte: Staatsoperette Dresden

Ich bin eigentlich immer in alle Theater gegangen. In Görlitz und Dresden habe ich das Entscheidende an der Operette gefunden: Es ist das performative Element. Es liegt im Ursprung dieser Gattung im Volkstheater, wo das Publikum direkt angesprochen und angespielt wird, wo anfangs im 19. Jahrhundert jeden Abend vor der Vorstellung neue Strophen dazu erfunden werden mussten. Das Publikum erwartete das einfach. Das was wir heute Kabarett nennen, war noch Teil des Ganzen und nicht herausgelöst oder konzentriert in einer komischen Figur wie in den späteren Operetten. Das hat mich begeistert, das wollte ich finden und dafür war es natürlich wichtig, ein Ensemble mit Künstlern aufzubauen, die die Techniken beherrschen, das apart ins Publikum zu sprechen beispielsweise – so wie in der "Zauberflöten"-Szene mit Papageno, der Papagena ewige Treuer schwürt und dann beiseite zum Publikum spricht: So lange ich keine Schönere finde. So war der Weg zum Musical, zur Spieloper gesetzt. Ich wollte der Operette mehr Akzeptanz verschaffen.

Wie erklären Sie sich, dass nach dem Zweiten Weltkrieg – abgesehen vom Münchner Gärtnerplatz-Theater mit seiner wechselvollen Geschichte – ausgerechnet im Osten Deutschlands die einzigen zwei Operettenbühnen, nämlich in Dresden und Leipzig, überlebt haben? 

Die Staatsoperette Dresden in der Ära Wolfgang Schaller
Auch CD-Aufnahmen entstanden - hier in der Lukaskirche Dresden Bildrechte: Staatsoperette Dresden

Im Westen war es so, dass man sich auch dann, wenn die Theater in öffentlicher Hand waren – wie das Operettenhaus Hamburg, das Theater des Westens in Berlin oder das Deutsche Theater in München – mit unterhaltendem Musiktheater immer schwertat. Da wurde immer ein Unternehmer gesucht, der sollte Erfolg haben und Miete zahlen. Das war in der DDR völlig anders. Die Theater waren alle öffentlich finanziert. Nicht nur die Musikalische Komödie in Leipzig, die Staatsoperette in Dresden oder das Metropol in Berlin hatten den Auftrag, die Leute zu unterhalten. Das nutzten die Theater und weiteten den Spielplan unglaublich aus. So gab es in den 60er-Jahren nicht nur Musicals aus Großbritannien und den USA, sondern auch eigene Produktionen oder aus Ungarn. So war diese Form des Theaters aus der Fessel des Privatbetriebs herausgelöst und bekam gesellschaftliche Relevanz.

In den Phasen, wo es immer vor und zurückging, habe ich ihn nie zweifelnd erlebt. Er kam vorn aus der Rathus-Tür raus und lief hinten wieder rein. Er hat sich nie den Mut nehmen lassen und wenn er gezweifelt hat, hat er sich's nicht anmerken lassen.

Axel Köhler, Sänger, Autor, Regisseur des Ensembles bis 2018/2019

Wie Natschinskis "Mein Freund Bunbury" – das war ja Musiktheater besten Schlages ... 2003 begannen Sie mit dem Chefdirigenten Ernst Theis, fast verloren gegangene Werke, für die Operetten-Bühne zurückerzuobern. Ich denke da an "Die Herzogin von Chicago", "Viktoria und ihr Husar" oder an Werke wie "Der Carneval in Rom". Ganz besonders engagiert haben Sie sich für Johann Strauss und ein Festival mit unbekannten Werken des Komponisten etabliert – fünf Jahre fand es statt. Welche Strahlkraft haben diese Konzeption und diese Wiederentdeckungen über Dresden hinaus entwickeln können? 

Ich habe mich u. a. für Werke wie Kálmáns "Herzogin für Chicago" engagiert, weil ich verloren gegangenes wiedergewinnen wollte. Damals in den 1920-er Jahren hielt der Jazz Einzug in die Operette, in den USA entwickelte sich das Musical. In Deutschland kam die Nazi-Zeit und es hieß: "Swing-Tanzen verboten". Jüdische Künstler wurden benachteiligt, vertrieben, umgebracht. Die Operette nahm einen völlig anderen Weg und entwickelte sich zurück. Ich wollte zeigen, welchen Schaden die Gattung genommen hat, was die Nazis vernichtet haben. Eine der vielen Tagungen stand deswegen unter dem Titel "Operette unterm Hakenkreuz". Ein Musical wie Gerswins "Pardon My English" haben wir an die Staatsoperette geholt, auch weil es putzigerweise in Dresden spielt. So haben wir Impulse gesetzt.

Was Strauss angeht, da ist ein unglaublicher musikalischer Schatz zu heben. Auch die kaum bekannten Werke, die wir gespielt haben wie "Der Carneval in Rom" oder "Das Spitzentuch der Königin", enthalten schöne musikalische Erfindungen, herrliche Melodien und Ensembleszenen, sind bester Qualität wie all "Die Fledermäuse" oder "Zigeunerbarone". Wir waren international das einzige Haus, wo diese unbekannten "Sträusse" gespielt wurden. Sie dürfen nicht vergessen, das war die Zeit nach dem abgewendeten Schließungsversuch 2002, als die Staatsoperette um ihre Reputation und ihren Platz in der Stadt kämpfen musste. Deswegen war so ein Alleinstellungsmerkmal für uns unglaublich wichtig.

"Das Spitzentuch der Königin" von Richard Strauss - Inszenierung an der Staatsoperette Dresden in der Ära Wolfgang Schaller
Strauss-Entdeckung. "Das Spitzentuch der Königin" Bildrechte: Staatsoperette Dresden

Leider ist keins dieser Stücke in den Spielplänen der Häuser angekommen. Es fehlt wohl die Neugier.

Wie wäre Operette heute zeitgemäß aufzuführen, ist ja die Frage. Die Staatsoperette Dresden hat sich meiner Wahrnehmung nach eher vorsichtig verhalten und in traditionellen Bahnen agiert, ich denke da an Offenbachs "Orpheus" oder "Die schöne Galathee" von Schicchi. War das so, um das treue Publikum nicht vor den Kopf zu stoßen, das ja den Umzug der Staatsoperette von Leuben ins Stadtzentrum, ins Kraftwerk-Mitte mitgehen musste?

Die Staatsoperette Dresden in der Ära Wolfgang Schaller
Beim Festzug in Dresden, 2006 Bildrechte: Staatsoperette Dresden

Es war eine Überlebensfrage von Anfang an. Noch kurz vor meinem Amtsantritt im Sommer 2003 sollte das Haus ja schließen, was abgewendet wurde. Aber das steckte natürlich allen in den Knochen. Außerdem begann gleich der Kampf um den Neubau. Mir war klar, dass ich meine Theaterauffassung in den Dienst dieses Hauses stellen muss. Auch um das bestehende Publikum zu halten. Inzwischen hat es sich übrigens verjüngt.

Mir war klar, wenn ich das Haus leer spiele, dann baut uns keiner ein neues.

Wolfgang Schaller, Intendant

Wer hat eigentlich neben Publikum und Kritik die Deutungshoheit im Haus, was als ge- oder misslungene Produktion gilt?

Erster Spatenstich für die Staatsoperette Dresden, 2014
Beim ersten Spatenstich, 2014 Bildrechte: Staatsoperette Dresden

Natürlich der Intendant, durch seine Vertrag und hoffentlich seine Kompetenz – und die Kantine! Die Kantine tagt täglich, aber der Intendant tut gut daran, sich mit seinen künstlerischen Vorständen und Künstlern regelmäßig auszutauschen.

Wenn Gäste zu uns kamen, waren die immer überrascht, wie die Atmosphäre im Ensemble ist. Wir kennen uns und können uns 'die Bälle zuwerfen'.

Olivia Delauré, Sängerin

13 Jahre Kampf ums neue Domizil samt Lohnverzicht

Nach 13 Jahren Kampf ums neue Domizil, nach etlichen Rückschlägen – inklusive Schließungsabsichten, Gehaltsverzicht, kam die Eröffnung im Dezember 2016, danach nochmal eine Schließung nach der Flutung durch eine Fehlbedienung der Sprinkler-Anlage. Ist das Ensemble mit seinem künstlerischen Vermögen, ist die Staatsoperette Dresden inzwischen richtig im Herzen der Stadt angekommen? 

Wolfgang Schaller zeigt die Akustikkissen im neuen Haus
Endlich bessere Akustik Bildrechte: Staatsoperette Dresden

Ja, wunderbar. Wir sind alle wie befreit. Wir haben eine größere Bühne und eine viel bessere technische Ausstattung. Ich hörte mal einen Besucher von "Catch Me If You Can" zu seinen Begleitern sagen: "Seht ihr, das wäre im alten Haus nicht möglich gewesen." Möglich schon, aber es hat nie so ausgesehen! Im Zeitalter der optischen Reize haben wir jetzt natürlich eine ganz andere Chance. Aber auch akustisch gesehen: Vorher war der Klang im Saal schrecklich, zwei Drittel der Musiker im Orchestergraben saßen unter einer Betondecke und konnten ihre Kollegen gar nicht hören, geschweige denn die Sänger auf der Bühne. Jetzt leben Sänger, Chor und Orchester in dieser Akustik richtig auf, was sich auch an einer gewachsenen Leistungsbereitschaft zeigt. Insofern zahlen wir die Investition der Stadt mit mit "klingender Münze" zurück. Mal ganz abgesehen vom Gehaltsverzicht, der noch bis 2021 fortgeführt wird und so ein Viertel der Kosten für die neue Spielstätte gebracht hat.

Was für ein Idealismus, da kann man nur den Hut ziehen! Lassen Sie uns mal nach vorne schauen: Wir feiern in diesem Jahr den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach, er gilt als Begründer der Operette – und damals, im 19. Jahrhundert war dieses Genre aktuell, gesellschaftskritisch, ein satirisch-humorvoller Spiegel der Zeit – ein Genre, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg nie mehr davon erholt hat, dass eine ganze Generation jüdischer Autoren, Komponisten, Interpreten von den  Nazis ausgelöscht wurde. Seither werden keine neuen Operetten mehr geschrieben. Sie haben eine Uraufführung zurückgezogen, wahrscheinlich aus qualitativen Gründen. Als Intendant haben Sie zwei Musical-Uraufführungs-Aufträge vergeben. Ist das für Sie die Zukunft für das unterhaltende Musiktheater?

Auf jeden Fall. Ich habe das kabarettistische Element übrigens schon bedient, indem ich das wunderbare Zwinger-Trio zur "Schönen Helena" oder "Ritter Blaubart" eingeladen habe, das zum Thema Offenbach. Das moderne Musical ist in der Lage, sowohl solche komödiantischen Stoffe wie "Catch me if you can" – aber auch große Epen wie dieses Werk, das wir gerade zur Uraufführung gebracht haben, nach dem Roman von Victor Hugo, darzustellen. Diese Breite, die das Musical erreicht, ist ein Quell für eine erfolgreiche Weiterentwicklung.

Ein Beispiel ist auch das Musical "Zaun", das wir vor einem Jahr herausgebracht haben. Sarkastisch und bissig wie kaum ein anderes Stück, das ich in der letzten Zeit im musikalischen Theater erlebt habe.

"Catch Me If You Can" - Inszenierung der Staatsoperette Dresden in der Ära Wolfgang Schaller
Tanzen, Spielen, Singen können ... "Catch Me If You Can" Bildrechte: Staatsoperette Dresden

Wo sehen Sie den geeigneten Nachwuchs für dieses hochspezialisierte Theater?

Es ist schwierig, diejenigen zu finden, die singen, tanzen, spielen können und das alles mit einer Begeisterung, die sie auch dem Publikum rüberbringen. Aber wir sind in der Lage, die besten Leute ans Haus zu binden.

Das Ensemble ist in einer sehr guten Verfassung, es sind sehr gute Neuinszenierungen im Repertoire. Das Haus kann sich sehen lassen. Das ist ein sehr schöner Erfolg, den wir nur alle gemeinsam erringen konnten. Ich übergebe die Staatsoperette Dresden – mit 83 Prozent Auslastung – als ein gut bestelltes Haus.

"Kinder, schafft Neues!"

Was wünschen Sie Kathrin Kondaurow, Ihrer Nachfolgerin als Intendantin?

Alles Gute! Es gilt das Motto: "Kinder, schafft Neues!"

Sie haben schwierige Zeiten hinter sich, Sie haben eine Blutkrebs-Erkrankung überwunden, "nebenbei" das Haus geleitet, erfolgreich geleitet. Was wünschen Sie sich persönlich?

Wenn man zwei Mal eine Krebstherapie hinter sich hat, dann wünscht man sich bei jeder Untersuchung, die im Moment noch vierteljährlich gemacht wird, immer wieder dasselbe: Dass "Da ist nix" als Antwort kommt. Ich sehe der kommenden Zeit auch deswegen gelassen und mit schöner Erwartung entgegen, weil ich gelernt habe, lernen musste, wie kostbar Lebenszeit ist. Langeweile wird nicht aufkommen. Ich engagiere mich weiter in der Sächsischen Akademie der Künste. Ich unterrichte im Bereich Kulturmanagement in der International University. Ich werde mir Zeit nehmen für Literatur, Kammermusik, das Reisen ...

Das Gespräch führte MDR KULTUR-Musikedakteurin Bettina Volksdorf

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Opernmagazin | 22. Juni 2019 | 20:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Juli 2019, 04:00 Uhr

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