Ausstellung Pop-Art-Star Andy Warhol in Apolda

Das Kunsthaus Apolda Avantgarde zeigt seit Samstag rund 80 Originale des US-Pop-Art-Künstlers Andy Warhol (1928-1987). Unter dem Titel "Andy Warhol – The Original Silkscreens" präsentiert das Haus bis zum 1. Juli unter anderem den berühmten Siebdruck von Marilyn Monroe von 1967. Nach Angaben des Vereins sind auch die Werke "Campbell's Soup Cans" und "Flowers" zu sehen sowie das noch nie gezeigte "Sunsets". Wesentliche Arbeiten habe der Kunstförderer Heiner Friedrich zur Verfügung gestellt. Er habe über zwei Jahrzehnte mit Warhol zusammengearbeitet.

Apolda reiht sich damit ein in eine Liste großer Warhol-Ausstellungsorte ein: 2012 New York, 2013 Shanghai, 2013 und 2014 Wien. Auch in Chemnitz waren Bilder des Pop-Art-Stars vor nicht allzu langer Zeit zu sehen. Allerdings fiel das, was die Kunstsammlungen Chemnitz 2014 und 15 zeigten, etwas aus dem bunten Warhol-Rahmen: Der Zyklus hieß "Death and Disaster", Tod und Katastrophe. Apolda setzt nun einen drauf und präsentiert beides in einem: Pop und Probleme.

Mao als kapitalistisches Massenprodukt

Gezeigt wird auch die bekannte Folge von Mao-Konterfeis, in der Warhol das parteiamtliche Porträt des Großen Vorsitzenden zum Serienprodukt machte und als kapitalistisches Massenprodukt inszenierte. Das empfinden die Chinesen bis heute mit einigem Recht als Ironie, und so war Mao nicht dabei, als Warhols Bilder 2013 in Shanghai gezeigt wurden. In Apolda ist das natürlich kein Problem.

Der Erfinder der Pop-Art war nicht etwa der Produzent bunter Blasen, als der er manchmal wahrgenommen wird. Der wahre Warhol liegt unter der Oberfläche, und eines war er auch: geschäftstüchtig. Und vielseitig dazu. Immer auf der Suche nach großen Namen und großen Geschäften.

Das Original-Cover der Stones-Platte "Sticky Fingers"

Rolling Stones "Sticky Fingers"
Ebenfalls von Warhol entworfen: Das Cover zu "Sticky Fingers" von den Rolling Stones. Das Original ist derzeit in Apolda. Bildrechte: Universal Music

In seiner New Yorker Factory gaben sich die Großen die Klinke in die Hand. Dazu zählten Schauspieler und Schriftsteller genauso wie Musiker. Andy Warhol gründete mit "Velvet Underground" sogar eine eigene Band, aber auch Bob Dylan, Mick Jagger oder Jim Morrison gaben sich in der Factoy die Ehre - und Andy Warhol manchmal einen Auftrag, zum Beispiel für ein Platten-Cover. So gestaltete Warhol das Cover des Rolling-Stones-Albums "Sticky Fingers". Die Besucher im Kunsthaus können das Original-Cover von 1971 bewundern, signiert von Andy Warhol.

Für die Ausstellung hat das Kunsthaus ein umfangreiches Begleitprogramm aufgelegt. Zu Vorträgen, Konzerten und Filmen gesellt sich eine Besonderheit. Nicht zum ersten Mal begleitet der Autor Klaus Jäger, der schon mehrere Krimis veröffentlich hat, eine Ausstellung mit einer eigens dafür verfassten Erzählung. Sie heißt "So finster die Nacht", und es geht darin um die Freundschaft Warhols mit dem Schriftsteller Truman Capote. Jäger macht sich auf die Suche und kann am Ende seiner Story zumindest sagen, welches Schicksal die Bilder aus der historischen ersten Ausstellung von Andy Warhol genommen haben.

Warhol hatte sich nach seinem Studium einen Namen als Gebrauchsgrafiker in New York gemacht. Nach 1960 war er einer der Mitbegründer der Pop-Art. Vor allem die bis dahin kommerziell genutzten Siebdrucke avancierten bei ihm zur Kunst. Warhol nutzte das Verfahren auch zu politischen Aussagen, wie in dem Zyklus "Flash" zum Kennedy-Attentat.

Informationen zur Ausstellung "Andy Warhol - The Original Silkscreens"

14.01.2018 bis 1.07.2018
dienstags bis sonntags 10:00 - 17:00 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. Januar 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2018, 11:46 Uhr

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