Film und Fernsehen Anna Maria Mühe fordert Gleichstellung in der Filmbranche

Die Schauspielerin Anna Maria Mühe sieht Nachholbedarf bei der Gleichstellung von Männern und Frauen im Film. Mühe forderte bei MDR KULTUR eine gleiche Bezahlung beider Geschlechter: "Eine unangenehme Erfahrung, die wir Frauen ständig alle machen, ist, dass wir für die gleiche Arbeit weniger bezahlt bekommen als der männliche Part. Verstehe ich nicht, macht in meinem Kopf keinen Sinn, würde ich gerne ändern."

Im vergangenen Jahr spielte Mühe in der Serie "Die Neue Zeit" die junge Künstlerin Dörte, die sich in den 1920er-Jahren am Bauhaus behaupten will – gegen ihre männlichen Mitstudenten. Mit bürgerlichem Namen hieß die Künstlerin Dorothea Helm, es hat sie tatsächlich gegeben. Seit den 20er-Jahren habe sich in Sachen Gleichberechtigung vieles noch nicht geändert, findet Mühe.

Eine Vorliebe für ernste Stoffe

Aktuell ist Anna Maria Mühe in dem Kinofilm "Lassie come home" zu sehen, eine deutsche Neuverfilmung des US-amerikanischen Familienklassikers, bekannt durch seinen heldenhaften Hund. Mühe spielt die Mutter des jungen Protagonisten. Es ist eine ihrer seltenen leichteren Rollen. Denn normalerweise zieht es die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin hin zu den ernsten Stoffen.

Vor solchen Drehs stürzt sie sich in intensive Recherchen. So ist sie für die Netflix-Serie "Dogs of Berlin" in ein Berliner Arbeitsamt gegangen, hat dort Besucherinnen und Besucher studiert, bevor sie sich selbst in Sabine Ludar aus Marzahn verwandelte.

Für den Fernseh-Dreiteiler "Mitten in Deutschland: NSU" wiederum setzte sich die Schauspielerin in die Gerichtsverhandlungen mit Beate Zschäpe. Die Auseinandersetzung mit den Rollen habe sie schon immer fasziniert, so die 34-Jährige.

Schauspielerei ist für sie schwere Arbeit

Dieser Teil ihrer Arbeit werde allerdings von den Zuschauern kaum wahrgenommen: "Die denken immer, es ist alles so einfach – man lernt seinen Text, und dann geht man da hin und liefert ab, und dann darf man auch noch auf den roten Teppich. Dass das alles schwere Arbeit ist – auch emotional schwere Arbeit – wird oft vergessen", so Mühe.

Im März wird Anna Maria Mühes neueste Produktion zu sehen sein: "Unsere wunderbaren Jahre", ein Dreiteiler der ARD, ein Familiendrama im Nachkriegsdeutschland, beruhend auf dem gleichnamigen Roman von Peter Prange. Wieder ein schwerer Stoff, wieder eine aufwendige Recherche.

"Unsere wunderbaren Jahre" im TV Mittwoch, 18. März 2020
Samstag, 21. März 2020
Mittwoch, 25. März 2020

jeweils um 20:15 Uhr in Das Erste

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Februar 2020 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2020, 04:00 Uhr

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