Biografie Clara Schumann: Klavier-Virtuosin und achtfache Mutter

(1819-1896)

Clara Schumann war das zweite Kind des Musikpädagogen und Klavierhändlers Friedrich Wieck und dessen erster Frau Marianne. Sie kam am 13. September 1819 in Leipzig zur Welt. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt die kleine Clara, die seit der Trennung der Eltern beim Vater aufwuchs, von diesem Klavierunterricht nach einer von ihm selbst entwickelten Lehrmethode.

Erster öffentlicher Auftritt mit neun Jahren

Clara Schumann
Bildrechte: imago/United Archives

In dem Können seiner Tochter wollte Wieck gewissermaßen eine Beglaubigung seiner Methode und seiner Befähigung für höchste Kunstausbildung erkannt wissen und verfolgte dieses Ziel mit Härte.

Am 20. Oktober 1828 debütierte die 9-jährige als Klavier-Virtuosin im Leipziger Gewandhaus. In den folgenden Jahren erwarb sie sich spielend die Anerkennung als bedeutendste Pianistin in ganz Europa. Der österreichische Kaiser ernannte die Künstlerin am 15. März 1838 zur k.k. Kammervirtuosin, eine Auszeichnung, die vorher kaum einer Ausländerin zugekommen war. Die Gesellschaft der Musikfreunde wählte sie zum Mitglied.

Clara Schumann lernte auf ihren ausgedehnten Konzertreisen berühmte Zeitgenossen kennen: mit Mendelssohn und Liszt konzertierte sie, Grillparzer widmete der berühmten Künstlerin ein Gedicht ("Clara Wieck und Beethoven"), der 82-jährige Goethe hörte sie in Weimar spielen, in einer Privataudienz spielte die Pianistin der Königin von Dänemark vor. Bekanntschaften schloss das Mädchen auch mit Chopin, Paganini, Berlioz, Meyerbeer.

Der schwierige Anfang einer Liebesbeziehung

Robert Schumann kam 1830 ins Haus Wieck, um Klavierunterricht zu nehmen. Nachdem Schumann 1837 um die Hand der 18-jährigen Tochter seines Lehrers angehalten hatte, untersagte Wieck jeglichen Kontakt zwischen den jungen Leuten, konnte jedoch deren Liebe zueinander nicht unterbinden. Nach dreijährigem, zähem Ringen heiraten Clara und Robert Schumann am 12. September 1840, gegen den Willen Friedrich Wiecks.

Trotzdem ihr Beruf nun zugunsten des Gatten in den Hintergrund rückte, trat Clara Schumann weiterhin auf. Ihr erfolgreiches Gastspiel im Frühjahr 1844 in St. Petersburg gipfelte in der Ernennung zum Ehrenmitglied der Philharmonischen Gesellschaft. Parallel dazu unterrichtete sie am Leipziger Konservatorium.

Aus Rücksicht auf Schumanns Gesundheit übersiedelte das Paar im Herbst 1844 von Leipzig nach Dresden. Ein weiterer Umzug war nötig, nachdem Schumann zum Städtischen Musikdirektor in Düsseldorf ernannt worden war. Im September 1850 machte der 20-jährige Johannes Brahms dort seine Aufwartung, von dessen noch unbekannten Kompositionen die Schumanns sofort eingenommen waren. Dies war der Beginn einer intensiven Freundschaft.

Erfolgreiche Konzertreisen ins In- und Ausland

Nach Robert Schumanns Tod am 29. Juli 1856 war Clara gezwungen, für den Unterhalt ihrer sieben Kinder alleine aufzukommen. Sie zog sie zu ihrer Mutter nach Berlin, die seit 1825 von Wieck geschieden war. Als Pianistin unternahm Clara Schumann weiterhin erfolgreiche Konzertreisen im In- und Ausland.

1878 nahm sie die Stellung einer ersten Klavierlehrerin am neu gegründeten Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main an. Zu dieser Zeit ging sie daran, das Gesamtwerk ihres Mannes herauszugeben. 1891 stellte sich bei der inzwischen 72jährigen ein Gehörleiden ein, weshalb sie ein Jahr später gezwungen war, ihre Lehrtätigkeit einzustellen. Bis zu ihrem Tod gab sie nur noch privaten Unterricht und spielte im Kreise ihrer Freunde Klavier. Am 20. Mai 1896 starb Clara Schumann in Frankfurt am Main und wurde auf dem Bonner Friedhof im Grab ihres Mannes beigesetzt.

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2005, 16:19 Uhr

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