Ein Fahrradfahrer fährt in der Nähe des Veranstaltungsgeländes an dem auf eine Mauer gesprühten Schriftzug Echo Jazz vorbei.
Die auf dem Kampnagel-Gelände für den 31. Mai geplante Veranstaltung fällt aus. Bildrechte: dpa

Nach Kollegah-Eklat Verleihung des Echo Jazz entfällt

Ein Fahrradfahrer fährt in der Nähe des Veranstaltungsgeländes an dem auf eine Mauer gesprühten Schriftzug Echo Jazz vorbei.
Die auf dem Kampnagel-Gelände für den 31. Mai geplante Veranstaltung fällt aus. Bildrechte: dpa

Nach dem Eklat um den Musikpreis Echo soll jetzt auch die Verleihung des Echo Jazz entfallen. Der in Berlin ansässige Bundesverband Musikindustrie teilt auf seiner Homepage mit, die Veranstaltung am 31. Mai auf dem Kampnagel-Gelände in Hamburg werde nicht stattfinden. Ende April hieß es noch, die Jazz-Preise würden an diesem Tag in kleinerem Rahmen und ohne TV-Übertragung vergeben.

"Auf positiven Neubeginn konzentrieren"

"Angesichts der bevorstehenden Neupositionierung" sei es konsequent, "die diesjährige Verleihung ausfallen zu lassen und sich ganz auf einen positiven Neubeginn der Musikpreise zu konzentrieren", heißt es auf der Seite. Die bereits im März von der Jury gewählten Echo Jazz-Preisträger würden auf Wunsch ihre Auszeichnungen persönlich erhalten. Mit dem Echo Jazz 2018 gekürt werden sollten Ambrose Akinmusire, Norah Jones, das Omer Klein Trio und Markus Stockhausen.

Nach der umstrittenen Ehrung der Rapper Kollegah und Farid Bang hatte der Musikverband angekündigt, den auf Verkaufszahlen beruhenden Echo ganz abzuschaffen und auch den Echo Jazz sowie den Echo Klassik zu überarbeiten. Auf seiner Facebook-Präsenz stellte der Bundesverband in diesem Zusammenhang klar, dass sowohl der Echo Jazz als auch der Echo Klassik im Gegensatz zum Echo Pop keine auf Verkaufszahlen beruhenden Auszeichnungen gewesen seien, sondern reine Jury-Preise - mit einer Ausnahme "und zwar in der Kategorie Bestseller". Der Echo Klassik sollte am 14. Oktober im Berliner Konzerthaus vergeben werden.

Im Mittelpunkt des Eklats stand das Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3", das als antisemitisch kritisiert wurde. Zahlreiche Künstler hatten aus Protest gegen die Nominierung und den Auftritt der Rapper ihre Echos zurückgegeben.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR | 11. Mai 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2018, 14:11 Uhr

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