Bilanz zum Jubiläumsjahr Neue Impulse: Organisatoren blicken zufrieden auf Bauhaus-Jahr zurück

Andreas Höll, MDR KULTUR; Annemarie Jaeggi (Direktorin Bauhaus-Archiv Berlin); Wolfgang Holler (Generaldirektor Klassik Stiftung Weimar), Regina Bittner (Stellvertretende Direktorin Stiftung Bauhaus Dessau) bei der Podiumsdiskussion in Dessau 60 min
Bildrechte: Stiftung Bauhaus Dessau/Yvonne Tenschert

Die Organisatoren des Jubiläumsjahres "Bauhaus 100" haben am Donnerstagabend ein positives Fazit zu den Feierlichkeiten gezogen. Bei einer Podiumsdiskussion im neu eröffneten Dessauer Bauhausmuseum blickten die stellvertretende Direktorin der Dessauer Stiftung Bauhaus, Regina Bittner, der Generaldirektor der Weimarer Klassik Stiftung, Wolfgang Holler und die Direktorin des Bauhaus-Archivs Berlin, Annemarie Jaeggi, in einer Podiumsdiskussion zusammen mit dem Architektur-Redakteur von MDR Kultur, Andreas Höll, auf das vergangene Jahr zurück. Dabei betonten die drei Organisatoren, wie sich "der Blick auf das Bauhaus geweitet hat", so Regina Bittner.

Dickes Besucherplus

Bereits die Zahlen würden den Erfolg widerspiegeln: Laut den Direktoren haben mehr Menschen als erwartet die unterschiedlichen Bauhaus-Einrichtungen besucht. Regina Bittner sprach von insgesamt 270.000 Personen, die in der Region Dessau unterwegs waren. Ähnlich begeistert zeigte sich auch Wolfgang Holler, der von 15 Prozent mehr Besuchern berichtete:

Besonders erfreut bin ich über den veränderten Besucherzuschnitt. Vorher war unser Publikum von oberstudienrätlichem Bildungsbewusstsein geprägt und über 60 Jahre alt. Die wunderbare Mischung, die wir jetzt haben, verdanken wir dem Bauhaus-Jubiläum.

Wolfgang Holler, Generaldirektor Klassik Stiftung Weimar

Neue Pläne fürs Berliner Archiv

Dabei wurde auch auf das Streitthema eingegangen, ob es in Deutschland nach dem Museumsneubauten in Weimar und Dessau auch noch einen Anbau in Berlin brauche. Für Annemarie Jaeggi stellt sich diese Frage nicht, weil verschiedene Museen auch unterschiedliche Perspektiven auf die Designschule ermöglichen würden. In diesem Zusammenhang sprach Jaeggi auch über die Pläne zur Erweiterung des Berliner Archivs, für die Volker Stab verantwortlich ist. Der erfahrene Architekt hat als Gegenstück zum historischen, von Walter Gropius entworfenen Bau einen fünfstöckigen, gläsernen Turm geplant, der nach der Fertigstellung den neuen Eingang bilden soll.

Projekte in ganz Deutschland realisiert

Das diesjährige Jubiläum, sollte jedoch nicht auf die drei zentralen Museen beschränkt bleiben. Durch verschiedene Anregungen und Kooperationen wurden Projekte in ganz Deutschland realisiert.

Für mich war es eine der größten Überraschungen, wieviele Projekte in Deutschland entstanden sind. Da stecken nicht wir dahinter, das sind alles eigenständige Inititiaven. Es wurde so viel herausgefunden, das wird uns noch die nächsten zehn Jahre beschäftigen.

Annemarie Jaeggi, Direktorin Bauhaus-Archiv Berlin

Insgesamt wurde das Bauhaus in den vergangenen Monaten in neuen Kontexten betrachtet: So fragte die Dessauer Ausstellung "Bauhaus sammeln", wie die Designobjekte durch die Welt gegangen sind. Das Bauhaus sollte als eine kosmopolitische, weltoffene Bewegung gezeigt werden, so Regina Bittner. In Weimar konzentrierte man sich hingegen mehr auf die Wurzeln und die Frage, woher der Wille zur Moderne in Weimar kam. Die drei Direktoren sind sich sicher, dass "Bauhaus 100" neue Sichtweisen auf die Designschule eröffnet hat. Zum Schluss versprachen sie, die gesammelten Erkenntnisse in Zukunft zugänglich zu machen und so neue Forschung zu ermöglichen.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. Dezember 2019 | 07:40 Uhr

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