Bauhausgebäude in Dessau
Der Ort der Gesprächsrunde am Dienstagabend: Das Dessauer Bauhaus. Bildrechte: imago/Schöning

Gesprächsrunde Bauhaus Dessau gerät erneut in die Kritik

Nach der Absage des Konzertes mit Feine Sahne Fischfilet hat sich das Bauhaus Dessau am Dienstagabend seinen Kritikern gestellt. Bei der öffentlichen Gesprächsrunde erntete Stiftungsdirektorin Claudia Perren erneut Widerspruch.

Bauhausgebäude in Dessau
Der Ort der Gesprächsrunde am Dienstagabend: Das Dessauer Bauhaus. Bildrechte: imago/Schöning

In Dessau haben am Dienstagabend Vertreter des Bauhauses Fragen zur Absage des Konzertes mit der Punkband Feine Sahne Fischfilet beantwortet. Zu der öffentlichen Gesprächsrunde hatte die Bauhaus-Stiftung eingeladen, nachdem die Absage von vielen Seiten kritisiert worden war.

Dr. Claudia Perren, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau
Claudia Perren, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau Bildrechte: dpa

Der Architekturkritiker Günter Kowa sagte MDR KULTUR, Stiftungsdirektorin Claudia Perren habe bei der Veranstaltung ihre Entscheidung gegen das Konzert verteidigt. Sie habe die Absage erneut damit begründet, dass sie das Welterbe Bauhaus habe schützen wollen. Dafür sei Perren bei der Gesprächrunde mit "einhelliger Kritik" konfrontiert gewesen. Im Laufe des Abends habe Perrens Argument immer schwächer gewirkt.

Vorwurf der mangelnden Haltung

Kowa zufolge wurde auch die ursprüngliche Aussage des Bauhauses kritisiert, die Einrichtung sei unpolitisch und deshalb der falsche Ort für das Konzert. Perren sei "von praktisch allen, die sich dort geäußert haben, in diesem Punkt immer wieder angegangen worden", so Kowa. Tenor der Besucher sei gewesen, "dass man im Gegenteil politisch Haltung gezeigt hätte, wenn man dieses Konzert hätte stattfinden lassen." Das Bauhaus hatte sich schon vor der Gesprächsrunde dafür entschuldigt, sich zunächst als unpolitisch dargestellt zu haben.

Das Konzert sollte ursprünglich am 6. November stattfinden und für das ZDF im Bauhaus aufgezeichnet werden. Vor der Absage hatten CDU und AfD gegen die Veranstaltung protestiert, weil sie Feine Sahne Fischfilet als linksextrem einstufen. Zudem hatten rechte Gruppierungen in sozialen Netzwerken mobil gemacht. Die Absage hatte tagelange Diskussionen ausgelöst. Die Band hat inzwischen einen neuen Ort für ein Konzert am 6. November gefunden: die Alte Brauerei in Dessau.

Feine Sahne Fischfilet nennt Bauhaus-Entscheidung "peinlich"

Unterdessen hat der Sänger der Band Feine Sahne Fischfilet, Jan "Monchi" Gorkow, seine Kritik am Bauhaus bekräftigt. Er sagte den "Stuttgarter Nachrichten" vom Mittwoch, das ursprüngliche Statement des Bauhauses sei "sehr erbärmlich" gewesen: "Ich finde, dass alles, was das Bauhaus Dessau von Anfang an gemacht hat, peinlich ist."

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 31. Oktober 2018 | 11:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2018, 13:34 Uhr