Trauer Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel gestorben

Heinrich Apel, 2001
Der Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel Bildrechte: dpa

Der Bildhauer und Restaurator Heinrich Apel ist im Alter von 85 Jahren gestorben, wie seine Familie am Donnerstag mitteilte. Sachsen-Anhalts Kulturminister Robra würdigte ihn als "bedeutende künstlerische Persönlichkeit und beeindruckenden Menschen". Ideenreich und in besonderer Formensprache habe er Werke geschaffen, "die sich tief ins Bewusstsein der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt eingeprägt haben". Anerkennung gebühre ihm außerdem für seine Arbeit als Restaurator an den Domen von Magdeburg, Halberstadt und Stendal.

Ideenreich als Künstler und Restaurator

Verschiedene Figuren speien am Rande des Faunbrunnens in Magdeburg, 2016
Apels Faunbrunnen in Magdeburg Bildrechte: dpa

Wer aufmerksam durch die Innenstadt Magdeburgs läuft, kommt mit Apels Kunst im wahrsten Sinn des Wortes in Berührung. Er gestaltete nicht nur Brunnen und Türen, sondern auch Türklinken wie die Paradiespforte des Domes. Zu seinen bekanntesten Skulpturen gehört der Mann mit Hut am Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen.

Apel wurde 1935 in Schwaneberg im Sülzetal geboren. Zum Studium ging er an die Hallenser Kunsthochschule Burg Giebichenstein. 1959 kam er nach Magdeburg und begann, als freischaffender Künstler zu arbeiten. Neben seinen Außenraumplastiken, die auch in Berlin und Dresden zu finden sind, hat er außerdem Collagen, Textilien Kleinplastiken und Bilder geschaffen.

Mit Verdienstorden von Sachsen-Anhalt geehrt

Eine Hand greift zur Klinke an der Tür zum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg.
Türklinke am Kloster Unser Lieben Frauen Bildrechte: dpa

1966 erfolgte unter seiner künstlerischen Leitung der Wiederaufbau des "Magdeburger Reiters". Apel hatte großen Anteil am Wiederaufbau der St. Petri Kirche Magdeburg. Der Till-Eulenspiegel-Brunnen am Alten Markt, der Faunbrunnen in der Leiterstraße oder die Klinken am Kloster Unser Lieben Frauen und am Dom wurden fantasievoll von ihm gestaltet. Im Jahr 2000 überließ er eine Sammlung seiner Werke der Stadt Haldensleben zur Präsentation auf Schloss Hundisburg. 2019 wurde Apel für seine außergewöhnlichen Verdienste mit dem Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt geehrt.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 04. Juni 2020 | 13:30 Uhr