Spielzeit 2020/21 Bühnen Halle präsentieren Programm der neuen Saison

Die Oper Halle mit mehreren Menschen im Vordergrund. 8 min
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MDR KULTUR - Das Radio Di 30.06.2020 15:30Uhr 08:29 min

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Von "Solo Sunny" bis "La Traviata" reicht das Programm in der nächsten Saison an den Bühnen Halle: Kein Stück wird länger als 90 Minuten dauern, auch die Eröffnungsgpremiere mit Verdi an der Oper nicht. Alle Aufführungen in Schauspiel, Musik- und Tanztheater würden spannend, kreativ und für verkürzte Dauer inszeniert, teilten die Intendanten und Ensembles der Bühnen Halle am Dienstag in einer Pressekonferenz mit. Bühnen- und Zuschauerräume seien umgebaut worden, um Abstands- und Hygiene-Regeln einzuhalten.

"Transit" am Schauspiel

Angesichts der hinter den Bühnen Halle liegenden Personal-Querelen erklärte Schauspiel-Intendant Matthias Brenner, er starte erleichtert und neugierig in die neue Saison. Zu den Theater-Höhepunkten zählen demnach die Inszenierung von "Transit" nach Anna Seghers' Roman und "Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten" von Peter Handke – ein Stück ohne Worte, das nur aus Bildern und Regieanweisungen für dutzende Schauspieler besteht. Im Thalia Theater ist ab September unter anderem "Mit der Faust in die Welt schlagen" nach dem Debütroman von Lukas Rietzschel zu sehen. Rietzschel erkundet darin, wie junge Männer in Sachsen zu Neonazis werden. Das neue theater plant, ab 8. April 2021 den 40. Geburtstag mit einer Festwoche zu begehen.

Verdi und Auftragswerk in der Oper, Beethoven mit der Staatskapelle

Die Oper zeigt zehn Neuproduktionen, darunter zwei Ballette. Dabei werden die Premieren in der ersten Spielzeithälfte nur in kammermusikalischer Besetzung und ohne Pause gezeigt. Das Ballett probte auf dem Höhepunkt der Corona-Krise zunächst zu Hause, per Videoschalte, neuerdings in einer Sporthalle auf 1.800 Quadratmetern, ebenfalls mit sechs Metern Abstand. Glücklicherweise gibt es ein Paar in der Compagnie, sodass ein Pas de deux denkbar sei, hieß es.

Mit einem furiosen Ausstand des scheidenden Opern-Intendanten Florian Lutz ist nicht zu rechnen. Verwiesen wurde stattdessen auf die Uraufführung von "Im Stein" nach dem Roman von Clemens Meyer, ein Auftragswerk der Oper Halle, das schon 2019 zu sehen sein sollte. Neue Musik soll ein Schwerpunkt werden. Außerdem finden sich fünf große Opernwerke im Spielplan, neben Verdis "La Traviata" noch "Teseo", das ursprünglich als Eröffnung der Händelfestspiele 2020 geplant war. Für das Festival 2021 ist Händels Oratorium "Brockes-Passion" als szenische Produktion vorgesehen. Wer Regie führt, steht allerdings noch nicht fest. Mit Beethoven- Symphonien startet Anfang September erstmal die Staatskapelle, die noch von Ariane Matiakh, bis Januar Generalmusikdirektorin, dirigiert wird. Vorerst sind auch hier nur kleine Formate möglich.

Puppentheater spielt "Der kleine Prinz"

Auf dem Spielplan des Puppentheaters stehen fünf neue Inszenierungen, darunter "Der kleine Prinz" nach Antoine de Saint-Exupéry in der Fassung von Peter Sloterdijk für Erwachsene. Wieder aufgenommen wird Dino Buzzatis "Das Geheimnis des alten Waldes", das bereits vor fünfzehn Jahren zu sehen war.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 30. Juni 2020 | 16:10 Uhr