Christopher Walken in  - Deer Hunter
Christopher Walken im Film "Die durch die Hölle gehen" - für seine Rolle als traumatisierter Soldat erhielt er 1979 den Oscar. Bildrechte: IMAGO

75. Geburtstag Christopher Walken - der Spezialist fürs Schräge

Niemand tanzt so genial durch eine Hotellobby, niemand verleiht dem Bösewicht einen so irren Blick wie er: Auch nach hundert Filmen ist der US-amerikanische Schauspieler Christopher Walken noch gut im Geschäft. Heute wird er 75 Jahre alt.

Christopher Walken in  - Deer Hunter
Christopher Walken im Film "Die durch die Hölle gehen" - für seine Rolle als traumatisierter Soldat erhielt er 1979 den Oscar. Bildrechte: IMAGO

Irre, morbide, schräg, verstörend: Positiv sind die Attribute nicht unbedingt, die man mit Christopher Walken in Verbindung bringt. Doch genau dieser Ausstrahlung hat der Schauspieler mit den stechenden Augen wohl viele seiner Rollen zu verdanken. Egal ob als Vietnam-Veteran Captain Koons in "Pulp Fiction", als kopfloser Reiter in "Sleepy Hollow" oder als Vater von Leonardo di Caprio in "Catch me if you can", Walken schafft es immer, auch in Nebenrollen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Schauspieler und Oscar-Gewinner Christopher Walken
Christopher Walken dreht auch mit 75 Jahren noch Filme. Bildrechte: dpa

Geboren wurde Walken als Sohn eines deutschen Bäckers am 31. März 1943 im New Yorker Stadtteil Queens. Mit drei Jahren posierte er bereits für Werbefotos, mit zehn hatte er seinen ersten Fernsehauftritt. Von da an ging es mit seiner Karriere stetig aufwärts, er spielte zahlreiche Rollen im Kino und am Broadway, und wurde 1979 für seine Rolle eines in Vietnam traumatisierten Soldaten im Film "Die durch die Hölle gehen" mit einem Oscar ausgezeichnet. Bis heute hat Walken in über hundert Filmen mitgespielt, in etwa gleich vielen Theaterstücken stand er auf der Bühne.

Immer in Bewegung

Doch Walken ist nicht nur ein talentierter Schauspieler, er ist auch ein begnadeter Tänzer. In vielen seiner Filme gibt es Tanzeinlagen, einige Regisseure ändern extra das Drehbuch für ihn. 2001 erlangte Walken Kultstatus mit seiner Performance in Spike Jonzes Musikvideo zum Song "Weapon of choice" von Fatboy Slim, in dem er durch eine leere Hotellobby tanzte.

Das Archivbild von 1999 zeigt den im Volksmund "Der kopflose Reiter" genannten mutmaߟlichen Serienmörder (Christopher Walken), der im neuen Kinofilm "Sleepy Hollow" (Szenenfoto) mit Axt und Schwert auf ein neues Opfer losstürmt.
Christopher Walken in "Sleepy Hollow" (1999). Bildrechte: dpa

Auch heute steht der Star mit der tiefen, kratzigen Stimme und den hoch gekämmten Haaren weiter vor der Kamera. Als nächstes spielt er einen zurückgezogen lebenden Künstler, der in einen mörderischen Kunstbetrug verwickelt wird. Die Dreharbeiten zu dem Neo-Noir-Thriller "The Burnt Orange Heresy" sollen im Sommer in Italien beginnen, wie der "Hollywood Reporter" kürzlich berichtete.

Vom Hollywood-Trubel hält sich Walken gewöhnlich fern. Der seit fast 50 Jahren mit einer Casting-Direktorin verheiratete kinderlose Star lebt auf dem Land im US-Staat Connecticut, nordöstlich von New York. Er war aber in eine der großen Tragödien der Traumfabrik verwickelt, als 1981 die Schauspielerin Natalie Wood bei einem gemeinsamen Bootsausflug ertrank. Was zu ihrem Tod führte, ist bis heute unklar.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 31. März 2018 | 16:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. März 2018, 01:00 Uhr