Eine Patronenhülse und ein Aufsteller mit einer Drei werden auf einem Fußboden mit Kreise eingekreist
Die Spurensicherung hilft nicht immer, einen Fall zu klären. Bildrechte: Colourbox.de

Serien-Tipps Cold Cases – ungeklärte Fälle in Krimiserien

Deutschland ist ein Krimiland. Leichen pflastern den Weg des TV-, Streaming- oder Kinokonsumenten. Doch wo Opfer sind, müssen Täter sein, und wo Täter sind, Ermittler. Die sollten das Verbrechen schon aufklären – schließlich will das Publikum wissen, wer wie woran Schuld ist. Mit einem ungelösten Fall, mit einem "Cold Case", lässt es sich ungern abspeisen. Es sei denn, man findet einen Dreh, "Cold Cases" dramaturgisch in den Handlungsablauf einzubauen. Hier sind drei herausragende Beispiele.

von Thomas Hartmann, MDR KULTUR

Eine Patronenhülse und ein Aufsteller mit einer Drei werden auf einem Fußboden mit Kreise eingekreist
Die Spurensicherung hilft nicht immer, einen Fall zu klären. Bildrechte: Colourbox.de

"Cold Case – Kein Opfer ist je vergessen"

Die US-Serie "Cold Case – Kein Opfer ist je vergessen" entstand zwischen 2003 und 2010. Auf Grund neuer Erkenntnisse – andere Zeugen, weitere Beweismittel etc. – wird eine einschlägige Einheit in alten Fällen aktiv, und das so erfolgreich, dass insgesamt die ansehnliche Zahl von 156 Folgen zusammenkam.

Der Reiz der Serie besteht vor allem darin, dass hier endlich Gerechtigkeit hergestellt wird. Und in Ausflügen in die Vergangenheit: Denn "Cold Case" bemüht sich, die Atmosphäre der Zeit einzufangen, in der es zur Tat kommt.

"Elementary"

Jonny Lee Miller und Lucy Liu
"Elementary" mit Jonny Lee Miller und Lucy Liu in den Hauptrollen Bildrechte: imago/Prod.DB

Normalerweise löst Sherlock Holmes seine Fälle bravourös. Wie hätte er sich sonst seinen guten Ruf erspielen sollen? Aber selbst ein Holmes kann schwächeln, und so besitzt er eine Ablage, in der die Misserfolge gesammelt werden. Diese Fälle kann Holmes natürlich immer wieder neu in Angriff nehmen. Oder seine Begleiterin Joan Watson.

Wie bei "Sherlock" macht man auch in "Elementary" die berühmteste Schöpfung Arthur Conan Doyles zum Mittelpunkt einer Serie, die im Hier und Jetzt angesiedelt ist. Und entsprechend angepasst wird. Holmes rätselt nun in New York, er berät das dortige Police Department, und Watson ist eine Frau – erst Holmes Suchtbetreuerin, dann ermittelnde Partnerin.

Die Serie lebt von den originellen Geschichten, dem Zusammenspiel der Hauptfiguren und ihrem Humor, der sich vor allem aus dem soziopathischen Verhalten von Holmes entwickelt.

"True Detective"

Ein Ritualmord an einer Frau. Grausam. Brutal. Bizarr. An die Aufklärung machen sich die beiden Polizisten Marty und Rust. Letzterer gelangt schnell zu der Überzeugung, dass diese Tat kein Einzelfall ist, mehr dahinter steckt. Und es dauert gar nicht lang, da stoßen sie bei ihren Ermittlungen auf das Verschwinden eines Kindes.

Matthew McConaughey
Matthew McConaughey spielt in "True Detective" den Detective Rustin Cohle Bildrechte: imago/PA Images

Marty und Rust sind in der ersten Staffel von "True Detective" ungeheuerlichen Verbrechen von erschreckender Dimension auf der Spur. Leider kann man nicht mehr verraten, denn wer diese erste Staffel noch sehen möchte, wäre mit Recht verärgert. Und sehen sollte man sie unbedingt.

Diese Season ist ein Meisterwerk: Intensiv, klug, auf unterschiedlichen Zeitebenen spielend, wird getragen von einem heterogenen Polizistengespann. Und Matthew McConaughey als Rust fasziniert. Insbesondere seine von tiefem Pessimismus getragenen Monologe.

Verbrechen lohnt sich nicht, sagt man. Die Ermittlungen in "Cold Case – Kein Opfer ist je vegessen", "Elementary" und "True Detective" beweisen – das stimmt zumeist. Freilich kann es dauern, ehe es sich herausstellt.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 03. April 2019 | 18:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. April 2019, 21:59 Uhr

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