Die Autorin Cornelia Funke
Autorin Cornelia Funke ist eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen Deutschlands. Bildrechte: dpa

Zum 60. Geburtstag Warum Cornelia Funkes "Tintenwelt" noch immer fesselt

Cornelia Funke gehört mit zu den erfolgreichsten Schriftstellerinnen Deutschlands. Mit dem ersten Band der Tintenwelt-Trilogie, "Tintenherz", ist ihr 2003 der internationale Durchbruch gelungen. Ihr Werke wurden seitdem in mehr als 30 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Zu ihrem 60. Geburtstag taucht MDR KULTUR-Literaturredakteurin Britta Selle noch einmal in die fantastische "Tintenwelt" ein und erklärt, warum die Bücher nicht nur etwas für junge Fantasy-Fans sind.

Die Autorin Cornelia Funke
Autorin Cornelia Funke ist eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen Deutschlands. Bildrechte: dpa

Cornelia Funke ist eine "Zauberfeder"

Die Hauptfigur Staubfinger wird in den "Tintenwelt"-Romanen als "Zauberzunge" bezeichnet, weil er beim Vorlesen Dinge, Menschen und andere Lebewesen aus Büchern herauslesen kann. Seine Schöpferin Cornelia Funke ist eine "Zauberfeder", denn sie erreicht es mit unglaublicher Leichtigkeit, ihre fantastischen Geschichten bildgewaltig lebendig werden zu lassen – gepaart mit Düsternis, Gefahren, immerwährender Hoffnung und auch mit unbekannten Geschmacksrichtungen und Gerüchen. Als passionierte Illustratorin, so sagt Funke, hat sie während des Schreibens gleich die passende Bilderwelt im Kopf.

Cornelia Funke stellt kluge Fragen

Wie in Märchen und Mythen geht es in der Tintenwelt um "Gut gegen Böse". In ihren schaurig schönen Geschichten fragt Funke eher, als dass sie Antworten gibt: Wenn einen Unrecht stört, was tut man dann? Wie viel Gewalt darf man anwenden, ohne die eigene Seele zu beschädigen? Gibt es Gerechtigkeit ohne Gewalt? Kann Gewalt zu Gerechtigkeit führen? Geht das überhaupt? Gemeinsam mit dem Leser denkt Funke darüber nach, was moralisch vertretbar ist und was nicht.

Cornelia Funke beherrscht die Magie des Erzählens

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Insgesamt erschienen drei "Tinten"-Bücher. Bildrechte: imago/Hoffmann

In der Tinten-Trilogie geht es auch um die Rolle des Schriftstellers, um die Magie des Erzählens. Hier nehmen Figuren aus Papier und Tinte reale Gestalt an und bestimmen das Leben der Lesenden. Was können Worte bewirken? Kann eine aufgeschriebene Geschichte den Lauf der Welt erklären oder ändern? Was bedeutet Fantasie? Funke hat Spaß am Fabulieren und verschenkt großzügig Lesevergnügen. Sie sieht sich als "Wortfischer" für all diejenigen, die Geschichten lieben.

Für Cornelia Funke ist die fantastische Welt eine wirkliche Welt

Jedes einzelne Funke-Buch reißt den Leser mit, die Erzählerin kommt schnell "auf den Punkt" und hält sich selten mit langatmigen Beschreibungen auf. Familienbande, Verwicklungen, unzählige Figuren, Schicksalsschläge, Freundschaften und Intrigen verbinden sich in Funkes Tinten-Romanen zu einer aufregenden Lektüre, die selbst über den Schluss hinaus in der Realität mitschwingt. Funke meint: "Ich schreibe Fantasy, weil die der Wirklichkeit näherkommt."

Cornelia Funke webt einen feinen Erzählteppich

Für den jungen, geübten Leser schreibt Cornelia Funke in einer wunderbar dichten, poetischen Sprache. Wie auf einem Erzählteppich gleiten wir durch ihre Geschichten. Nachvollziehbar und nachspürbar beschreibt sie Motive und Gefühle der vielen Protagonisten, die uns in den drei dicken Bänden begegnen. Vielleicht etwas verzwickt, manchmal auch etwas ausschweifend, aber auf jeden Fall hintersinnig und aufregend spannend.

Eine Szene aus dem Film Tintenherz, das auf dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke beruht
Das erste Buch der Trilogie, "Tintenherz", wurde auch von Hollywood verfilmt. Bildrechte: imago/Prod.DB

Audios zu Cornelia Funke und ihren Büchern

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Bildrechte: imago/Hoffmann

Theresa Liebig wollte als jüngere Schwester immer das machen, was die große Schwester machte. Las die ein Funke-Buch, las sie es auch. Daraus entwickelte sich eine Funke-Begeisterung. Eine ganz persönliche Betrachtung.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 07.12.2018 18:05Uhr 02:33 min

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Die Autorin Cornelia Funke 6 min
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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 07. Dezember 2018 | 18:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2018, 17:02 Uhr

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