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Dada in Zürich
Das Cabaret Voltaire heute Ein Blick ins Cabaret Voltaire heute, dass es noch so existiert, ist keine Selbstverständlichkeit, wie Direktor Adrian Notz erklärt: Bis in die 1970er-Jahre hinein war es immer noch das gleiche Restaurant, das hieß Meierei. In den 1970/80er-Jahren war es ein Pub, in den 1990er-Jahren war es mehr oder weniger geschlossen. 2001 wurde es besetzt von Künstlern, nachdem das ganze Gebäude von der Versicherungs-GmbH Swiss live gekauft worden war: "Da hatte man Befürchtungen, dass es Luxuswohnungen gibt und eine Apotheke reinkommt. Die Luxuswohnungen sind jetzt hier, aber die Apotheke konnte quasi verhindert werden. Durch diese Besetzung. Dass die Schweizer, Züricher überhaupt mal ein Bewusstsein dafür kriegten, dass sie ein kulturelles Erbe haben." Bildrechte: dpa
Dadaisten
Die Dadaisten, Lenin und die Weltrevolution Das sind sie alle verewigt im Wandfries, die ersten Protagonisten des Cabaret Voltaire in der Spiegelgasse 1. Ganz links rutscht Lenin aus dem Bild, er wohnte ein paar Hausnummern weiter und spann in seinem Zürcher Exil an der Weltrevolution. Angeblich schaute er ab und an auch beim Tingeltangel vorbei, wenn Hugo Ball lautierte oder Emmy Hennings sang. Bildrechte: dpa
Dada in Zürich
Das Cabaret Voltaire heute Ein Blick ins Cabaret Voltaire heute, dass es noch so existiert, ist keine Selbstverständlichkeit, wie Direktor Adrian Notz erklärt: Bis in die 1970er-Jahre hinein war es immer noch das gleiche Restaurant, das hieß Meierei. In den 1970/80er-Jahren war es ein Pub, in den 1990er-Jahren war es mehr oder weniger geschlossen. 2001 wurde es besetzt von Künstlern, nachdem das ganze Gebäude von der Versicherungs-GmbH Swiss live gekauft worden war: "Da hatte man Befürchtungen, dass es Luxuswohnungen gibt und eine Apotheke reinkommt. Die Luxuswohnungen sind jetzt hier, aber die Apotheke konnte quasi verhindert werden. Durch diese Besetzung. Dass die Schweizer, Züricher überhaupt mal ein Bewusstsein dafür kriegten, dass sie ein kulturelles Erbe haben." Bildrechte: dpa
Die Skulpturen "Blatt-Torso" und "Michstraßenträne" von Hans Arp sind im Arp-Museum in Remagen-Rolandseck vor einem Portrait des Künstlers zu sehen
Hans Arp erfindet zufällig die Collage Hans Arp (1886-1966), der sich hier im Hintergrund hält, ist einer der wenigen bildenden Künstler in der Zürcher Runde. Er erfindet zufällig die Collage. In einer Zeit, in der die Futuristen gerade die Welt des maschinellen Fortschritts feiern, zerreißt er Papier, lässt die Einzelteile fallen, um sie in abstrakten Mustern wieder zu fixieren - als Collage. Ein Prinzip, das der Deutsch-Franzose, der einst in Weimar studiert hatte, dann auch auf die Lyrik überträgt, indem er aus Zeitungen Worte oder Sätze ausschneidet und mehr oder minder zufällig kompiliert. Später wird er vor allem mit seinen Großplastiken Erfolge feiern. Bildrechte: dpa
Undatierte Aufnahme zeigt das Werk "Fountain" von Marcel Duchamp aus dem Jahr 1917
Duchamps "Brunnen" Noch radikalere Nicht-Kunst sind die ready mades von Marcel Duchamp, der die Kriegsjahre u.a. in New York verbringt. Für Aufsehen sorgt er 1917, als er ein Porzellanurinal umgekehrt aufstellt, es als "Brunnen" tituliert und mit "R. Mutt" signiert. So werden Gebrauchsgegenstände zu Kunst, nur indem sie der Künstler dazu erklärt. Damals eine Revolte gegen alle Regeln, heute würde man Konzeptkunst dazu sagen. Bildrechte: dpa
Eine Doppelbelichtung der Dada-Künstlerin Hannah Höch (Fotografie um 1930)
Von Heartfield bis Höch - Die Fotomontage oder Dada als Küchenmesser In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg experimentieren Hannah Höch, ihr Lebensgefährte Raoul Hausmann und John Heartfield mit den neuen Möglichkeiten der Fotografie. Scheinbar willkürlich angeordnete Fragmente aus Fotos und Zeitungen montieren sie zu Bildwerken, denen man "das Gemachte" ansehen soll. Furore macht Hannah Höchs "Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche" 1919/1920. Fotos aus der "Berliner Illustrirten Zeitung" von Albert Einstein bis Kaiser Wilhelm montiert sie in einer medialen Materialschlacht zum "Welt-Dada" - grotesk und chaotisch wie die Zeit. Bildrechte: dpa
DADA-Almanach
Flüstern und Schreien mit Buchstaben Vom Lautgedicht und der Performance über die Collage bis hin zur Fotomontage reicht das Spektrum der neuen Formen, die uns die Dadaisten schenkten. Damit zerlegten sie die Welt in ihre Bestandteile und setzten sie wieder neu zusammen. Da sie bei Wort und Laut anfingen, entdeckten sie auch die Typographie als Mittel, um mit Buchstaben zu flüsten und zu schreiben. Davon lässt sich die Werbung anregen. Die Dadaisten um ihren Netzwerker und PR-Strategen Tristan Tzara selbst schalten auffällige Anzeigen und fabrizieren Zeitungsenten, um sich ins Gespräch zu bringen. Echt viral. Bildrechte: Manesse Verlag
John Heartfield: Hurra, die Butter ist alle
Richard Huelsenbeck hat die Dada-Bewegung aus Zürich im Januar 1917 nach Berlin getragen, wo man im Begriff ist, "Brot aus Stroh zu backen", die Kohlrübe als "Torte, Hasenbraten und Malzbier" aufzutragen und "jede moralische Hemmung" fällt. Angesichts der Umstände wird die Dada-Bewegung in der deutschen Hauptstadt direkt politisch, sie richtet sich gegen Militarismus, Monarchie und Untertanengeist. John Heartfield kämpft auch nach dem Ende des Dada 1923 mit den Mitteln der Fotomontage weiter gegen den Wahnsinn der Zeit. Bildrechte: IMAGO
Die Titelseite der Arbeiter Illustrierten Zeitung (AIZ) hängt mit der Fotomontage "Mimikry" aus dem Jahr 1934 von John Heartfield
Heartfields Werke - hier die der Fotomontage "Mimikry" - erscheinen in der Arbeiter Illustrierten Zeitung (AIZ). Am Ende halten sie den Nationalsozialismus, der freilich auch die Dadaisten als entartet verfemen wird, nicht auf. Sie werden erneut zu Emigranten. Bildrechte: dpa
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