Axel Krause
Der Leipziger Maler Axel Krause steht im Zentrum der Debatte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Museum der bildenden Künste Leipziger Jahresausstellung: Podiumsdiskussion abgesagt

Axel Krause
Der Leipziger Maler Axel Krause steht im Zentrum der Debatte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Debatte um die Leipziger Jahresausstellung geht weiter: Die Schau soll nun zwar am 12. Juni auf dem Gelände der Baumwollspinnerei eröffnet werden, eine Podiumsdiskussion am Vorabend wurde nun aber nach Informationen von MDR KULTUR abgesagt. Offenbar gab es Unstimmigkeiten wegen der Besetzung des Podiums. Der Maler Axel Krause hatte zunächst erklärt, er werde nicht an der Diskussion teilnehmen, da das MdbK trotz vorheriger Zusage den Psychotherapeuten Hans-Joachim Maaz nicht ebenfalls offiziell eingeladen hätte. Als Reaktion auf die Absage Krauses sagte Alfred Weidinger, Leiter des Museums der bildenden Künste (MdbK), die Veranstaltung werde nun nicht mehr stattfinden.

Wer ist auf welcher Seite?

In einem Statement auf Facebook erklärte Axel Krause, er sei grundsätzlich gesprächsbereit: "Jedoch ist Ausgewogenheit und die Berücksichtigung meiner Wünsche, hinsichtlich der Gesprächspartner, eine notwendige Voraussetzung!" Diese Ausgewogenheit war für den Maler ohne Maaz nicht mehr gegeben. Zudem forderte er, MdbK-Chef Weidinger solle nicht am Podium teilnehmen.

Alfred Weidinger, neuer Direktor am Leipziger Bildermuseum.
Alfred Weidinger Bildrechte: MDR/Alexandra Fröb

Weidinger führte bei MDR KULTUR logistische Gründe für die letztendliche Absage der Veranstaltung an. Ihm sei es wichtig, bei solchen Anlässen zunächst persönliche Vorgespräche mit allen Podiumsteilnehmern zu führen. Dies sei aber aufgrund von Urlaub mit Maaz nicht möglich gewesen: "Wir müssen behutsam mit dem Thema umgehen, deswegen haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen." Weidinger erklärte gleichzeitig, er könne die Entscheidung, bei der nun stattfindenden Ausstellung keine Werke von Krause zu zeigen, nicht nachvollziehen.

Kritik aus der Politik

Eva Maria Stange
Eva-Maria Stange Bildrechte: dpa

Ähnlich äußerte sich auch Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD). Sie erklärte in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung, dass sie die Entscheidung, Axel Krauses Werke nicht auf der Jahresausstellung zu präsentieren, für falsch halte: "Wenn eine Fachjury entschieden hat, dass ein Werk dieses Malers aus künstlerischen Gründen gezeigt werden sollte, dann muss diese Entscheidung gelten. Es geht nicht, dass Menschen wegen ihrer politischen Haltung stigmatisiert und gesellschaftlich ausgeschlossen werden."

Tagelanges Hin und Her

Die Leipziger Jahresausstellung sollte ursprünglich bereits vergangene Woche beginnen, sie wurde allerdings abgesagt, weil die politischen Ansichten Krauses für Diskussionen sorgten. Einige Tage später entschied sich der organisierende Verein Leipziger Jahresausstellung dann doch dafür, die Schau stattfinden zu lassen - ohne die Werke Krauses, denn seine politischen Ansichten widersprächen den ethischen Grundsätzen des Vereins, hieß es von Seiten des Vereinsvorstands. Axel Krause hatte unter anderem auf seinem privaten Facebook-Profil Sympathien für die AfD und Kritik an der Flüchtlingspolitik geäußert.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 11. Juni 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2019, 20:43 Uhr

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