Franciska Zolyom, Kuratorin und Direktorin der Stiftung Galerie für Zeitgenoessische Kunst in Leipzig.
Franciska Zólyom, Kuratorin und Direktorin der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Bildrechte: dpa

Berufung durch Außenminister Gabriel Leipziger Galeristin kuratiert deutschen Beitrag bei Biennale Venedig 2019

Franciska Zolyom, Kuratorin und Direktorin der Stiftung Galerie für Zeitgenoessische Kunst in Leipzig.
Franciska Zólyom, Kuratorin und Direktorin der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Bildrechte: dpa

Die Leipziger Galerie-Direktorin Franciska Zólyom wird Kuratorin des deutschen Beitrags auf der Kunst-Biennale in Venedig 2019. Das teilte das Auswärtige Amt am Dienstag mit. Außenminister Sigmar Gabriel würdigte die gebürtige Ungarin als "eine herausragende Kuratorin". Zólyom stehe mit ihrer Vita und ihrem bisherigen Wirken für künstlerische Koproduktion und damit für einen pro-europäischen Kunstbegriff jenseits nationaler Grenzen.

Die Ernennung der Kuratorin folgt einer Empfehlung des Kunst- und Ausstellungsausschusses des Auswärtigen Amts. Ihm gehören Direktoren und Direktorinnen führender deutscher Kunstmuseen und Kunstexperten an.

Erste Ideen für den Pavillon sind da

Zólyom sagte MDR KULTUR, sie werde in Kürze nach Venedig reisen, sich den deutschen Pavillon ansehen und abwarten, welche Ideen das Gebäude in ihr wecke:

Als ich davon erfuhr, dass ich vom Kunstausschuss des Auswärtigen Amtes für diese Aufgabe ausgewählt wurde, hatte ich gefühlt fünf Ideen pro Minute. Jetzt heißt es, diese Ideen zu ordnen.

Franciska Zólyom bei MDR KULTUR

Dabei sei entscheidend, welche Fragestellung man dem internationalen Publikum in Venedig präsentieren wolle, so Zólyom. Davon hänge auch ab, ob sie für die Aufgabe mit mehreren Künstlern zusammenarbeite oder mit einem einzelnen.

Zólyom ist seit 2012 Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig. Nach einem Studium der Kunstgeschichte in Köln und Paris war sie Kuratorin am Museum Ludwig in Budapest. Weitere Stationen ihrer Karriere waren der Hamburger Bahnhof in Berlin und das Institute of Contemporary Art im ungarischen Dunaújváros. Auch an der Ausstellung "Lajos Kassák. Botschafter der Avantgarde" in der Berlinischen Galerie war sie beteiligt.

Eine der wichtigsten Kunstschauen der Welt

Die Biennale in Venedig gilt neben der documenta in Kassel als eine der wichtigsten Kunstschauen der Welt. In einer Parkanlage wird jedes Jahr wechselnd Kunst und Architektur präsentiert. 2017 gewann der von Susanne Pfeffer kuratierte und von der Künstlerin Anne Imhof gestaltete deutsche Pavillon den Goldenen Löwen. Zu sehen war eine fünf Stunden lange düstere Performance mit dem Titel "Faust".

Der deutsche Pavillon wurde in der NS-Zeit von den Nazis umgestaltet und für ihre Propaganda genutzt. Das Gebäude wurde 1908 ursprünglich als bayerischer Pavillon errichtet, 1938 grundlegend umgebaut und kurz darauf dem Deutschen Reich geschenkt. Die Nazi-Vergangenheit ist häufig Thema bei der Wahrnehmung und Gestaltung des deutschen Beitrags gewesen.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 23. Januar 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2018, 07:54 Uhr