Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden
Die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden Bildrechte: dpa

Gemälde aus dem 17. Jahrhundert Beutekunst kehrt nach Dresden zurück

Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden
Die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden Bildrechte: dpa

Nach über 70 Jahren ist das "Stillleben mit einem Hasen" von Pietro Francesco Cittadini (1616–1681) wieder in Dresden zu sehen. Das Beutekunst-Gemälde ist am Montag in Anwesenheit des georgischen Premierministers Mamuka Bakhtadze in der Gemäldegalerie Alte Meister präsentiert worden. Bundeskanzlerin Merkel hatte das um 1650 entstandene Ölgemälde im vergangenen Sommer bei einem Georgien-Besuch als Geschenk erhalten. Es hatte zu den rund 400 Kriegsverlusten der Gemäldegalerie Alte Meister gehört. Zuletzt befand es sich in Privatbesitz.

Nach Angaben der Staatlichen Kunstsammlungen wird das das 80 mal 130 Zentimeter große Bild zunächst bis zum 25. März in der Galerie Alte Meister ausgestellt. Danach wird es untersucht und restauriert. Ab Dezember soll es einen Platz in der ständigen Ausstellung bekommen.

"Eine wunderbare Bereicherung"

Der Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister, Stephan Koja, sprach bei MDR KULTUR von einer "wunderbaren Bereicherung". Das Bild habe für das Haus einen besonderen Wert, weil "es nur eines von zwei Stillleben ist im Rahmen unserer sehr großen italienischen Sammlung." Man habe sich schon länger um eine Aushändigung bemüht.

Das Jagdstillleben war war 1741 für Sachsens Kurfürsten und polnischen König Friedrich August II. erworben worden. Laut den Kunstsammlungen kam es 1936 als Leihgabe ins Offizierskasino, dann Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst auf ein Schloss und später in ein Bergungsdepot. Als dieses von den Museumsleuten Ende 1945 geräumt wurde, fehlte das Bild. Die Provenienzforscher gehen davon aus, dass das Bild gestohlen wurde.

Pietro Francesco Cittadini, Stillleben mit einem Hasen, um 1650
"Stillleben mit einem Hasen" von Pietro Francesco Cittadini (1659) ist bis zum 25. März 2019 in der Galerie Alte Meister in Dresden zu sehen. Bildrechte: Hans-Peter Klut/ Elke Estel

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 18. Februar 2019 | 16:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2019, 15:03 Uhr

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