Granada ist eine österreichische Mundart-Band aus Graz, fotografiert von Katharina Jessner
Pop in Mundart: die österreichische Band Granada Bildrechte: Katharina Jessner

Austropop Granadas lässiger Mundart-Pop

Indie-Pop aus Österreich ist angesagt. Wer dabei an Bilderbuch und Wanda denkt, darf auf keinen Fall Granada vergessen. Die Band aus Graz setzt auf Akkordeon und Mundart. Das klingt traditionell, strotzt aber nur so vor Witz und kosmopolitischem Esprit. Mit ihrem zweiten Album "Ge bitte" sind sie gerade auf Tour, auch in Mitteldeutschland. Am Freitag Abend spielt Granada im Erfurter "Kalif Storch".

von Marie-Kristin Landes, MDR KULTUR

Granada ist eine österreichische Mundart-Band aus Graz, fotografiert von Katharina Jessner
Pop in Mundart: die österreichische Band Granada Bildrechte: Katharina Jessner

Niemand wird gern verglichen – auch Granada nicht. Doch als die Grazer Band 2016 ihr Debütalbum "Granada" veröffentlichte, war der Österreich-Hype schon lange ausgebrochen. Für Granada hieß das: Einsortiert werden irgendwo zwischen dem experimentierfreudigen Sound von Bilderbuch und dem betont lässigen von Wanda.

Granadas Image: Gut gelaunter Indie-Pop mit Akkordeon. Die netten Jungs aus Graz. Klar, es gibt Schlimmeres. Trotzdem sind solche Schubladen für Bands anstrengend. Doch das Image wird nun einmal von Außen gezeichnet, sagt Sänger Thomas Petritsch:

Thomas Petritsch von der österreichischen Band Granada.
Thomas Petritsch, Sänger bei Granada Bildrechte: Philipp Ettel

Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man versucht authentisch zu bleiben. Und dass man das auch in den Songs wiedergibt, diese Authentizität, was einen beschäftigt und eigentlich auf den Punkt kommt. Und wenn man eher so Leichtigkeit hat im Sein, warum sollte man das nicht auf die Songs ummünzen können?

Granada singen gern in ihrer Mundart

Leicht, sommerlich klingen Granada auch auf ihrem zweiten Album "Ge bitte". Hört man jedoch über die Dur-Akkorde und das Akkordeon hinweg, fällt auf: In Granadas Texten stecken sehr viel Melancholie und Ernsthaftigkeit. All das natürlich auf Mundart. Sänger Thomas Petritsch spricht dabei von einem phonetischen Spiel: Hochdeutsch sei zwar "eine sehr schöne Sprache, aber mit der Schönheit auch sehr starr". Durch dialektale Färbungen dagegen ergäben sich schöne Facetten.

Diese Facetten nutzt bisher kaum eine deutschsprachige Band so cool und locker wie Granada. Dabei ist es auch für die Grazer gar nicht so leicht auf Mundart zu singen, erklärt Thomas Petritsch: "Das ist immer ein bisschen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kann es ja sehr cool sein. Andererseits kann es aber auch sehr in die Hosen gehen." Denn wenn man den Dialekt nicht richtig beherrsche, wirke es schnell unauthentisch.

Granada haben sich mit Album Nummer zwei weiterentwickelt, setzen noch selbstbewusster Mundart ein. Auch die Banddynamik ist eine andere. Die Band sei inzwischen mehr zusammengewachsen, findet Thomas Petritsch: "Es ist einfach auch ein ganz anderes Spielgefühl im Proberaum."

Die neuen Songs wurden live erprobt

An vielen Songs auf "Ge bitte" hat die Band schon während der Tour zum Debütalbum gearbeitet. Da habe es Möglichkeiten gegeben, zu proben oder auch mal einen Song live auszuprobieren, erzählt Alexander Christof, der bei Granada singt und Akkordeon spielt. Denn "oft merkt man live irgendwie gleich mehr, wo es noch fehlt und wo man weiterarbeiten muss", so Christof.

Einer dieser Songs heißt "Marie". Der habe live anfangs längere Zeit gleich geklungen, dann habe sich beim Arrangement etwas verändert. Später im Studio hätten sie dann den Refrain nochmal komplett geändert, erzählen Thomas Petritsch und Alexander Christof. "Wir haben das vorher schon ein Jahr gespielt, aber quasi als andere Nummer. Die gleich war, aber dann doch anders."

Vielleicht bescheren Granada auf der aktuellen Tour ihre Fans ja wieder mit brandneuen Songs, die am Ende ganz anders klingen als geplant – aber ziemlich gut. So wie auf ihrem zweiten Album "Ge bitte".

Granada auf Tour in Mitteldeutschland: 12.4.2019, Erfurt, Kalif Storch
5.7.2019, Chemnitz, Kosmonaut-Festival
9.8.2019, Kulturtage Jena

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. April 2019 | 16:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. April 2019, 08:28 Uhr

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