Liv-Lisa Fries (Szene aus "Babylon Berlin")
Schauspielerin Liv Lisa Fries in einer Szene aus "Babylon Berlin", die einen Grimme-Preis in der Kategorie "Fiktion" bekommt. Bildrechte: X-Film/Presse

Fernsehpreis Grimme-Preis für "Babylon Berlin", "Dark" und Böhmermann

Liv-Lisa Fries (Szene aus "Babylon Berlin")
Schauspielerin Liv Lisa Fries in einer Szene aus "Babylon Berlin", die einen Grimme-Preis in der Kategorie "Fiktion" bekommt. Bildrechte: X-Film/Presse

Gleich drei der begehrten Grimme-Preise gehen in diesem Jahr an Serien. Wie das Grimme-Institut am Mittwoch in Marl mitteilte, werden in der Kategorie "Fiktion" die Serien "Babylon Berlin" (ARD Degeto/Sky/WDR), "4 Blocks" (TNT) und "Dark" (Netflix) ausgezeichnet. Damit wird erstmals eine Eigenproduktion eines Streaming-Dienstes gewürdigt. Die Direktorin des Instituts, Frauke Gerlach, sagte, die Qualität der Serien zeige, dass Deutschland auch auf dem internationalen Markt bestehen könne.

MDR-Koproduktion "Zuckersand" ausgezeichnet

Einen weiteren Preis erhält die MDR-Koproduktion "Zuckersand". Die Tragikomödie handelt von zwei Kindern in der DDR, die Ende der 70er-Jahre vom Leben in Australien träumen, bis die brutale Realität sie einholt. In einer Grimme-Mitteilung heißt es, "Zuckersand" biete einen neuen, klischeefreien Zugang zur filmischen Aufarbeitung der DDR-Geschichte.

Preise für "Neo Magazin Royal" und "Circus HalliGalli"

Joko Winterscheidt (li.) und Klaas Heufer Umlauf
Bekommen einen Preis für ihr "#Goslinggate": Joko Winterscheidt (li.) und Klaas Heufer Umlauf Bildrechte: Imago-Stock/Future Image

Schon zum vierten Mal nach 2014, 2016 und 2017 wird ein Beitrag aus dem Neo Magazin Royal mit Moderator Jan Böhmermann ausgezeichnet. Mit dem Spezial-Preis würdigt die Jury den Beitrag "Eier aus Stahl - Max Giesinger und die deutsche Industriemusik". Laut Jury zählte er "zu den raren Unterhaltungshöhepunkten des Jahres 2017".

Auch das Team von "Circus HalliGalli" rund um Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt bekommt einen Preis - für die Sonderausgabe "#GoslingGate" rund um den Auftritt eines falschen Ryan Gosling bei der "Goldenen Kamera". Es handle sich um "gleichermaßen packendes Unterhaltungsfernsehen im gewohnten Stil der Sendung wie auch bitterböse Medienkritik".

In der Kategorie "Information & Kultur" geht der Preis für die "Besondere journalistische Leistung" an die Redaktionen von "Panorama", "Panorama 3" und "Panorama - Die Reporter" (NDR) für ihre Berichterstattung zu den Ereignissen des Hamburger G20-Gipfels.

So viele Preise wie nie

Insgesamt vergibt das Grimme-Institut in diesem Jahr so viele Preise wie noch nie in seiner 54-jährigen Geschichte. Bei der Preisverleihung am 13. April dürfen 68 Preisträgerinnen und Preisträger die Auszeichnung entgegennehmen. Grimme-Direktorin Gerlach sprach von "Masse und Klasse": Die Ausgezeichneten zeigten "in hervorragender Weise einen großen Ausschnitt der Vielfalt der Formsprachen und Möglichkeiten, die das Medium Fernsehen zu bieten hat."

Grimme-Preis erstmals 1964 verliehen

Der undotierte Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Die Auszeichnung wurde 1964 erstmals verliehen. Sie ist nach Adolf Grimme benannt, der von 1948 bis 1956 Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) war. Der Grimme-Preis würdigt Fernsehsendungen, die für die Programmpraxis vorbildlich und modellhaft sind. Die Auswahl der Preisträger treffen unabhängige Jurys aus Medienwissenschaftlern, Journalisten und Bildungsfachleuten.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. März 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 12:13 Uhr