Monika Grütters
Kulturstaatsministerin Monika Grütters setzt sich weiter für den "Dresdner Mars" ein. Bildrechte: dpa

Staatliche Kunstsammlungen Dresden Grütters fordert Schenkung des "Dresdner Mars" von Bayer-Chef

Die Debatte um den "Dresdner Mars" geht weiter. Schon mehrfach haben die Dresdner Kunstsammlungen sich vergeblich bemüht, die "Mars"-Skulptur vom Bayer-Konzern als Dauerleihgabe für ihre Ausstellung zu gewinnen. Kürzlich wollte der Konzern die Skulptur sogar versteigern. Nachdem Kulturstaatsministerin Monika Grütters zunächst eine Million Euro aus ihrem Etat für den Ankauf zugesagt hatte, appelliert sie nun an die gesellschaftliche Verantwortung des Bayer-Konzernchefs.

Monika Grütters
Kulturstaatsministerin Monika Grütters setzt sich weiter für den "Dresdner Mars" ein. Bildrechte: dpa

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Chef des Pharmakonzerns Bayer, Werner Baumann aufgefordert, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) die begehrte "Mars"-Skulptur nun doch zu schenken. In einem persönlichen Brief appellierte sie an die gesellschaftliche Verantwortung des Konzern-Chefs:

Was für die Museen in Dresden und andere Helfer größte Opfer sind, nimmt sich im Verhältnis zum Umsatz Ihres riesigen Unternehmens für dieses doch eher bescheiden aus.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters in ihrem Brief an Bayer-Konzernchef Werner Baumann

Skulptur in letzter Minute vor Versteigerung gerettet

Ein Mitarbeiter des Londoner Auktionshauses Sotheby's präsentiert den «Dresdner Mars» von Giambologna (1529-1608).
Ein Mitarbeiter des Londoner Auktionshauses Sotheby's präsentiert den "Dresdner Mars" von Giambologna (1529-1608). Bildrechte: dpa

Der "Dresdner Mars" des Renaissance-Künstlers Giambologna gilt als wertvolles Kulturgut. Seit 1983 ist die etwa 40 Zentimeter große Bronze-Statue im Besitz der Bayer AG. Zuvor war er knapp 60 Jahre in Privatbesitz war, davor wiederum gehörte die Skulptur rund 300 Jahre zum ältesten Sammlungsbestand der Dresdner Museen. Am 4. Juli hatte Bayer den "Dresdner Mars" beim Londoner Auktionshaus Sotheby's versteigern lassen wollen. Das hatte große Proteste in der Kunstwelt hervorgerufen. Daraufhin zog das Unternehmen den Auftrag in letzter Minute zurück und bot den Staatlichen Kunstsammlungen den direkten Verkauf an. Mit dem Erlös wolle der Konzern nach eigenen Angaben in junge Kunst investieren. Die Dresdner Museen hatten sich In der Vergangenheit mehrfach vergeblich bemüht, die "Mars"-Skulptur als Dauerleihgabe zu gewinnen.

Eigentum verpflichtet

Zuletzt hatten die SKD angekündigt, das Kunstwerk durch gemeinschaftliches Engagement mehrerer Geldgeber zu kaufen. Kulturstaatsministerin Grütters hatte hierfür ebenfalls eine Million Euro aus ihrem Etat zugesagt. Sowohl die Gelder der Museen als auch die von ihr in Aussicht gestellte Million für den Ankauf der Skulptur stammten aus Steuergeldern. In ihrem jetzigen Brief erinnert sie daher den Bayer-Konzernchef Baumann, dass das Unternehmen die Skulptur einst selbst als Schenkung erhalten habe. Zudem verweist sie darauf, dass Baumann als Schatzmeister des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft kulturelle Belange sicher am Herzen lägen.

Ein Konzern wie Ihrer, der damit wirbt, dass der Wert seiner Marke bereits 2015 auf 6,3 Milliarden Euro beziffert wurde, soll sich auch der damit einhergehenden gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden. Eigentum – und dazu gehört auch Kultureigentum – verpflichtet.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters in ihrem Brief an Bayer-Konzernchef Werner Baumann

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 12. Juli 2018 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2018, 09:40 Uhr

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