Autorin von über 100 Büchern Schriftstellerin Gudrun Pausewang gestorben

Autorin Gudrun Pausewang
Gudrun Pausewang ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Bildrechte: dpa

Die Jugendbuch-Autorin Gudrun Pausewang ist tot. Wie ihr Sohn mitteilte, starb sie am Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren in der Nähe von Bamberg. Pausewang ist unter anderem für ihren Roman "Die Wolke" aus dem Jahr 1987 berühmt, der von den Folgen eines Super-GAU handelt. Das Buch wurde 2006 verfilmt. Als Klassiker gelten auch Titel wie  "Die Not der Familie Caldera" (1977), "Die letzten Kinder von Schewenborn" (1983) und "Ich habe Hunger – ich habe Durst" (1984).

Insgesamt veröffentlichte Pausewang nach eigenen Angaben über 100 Bücher für alle Altersgruppen. Davon wurden knapp fünf Millionen Exemplare verkauft. Ihre großen Themen waren Umwelt, Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

Sie wollte ihren Leserinnen und Lesern nie ein Happy End vorsetzen, weil sie sie ernst genommen hat. Gudrun Pausewangs Ansicht war: Das Leben ist einfach nicht so.

Britta Selle, MDR KULTUR-Redakteurin für Jugendliteratur

"Über Jahrzehnte hat Gudrun Pausewang mit ihren Büchern immer wieder einen neuen Zugang gefunden zu wichtigen Themen", sagt MDR KULTUR-Jugendbuch-Redakteurin Britta Selle. "Sie wollte ihren Leserinnen und Lesern nie ein Happy End vorsetzen, weil sie sie ernst genommen hat. Gudrun Pausewangs Ansicht war: Das Leben ist einfach nicht so. Wer seine Erfahrungen im Leben macht, wird merken: Nicht alles geht mit einem Happy End zu ende. Sondern es gibt oft Enden, die man sich vielleicht so nicht wünscht, die aber immer noch einen Funken Hoffnung in sich tragen."

Bücher gegen die Ungerechtigkeit

Im Rahmen des Deutschen Jugendliteraturpreises auf der Frankfurter Buchmesse 2017 erhielt Pausewang einen Sonderpreis für ihr Lebenswerk. Die Jury lobte damals, die Autorin habe Generationen von Leserinnen und Lesern erreicht und ermutigt, sich gegen Ungerechtigkeit aufzulehnen.

Pausewang wurde 1928 im ostböhmischen Wichstadtl geboren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges flüchtete die Familie nach Deutschland. Pausewang machte in Wiesbaden Abitur und wurde Lehrerin. 1956 ging sie für sieben Jahre als Lehrerin nach Chile und Venezuela. Zurück in Deutschland hatte sie Mühe, sich wieder einzuleben. 1968 ging sie für weitere fünf Jahre nach Südamerika.

Nach ihrer endgültigen Rückkehr nach Deutschland ließ sie sich in dem osthessischen Ort Schlitz nieder, wo sie mehr als 35 Jahre wohnte. Dort unterrichtete sie bis zu ihrer Pensionierung 1989 an einer Grundschule. Noch mit 70 Jahren promovierte Pausewang über "Vergessene Jugendschriftsteller der Erich-Kästner-Generation". In ihrem letzten Buch ("So war es, als ich klein war", 2016 ) hielt sie ihre Kindheitserinnerungen fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 24. Januar 2020 | 11:30 Uhr