Joyce DiDonato
Die US-amerikanische Opernsängerin Joyce DiDonato Bildrechte: dpa

Händel-Festspiele Händelpreisträgerin Joyce DiDonato - Diva ohne Starallüren

von MDR KULTUR-Musikredakteurin Grit Schulze

Joyce DiDonato
Die US-amerikanische Opernsängerin Joyce DiDonato Bildrechte: dpa

Die US-amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato hat am Sonnabend den Händel-Preis der Stadt Halle bekommen. Überreicht wurde ihr die Auszeichnung bei einem Festkonzert, bei dem sie Arien ihrer CD "In War & Peace - Harmony Through Music" sang.

DiDonato wuchs im US-amerikanischen Bundesstaat Kansas auf. Wie so viele kleine Mädchen träumte sie sich, mit einer Haarbürste als Mikrofon in der Hand, auf die Bühnen des Broadway. Später konkretisierte sich ihr Wunsch: Sie wollte Backgroundsängerin bei Billy Joel sein. Von Händel-, Mozart- oder Rossini-Arien war sie weit entfernt. Heute wird sie auf internationalen Bühnen gerade für Partien dieser drei Komponisten gefeiert.

Eine Diva ohne Starallüren

Ihre glutvolle Stimme ist ihr Markenzeichen, sie kann sie je nach Seelenlage einfärben. Aber vor allem merkt man Joyce DiDonato eine unbefangene Freude und Spiellust an. Sie sorgt auch immer wieder für Überraschungen: Unlängst war sie als Schauspielerin zu erleben in der Rolle der sich selbst überschätzenden Sängerin Florence Foster Jenkins.

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Joyce DiDonato 2012 mit ihrem Grammy für die beste klassische Solo-Gesangsdarbietung Bildrechte: dpa

Auf ihrer Website stellt sie sich augenzwinkernd als "Yankee-Diva" vor. Für die "New York Times" ist sie die "perfekte Diva des 21. Jahrhunderts" - ohne Starallüren. Als sie sich während einer Rossini-Oper das Bein bricht, steht sie tapfer bis zum Ende der Vorstellungen auf der Bühne. Alle weiteren Vorstellungen singt sie mit Gipsbein im Rollstuhl. Neben Fleiß und Ehrgeiz ist es ihre ausgewogene Technik und musikalische Klugheit, die sie nun auch zur Händelpreisträgerin des Jahres 2018 macht.

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Händel-Festspiele Halle 2018 Das Thema der Händel-Festspiele Halle 2018 heißt "Fremde Welten". Vom 25. Mai bis zum 10. Juni 2018 sind mehr als 100 Veranstaltungen geplant. Zum Motto des Festivals erklärte Intendant Clemens Birnbaum, Menschen seien einerseits fasziniert von exotischen fremden Welten, hätten zugleich aber auch Sorge vor dem Fremden. Es beziehe sich aber auch auf Händel selbst, der aus Halle in die Fremde nach London ging. Händel wurde 1685 in Halle geboren, den Hauptteil seines Lebens verbrachte er aber in London, wo er 1759 starb.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Mai 2018 | 18:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2018, 16:51 Uhr