Verleihung am 24. Juni Hörspielpreis der Kriegsblinden: MDR-Produktion "Die Entgiftung des Mannes" nominiert

Carina Wiese (l), Stefan Kanis, Anja Schneider (r), Aufgenommen bei der Produktion des Hörspiels "Die Entgiftung des Mannes" im MDR-Studio Halle, Regie: Stefan Kanis
Die Schauspielerinnen Carina Wiese (l) und Anja Schneider mit Regisseur Stefan Kanis bei der Produktion des Hörspiels im MDR-Studio Halle Bildrechte: MDR/Olaf Parusel

Ins Rennen um den renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden geht in diesem Jahr die MDR-Produktion "Die Entgiftung des Mannes". Um den Preis für Radiokunst konkurrieren außerdem "Audio.Space.Machine" (Deutschlandfunk) und "Das Ende von Iflingen". Wie die Medienstiftung (NRW) dazu am Donnerstag mitteilte, wird die undotierte Auszeichnung am 24. Juni wegen der corona-bedingten Einschränkungen erstmals via Podcast vergeben.

Radio-Kömodie von Holger Böhme im Rennen - Verleihung via Podcast

Holger Böhmes Radio-Komödie "Die Entgiftung des Mannes" erzählt eine besondere Nachwende-Geschichte: Die Freundinnen Steffi und Isa, die sich 1989 bei den Dresdner Montags-Demonstrationen kennenlernten und sich dann aus den Augen verloren, treffen sich 30 Jahre später wieder, als Steffi in Isas Agentur landet, um "Pegida"-Plakate für ihren Mann Jochen in Auftrag zu geben. Das will Isa auf keinen Fall hinnehmen. Die Jury begründete die Nominierung mit Böhmes sicherem Gespür für Dialekt und Dialoge. In den zehn Szenen der Komödie skizziere er die "Entgiftungsstationen" und seine Figuren mit leichter Hand. Seine Radio-Komödie sei ein witziges, aber auch nachdenklich machendes Bekehrungsstück.

"Audio.Space.Machine" von Christian Wittmann und Georg Zeitblom dreht sich um das 100-jährige Bestehen des Bauhauses. Finster, komisch und leise melancholisch erzählt Wolfram Lotz der Jury zufolge in seinem Hörspiel "Das Ende von Iflingen" vom Tag des Jüngsten Gerichts.

Der Hörspielpreis der Kriegsblinden wird seit 1952 jährlich an ein für einen deutschsprachigen Sender konzipiertes Original-Hörspiel verliehen. Die Auszeichnung wird getragen von der Film- und Medienstiftung und vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, der in diesem Jahr die Mitträgerschaft vom Bund der Kriegsblinden übernommen hat.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 28. Mai 2020 | 15:30 Uhr