Ein Supermarkt im dem Lebensmittel und Haushaltsprodukte ohne Verpackungen verkauft werden
Ein Unverpackt-Laden in Berlin. Bildrechte: IMAGO

Lebensart Wie kaufe ich im Unverpackt-Laden ein?

Einkaufen im Supermarkt ist praktisch, erzeugt aber viel Müll. Unverpackt-Läden sind hier eine nachhaltigere Alternative. Doch welche Vorbereitungen muss man treffen, um etwa losen Reis, Öl oder Gummitiere sicher nach Hause zu bringen? MDR KULTUR-Reporterin Carolin Fröhlich hat den Test gemacht - bei "Einfach Unverpackt" in Leipzig.

Ein Supermarkt im dem Lebensmittel und Haushaltsprodukte ohne Verpackungen verkauft werden
Ein Unverpackt-Laden in Berlin. Bildrechte: IMAGO

Auf den ersten Blick erinnert der Laden an ein Süßwarengeschäft. Wie Kaugummiautomaten reihen sich Spender an der Wand, dicht an dicht und gefüllt mit verschiedenen Arten von Reis, Nudeln, Getreide und allerlei Hülsenfrüchten. Kundin Effi Glöckler dreht an einem kleinen Rädchen und befüllt mit einem Trichter ein mitgebrachtes Glas mit roten Linsen.

Denn im "Einfach Unverpackt"-Laden in Leipzig gibt es alles lose zu kaufen. Die Verpackung bringt man selbst mit, für flüssige Sachen gibt es ein Mehrwegsystem. Am Ende wird alles abgewogen.

Man muss tatsächlich ein bisschen organisieren, ich muss sie ja dabei haben, die Gläser. Da muss ich natürlich vorher mitdenken, was brauche ich und reichen da die Behältnisse?

Effi Glöckler, Kundin

Behältnisse auf Vorrat

Glöcker erledigt ihren kompletten Wocheneinkauf im Unverpackt-Laden. Sie hat immer einige Behältnisse im Auto vorrätig, um direkt nach der Arbeit vorbei zu kommen. Länger als im normalen Laden dauere das bei ihr nicht, meint sie. Es gebe jedes Produkt nur in einer Variante, das mache den Einkauf einfacher.

Das Sortiment von "Einfach Unverpackt" ist von ursprünglich 250 mittlerweile auf fast 700 Artikel angewachsen. Das Angebot reicht von Obst, Eiern und Gemüse über Öle und Gewürze bis bin zu Putz- und Waschmitteln, Stofftaschentüchern, Brotbüchsen und Wasserflaschen aus Edelstahl. Die Produkte in Bioqualität sind teilweise günstiger als im Bio-Laden.

Es geht nicht nur um Lebensmittel

Luise Fink schätzt besonders die Kosmetikabteilung. Die junge Mutter hat sich vor allem im Bad schon von vielen Plastikverpackungen losgesagt, nutzt eine Bambuszahnbürste, festes Shampoo, Deocreme und Rasierseife.

Ich mache es jetzt nicht in erster Linie dafür, dass ICH mich gut fühle, aber dann sieht man ja auch in den Medien, wie viel Müll in den Meeren schwimmt und wie viel Mikroplastik man zu sich nimmt … und das gibt schon ein ganz komisches Gefühl.

Luise Fink, Kundin

Tatsächlich denken immer mehr Menschen so, mittlerweile gibt es rund 100 Läden in Deutschland, die ihre Ware unverpackt anbieten - in Jena, Magdeburg, Chemnitz und Dresden.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Spezial | 15. Februar 2019 | 18:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2019, 14:39 Uhr

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