Portrait Eike Goreczka, Geschäftsführer 42film, Produktionsfirma Halle
Eike Goreczka wurde 1972 in Magdeburg geboren. Bildrechte: MDR KULTUR

Im Porträt Ein Hauch von Hollywood an der Saale

Die Berlinale ist für den halleschen Filmproduzenten Eike Goreczka von 42 Film ein wichtiger Termin im Jahr: Auf dem Festival sucht er nach Partnern für künftige Projekte. Bei MDR KULTUR erklärt er, was ihm beim Filmemachen wichtig ist und wieso er nicht davon träumt, mit seiner Arbeit reich zu werden.

Portrait Eike Goreczka, Geschäftsführer 42film, Produktionsfirma Halle
Eike Goreczka wurde 1972 in Magdeburg geboren. Bildrechte: MDR KULTUR

Der Neujahrstag 1989 brachte für Eike Goreczka eine Offenbarung mit sich. Das ZDF zeigte abends den Science-Fiction-Film "2001: Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick, und bei dem jungen Magdeburger erwachte damit die Filmbegeisterung: "Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Das kann man also aus Filmen machen!", erinnert er sich im Gespräch mit MDR KULTUR.

Portrait Eike Goreczka, Geschäftsführer 42film, Produktionsfirma Halle 36 min
Bildrechte: MDR KULTUR

MDR KULTUR - Das Radio Sa 09.02.2019 11:05Uhr 36:28 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Portrait Eike Goreczka, Geschäftsführer 42film, Produktionsfirma Halle 36 min
Bildrechte: MDR KULTUR

MDR KULTUR - Das Radio Sa 09.02.2019 11:05Uhr 36:28 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Dennoch brauchte es einige Umwege, bis Goreczka zur Filmproduktionsfirma 42 Film in Halle kam. Er flog von der Schule, absolvierte eine Lehre zum Buchhändler in Lübeck und ließ sich dann in der Saalestadt zum Kamera- und Tonassistenten ausbilden. Durch persönliche Kontakte zum Puppentheater-Dramaturgen Ralf Meyer kam er zum Drehbuchschreiben.

In den 90er-Jahren musste man sich mühsam zusammensuchen, wie Drehbücher geschrieben werden, wie sie funktionieren. Es gab ja kein Internet, wo alles nachzulesen war.

Eike Goreczka

Internationale Erfolge

2005 dann der Start als Produzent bei 42 Film, deren Geschäftsführer er seit 2015 ebenfalls ist. Mit der Firma feierte Goreczka einige internationale Erfolge: im vergangenen Jahr lief "Nanouk" als Abschlussfilm im Wettbewerb der Berlinale, "Die Maisinsel" schaffte es 2015 auf die Oscar-Shortlist für den Besten fremdsprachigen Film. Bei beiden Filmen wirkte 42 Film als internationaler Koproduzent mit – Festivals wie die Berlinale seien deswegen wichtig, um Kontakte für künftige Projekte zu knüpfen.

Persönlich in Kontakt zu treten ist wichtig, denn Filmemachen ist Vertrauenssache. Man hat ja über drei, vier Jahre miteinander zu tun.

Eike Goreczka

Festivals sind wichtig

Wenn ein Film auf einem Festival läuft, vielleicht sogar ausgezeichnet wird, ist dies für Eike Goreczka ein Erfolg. Um Geld geht es ihm bei seiner Arbeit weniger: "In Deutschland ist es ein bisschen absurd, mit Filmemachen reich zu werden. Es gibt ein paar Leute, denen es gelingt, aber nur sehr wenigen." Filmemachen sei in Deutschland eine Kunstform - im Vordergrund stünden Vermittlung von Kultur und Wissen, weniger der Verwertungsgedanke.

Derzeit ist Eike Goreczka viel mit zwei Serienprojekten beschäftigt: Als Autor schreibt er für "Colours of Darkness", in der es um denDreißigjährigen Krieg geht. "Mother’s got a Gun" dreht sich um drei alt gewordene RAF-Terroristen, die seit Jahrzehnten gemeinsam im Untergrund leben. Als eine von ihnen an Krebs erkrankt, kehrt die Gruppe heimlich nach Deutschland zurück. Hier werden sie mit ihrer Vergangenheit und den Opfern ihrer Taten konfrontiert.

An der Saale angekommen

In Halle fühlt Goreczka sich mit seiner Firma wohl. Rund um das Mitteldeutsche Multimediazentrum hätten sich viele Firmen angesiedelt, die auf internationalem Niveau arbeiteten, etwa im Sounddesign oder im Color-Grading: "Man könnte Filme allein in Halle produzieren, weil alles vor Ort ist."

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR trifft | 09. Februar 2019 | 11:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2019, 14:57 Uhr

Meistgelesen bei MDR KULTUR

Abonnieren