Jugendlicher probt im Rahmen des Bundeswettbewerbes Jugend musiziert an seinem Schlagzeug.
Bei "Jugend musiziert" treten Nachwuchsmusiker in verschiedenen Kategorien und an diversen Instrumenten gegeneinander an. Bildrechte: dpa

Musikwettbewerb "Jugend musiziert"-Finale: Halle sucht Deutschlands Beste

Jugendlicher probt im Rahmen des Bundeswettbewerbes Jugend musiziert an seinem Schlagzeug.
Bei "Jugend musiziert" treten Nachwuchsmusiker in verschiedenen Kategorien und an diversen Instrumenten gegeneinander an. Bildrechte: dpa

In Halle werden ab Donnerstag beim Wettbewerb "Jugend musiziert" Deutschlands beste Nachwuchsmusiker ermittelt. Bis zum 13. Juni treffen sich dazu etwa 2.900 Teilnehmer im Alter von 13 bis 27 Jahren. Geplant sind rund 1.700 öffentliche Vorspiele an 30 Orten in Halle. Die Musiker wetteifern in verschiedenen Kategorien um den Sieg – als Solist mit Instrument, im Ensemble oder als Sänger.

Gespielt wird auf Streich-, Blas-, Schlag- und Zupfinstrumenten, auf dem Klavier, Akkordeon, Hackbrett und auf der Laute Baglama. Eine Jury aus insgesamt 120 Fachleuten bewertet die Beiträge der Laien-Musiker, die sich zuvor in Regional- und Landeswettbewerben qualifiziert haben. "Jugend musiziert" ist ein Projekt unter dem Dach des Deutschen Musikrates. Der Bundeswettbewerb wird zum 56. Mal ausgetragen.

Ist "Jugend musiziert" zu elitär?

Eine Teilnehmerin des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert" geht mit einem Cellokasten auf dem Rücken  an einem Aufsteller vorbei.
Der Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" wird jährlich an wechselnden Orten ausgetragen – 2019 erstmals in Halle. Hier ein Bild aus Stuttgart (2012). Bildrechte: dpa

Im Vorfeld hatten Vertreter mehrerer Dachverbände des Musiklebens eine zu elitäre Ausrichtung des Wettbewerbs kritisiert. So warnte der Vorsitzende der Bundes-Jury, Ulrich Rademacher, Ende März bei MDR KULTUR davor, dass sich "Jugend musiziert" zu einer Spezialveranstaltung für früh- und luxuriös geförderte Bildungsbürgerkinder entwickle.

Isabel Roth aus der MDR KULTUR-Musikredaktion sieht darin keine Gefahr. Sie verwies darauf, dass weniger leistungsorientierte Kinder genügend andere Möglichkeiten hätten, öffentlich zu musizieren und sich zu vergleichen. So gebe es Talente-Feste an Schulen oder den auf Breitenförderung ausgerichteten Wettbewerb "einviaM" für Ensemble-Spiel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Wer bei 'Jugend musiziert' mitmacht, der weiß: Das ist ein Wettbewerb – und damit auf Leistung und Spitzenförderung ausgerichtet.

Isabel Roth, MDR KULTUR-Musikkritikerin

Außerdem böten der Deutsche Musikrat und die Landesmusikräte viele weitere Möglichkeiten, gemeinsam zu musizieren – in Jugendorchestern, Jazzbands oder Landeschören. "In Sachsen gibt es die 'Landstreicher', in Thüringen das 'Landeszupforchester' oder Spezialensembles für Neue Musik. Da steht überall der Teamgedanke im Vordergrund", so Roth.

Was "Jugend musiziert" angehe, dürfe man "die Anforderungen und Maßstäbe nicht verwischen, um die Zugangsbarrieren herabzusetzen und damit das Gesamtniveau zu nivellieren."

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Heiko Vogel, Schulleiter der Kurfürst-Moritz-Schule, stimmt während des Musikunterrichts eine Bassgitarre. 4 min
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MDR KULTUR - Das Radio Mi 05.06.2019 18:05Uhr 03:41 min

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Kind mit Geige 12 min
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MDR KULTUR - Das Radio Mi 05.06.2019 18:05Uhr 12:12 min

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Schüler mit einer Lehrerin beim Musikunterricht 9 min
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MDR KULTUR - Das Radio Mi 05.06.2019 18:05Uhr 09:20 min

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. Juni 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2019, 04:00 Uhr