Bundeskanzler Helmut Kohl (l) und General Motors Präsident Louis R. Hughes (r) in dem ersten in Eisenach gebauten Opel Astra, 1992.
Bundeskanzler Helmut Kohl (links) und General-Motors-Präsident Louis R. Hughes (rechts) in dem ersten in Eisenach gebauten Opel Astra, 1992. Bildrechte: dpa

23. September 1992: Grundsteinlegung des Opel-Werks Eisenach Als Opel nach Eisenach kam

von Hartmut Schade

Bundeskanzler Helmut Kohl (l) und General Motors Präsident Louis R. Hughes (r) in dem ersten in Eisenach gebauten Opel Astra, 1992.
Bundeskanzler Helmut Kohl (links) und General-Motors-Präsident Louis R. Hughes (rechts) in dem ersten in Eisenach gebauten Opel Astra, 1992. Bildrechte: dpa

Leipzig mag sich in den frühen 90er-Jahren als "Boomtown LE" bezeichnet haben. Eisenach war es. Dank Wartburg, Opel und Kanzler Kohl.

Meine Botschaft in den ganzen Monaten war immer wieder: Warum sollten die Leute in Eisenach weniger gut sein als die in Rüsselsheim? Wenn dieses Unternehmen drei, vier, fünf Jahre voll aktiv ist, ist dieser Betrieb mindestens so gut wie der in Rüsselsheim.

Bundeskanzler Helmut Kohl im November 1990

Autos werden in Eisenach seit 1898 gebaut:  Erst Wartburg-Motorwagen, dann die populären Kleinwagen der Dixi-Serie, nach der Übernahme durch BMW großzylindrige Limousinen. Nach dem Zweiten Weltkrieg EMWs und wieder Wartburgs. 

Der in der DDR heiß begehrte Mittelklassewagen ist unverkäuflich im geeinten Deutschland. Dabei rollt der "Warti" seit 1988 sogar mit einem Viertakt-VW-Motor von den Bändern. Im Dezember 1990 schließt das Automobilwerk Eisenach ein Joint-Venture mit den Rüsselsheimern. Parallel zu den Wartburgs sollen Vectras montiert werden. Opel-Chef Louis A. Hughes denkt da schon weiter.

Opel wird in Eisenach ab Spätherbst '92 150.000 Automobile pro Jahr produzieren. Opel wird in Eisenach eine Milliarde Mark investieren. Opel wird in Eisenach 2.600 neue Arbeitsplätze schaffen. Unsere Erfahrungen in den anderen deutschen Werken und das Interesse von Zulieferfirmen, das wir jetzt schon spüren, geben uns Anlass zu der Erwartung, dass die Opel-Investition der Startschuss für die Schaffung tausender weiterer Arbeitsplätze sein wird.

Louis A. Hughes Opel-Chef

Opel und die Zulieferer machen Eisenach zur automobilen Boomtown. Bürgermeister Hans-Peter Brodhun verkündet: "Wir sind Sonnenkinder", die "Wirtschaftswoche" erblickt in den Thüringer Bergen "Das erste Wirtschaftswunder östlich der Elbe."

Das Werk, das wir heute begonnen haben, es symbolisiert die ersten Schritte auf dem Weg zum Neuanfang des Wirtschaftslebens in Thüringen.

Josef Duchač, Thüringer Ministerpräsident, am 23. September 1992

Nicht nur für Thüringen ist Opel Eisenach ein Neustart. Hier sollen Autos genauso schnell und kostengünstig vom Band laufen wie in Japan und so der übermächtigen Konkurrenz Paroli bieten. In Punkto Effektivität belegen die Eisenacher immer Spitzenplätze im konzerninternen Ranking. Was sie nicht beeinflussen können, sind die Fehlentscheidungen in Rüsselsheim. Eine Beschäftigungsgarantie haben die Eisenacher Opelaner nur noch bis Ende 2018. Dann kommt womöglich doch noch das Aus für den viertältesten deutschen Automobilstandort.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kalenderblatt | 23. September 2017 | 06:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 17:13 Uhr

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