Dauerleihgabe Besondere Werke von Schmidt-Rottluff für Kunstsammlungen Chemnitz

Die Kunstsammlungen Chemnitz haben eine besondere Dauerleihgabe bekommen: eine Sammlung kunsthandwerklicher Arbeiten des Brücke-Künstlers Karl Schmidt-Rottluff, die auch sehr persönliche Objekte des Künstlers enthält. Sammlungsleiter Frédéric Bußmann hofft langfristig, in Chemnitz einen geeigneten Ort zu finden, an dem man dauerhaft mit den Werken an Schmidt-Rottluff erinnern kann.

Bilder in den Kunstsammlungen Chemnitz
Die Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff sind in den Kunstsammlungen Chemnitz zu sehen. Bildrechte: dpa

In ihrem 100-jährigen Jubiläumsjahr haben die Kunstsammlungen Chemnitz besonderen Zuwachs bekommen: eine Kollektion kunsthandwerklicher Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Chemnitz haben eine Privatsammlung gekauft und stellen sie den Kunstsammlungen als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Sammlungsleiter Frédéric Bußmann sagte MDR KULTUR, die Beziehung von Schmidt-Rottluff zur Stadt sei immer sehr groß gewesen. Insofern sei man sehr glücklich, den bereits großen Bestand durch die kunsthandwerklichen Objekte ergänzen zu können. Der Maler und Grafiker wurde in Rottluff, einem heutigen Stadtteil von Chemnitz, geboren. Er gilt als ein Klassiker der Moderne und einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus.

Teils sehr persönliche Objekte

Insgesamt umfasse die Sammlung 49 Werke, so Bußmann. Dazu gehörten Steinschnitte, Schmuckstücke, Arbeiten aus Horn, sowie Boxen und Dosen. "Es ist alles Mögliche, was wir haben. Auch zum Beispiel – was ich ganz rührend finde – der Ring aus Horn, den Schmidt-Rottluff bis zu seinem Tod getragen hat."

Teilweise seien es auch sehr persönliche Dinge, die nun den Eingang in die Kunstsammlungen gefunden hätten, beispielsweise auch eine Kette, die Schmidt-Rottluff für seine Förderin Rosa Schapire gefertigt habe. "Es gibt das berühmte Bild von Rosa Schapire von 1920, das heute in Berlin hängt, gemalt von Walter Gramatté. Dort sieht man diese Kette."

Aus Privatsammlung aus Leipzig

Die Objekte stammen den Angaben zufolge aus der Sammlung Peters, einem Leipziger Ehepaar, das eng mit dem Brücke-Künstler befreundet war und schon sehr früh seine Werke gesammelt hatte: Bilder, Kunstwerke, Grafiken und weiteres. Die Freundschaft hatte bis zum Tod des Künstlers 1976 gehalten. Schmidt-Rottluff selbst hat seine kunsthandwerklichen Objekte und seine Schmuckstücke den Kindern des Ehepaars Peters vererbt, so dass diese über Jahre in privater Hand geblieben sind.  

Arbeiten Schmidt-Rottluffs sind auch in der Jubiläumsausstellung "Im Morgenlicht der Republik" zu sehen. Sammlungsleiter Bußmann hofft allerdings, einen geeigneten Ort zu finden, um die Werke des Künstler dauerhaft gebührend zu präsentieren: "Eventuell könnten wir hier in Chemnitz ein kleines Museum, einen kleinen Ort für Schmidt-Rottluff finden, an dem man dauerhaft sich seiner erinnert."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. Juli 2020 | 07:40 Uhr